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Detox

Kinder & Smartphone: Eine frühe Liebe

Gekauft ist das Smartphone schnell. Damit es hinterher nicht Ärger wegen hoher Kosten, Surfen statt Hausaufgaben oder Chatten während des Abendbrots gibt, sollten Eltern zusammen mit ihren Kindern gemeinsame Regeln zur Nutzung festlegen.
Kommunizieren, Bilder verschicken, fotografieren, Musik hören und Spiele spielen: Smartphones sind kaum größer als eine Hand und können doch so viel. Das bekommen natürlich schon die Kleinsten mit. Vor allem, wenn Mama oder Papa beim Abendessen oder auf dem Spielplatz auf dem Mini-Computer herumwischen. Viele Eltern laden sich darüber hinaus kindgerechte Apps auf ihr Smartphone, um ihre Kinder – etwa bei Wartezeiten beim Friseur oder Arzt – zu beschäftigen. Bald schon reicht die Mitbenutzung nicht mehr und der Wunsch nach einem eigenen Smartphone ist da – vor allem, wenn einige Klassenkameraden auch schon so ein Gerät besitzen. Während noch vor zwei, drei Jahren vor allem Teenager stolze Besitzer eines Smartphones waren, zeichnet sich die Tendenz ab, dass die Nutzer immer jünger werden: Mittlerweile ist es schon bei Grundschülern keine Seltenheit mehr, in der Pause mit dem Smartphone zu spielen. Experten sehen diese Tendenz kritisch, denn in diesem Alter sind die Kinder in der Regel noch zu jung, um das technische Gerät mit all seinen Funktionen verstehen zu können.

Beteiligen Sie Ihr Kind an den Kosten

Eltern sollten deshalb über die Anschaffung eines internetfähigen Smartphones erst nachdenken, wenn ihr Sprössling mindestens elf oder zwölf Jahre alt ist. Besitzt das Kind erst wenig Erfahrung mit diesem Medium, ist ein einfaches Handy mit Telefon- und SMS-Funktion häufig für den Anfang ausreichend. Das Kind kann den Umgang mit dem Gerät erlernen, Textnachrichten schreiben und empfangen, Fotos knipsen und Anrufe bei Mitschülern oder den Eltern tätigen. Ob es sich bei dem ersten eigenen Gerät um ein neues Modell handelt oder ein ausrangiertes von Papa, Tante oder Opa spielt keine Rolle. Wichtiger ist vielmehr, dass sich das Handy oder Smartphone kinderleicht bedienen lässt. Außerdem sollte es durch technische Sicherheitsvorkehrungen wie Kinderschutz-Apps oder spezielle Startseiten geschützt sein.

Da pfiffige Teenager in der Regel aber relativ schnell herausfinden, wie sie Kindersicherungen umgehen, sollte der zukünftige junge Nutzer über mögliche Risiken aufgeklärt sein: Sprechen Sie mit Ihrem Kind vor allem über Datenschutz und Privatspähre sowie entstehende Kosten durch Downloads. Oft ist es hilfreich, zunächst zusammen mit dem Kind PIN-Nummer, Passwärter etc. festzulegen und die Einstellungen wie WLAN oder Bluetooth durchzugehen. Damit das Kind von Anfang an lernt, dass der Besitz eines Smartphones auch mit Kosten verbunden ist, empfiehlt es sich, es an den Anschaffungskosten bzw. den laufenden Kosten zu beteiligen.

Gesundheitliche Risiken der Smartphone-Nutzung

Außerdem sollten vom ersten Tag an feste Regeln für den Umgang mit dem kleinen Gerät gelten. Vereinbaren Sie zum Beispiel, dass das Smartphone während der gemeinsamen Mahlzeiten und den Hausaufgaben weggelegt wird und vor dem Schlafengehen Sendepause hat. Denn längst ist bekannt, dass das helle Licht der Bildschirme das Hormon Melatonin unterdrücken kann, das die Schlaf- und Wachphasen regelt. Wer also noch im Bett im Internet surft und seine WhatsApp-Nachrichten checkt, kann sich Einschlaf- und Durchschlafstörungen einhandeln. Auch andere gesundheitsgefährdende Risiken können von dem kleinen Gerät ausgehen. Das betrifft vor allem die Strahlungen. Ein Handy sendet und empfängt hochfrequente elektromagnetische Wellen, deren gesundheitliche Auswirkungen bis heute nicht schlüssig geklärt werden konnten. Man geht aber davon aus, dass sie negative Folgen haben können, insbesondere bei Kindern, die sich noch in der Entwicklung befinden und deshalb gesundheitlich empfindlicher reagieren könnten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt das Smartphone nicht unmittelbar neben dem Bett liegen und achtet während der Nutzung auf einen möglichst großen Abstand zum Körper, beispielsweise durch ein Headset.

Überdenken Sie Ihr eigenes Nutzungsverhalten

Nicht zuletzt ist die Ausstattung des Nachwuchses mit einem Smartphone ein guter Anlass, um sein eigenes Nutzungsverhalten zu überdenken. Daddelt Papa ständig auf dem Gerät und chattet Mama beim Abendessen mit ihren Freundinnen, machen die Kinder das unweigerlich nach. Führen Sie eine Etikette ein, die für alle Familienmitglieder gilt, zum Beispiel dass Anwesenden im Gespräch gegenüber Abwesenden den Vorzug gegeben wird oder dass die Smartphones während der Mahlzeiten außer Sichtweite gelegt werden. Lehrreich ist es auch, ab und an als Familie eine „Handy-Auszeit" zu nehmen, die vielleicht für einen Sonntag oder ein ganzes Wochenende gilt.

Und zu guter Letzt: Räumen Sie Ihren Kindern ein gewisses Maß an Privatsphäre ein. Die ständige Erreichbarkeit, die das Smartphone mit sich bringt, kann dazu führen, dass sich Kinder kontrolliert fühlen und ihnen der Weg in die Selbstständigkeit erschwert wird.