Menü Menü schließen

Detox

Lernpartner Computer

Vokabeln pauken, Lesen lernen, Rechtschreibung und Mathe trainieren: Immer häufiger wird der Computer zum Lernpartner. Das ist okay, solange der Computer nur eine Lernmethode unter vielen anderen für das Kind bleibt.

Die Meinungen sind geteilt: Während die einen anführen, dass sie früher auch nur aus Büchern gelernt hätten, behaupten die anderen, der Computer wäre das bessere Medium zum Lernen. Wie so oft ist weder das eine immer richtig noch das andere grundsätzlich falsch. Unbestritten ist, dass Kinder, die heutzutage aufwachsen, spätestens als Erwachsene eine hohe Medienkompetenz haben müssen. Denn schon jetzt gibt es im Grunde keinen Beruf mehr, der völlig ohne Computer, Internet und Maschinen auskommt. Was liegt also näher, als sich diese Medienkompetenz durch sinnvoll verbrachte Zeit an PC, Tablett und Notebook zu erwerben?

Auf der anderen Seite können die meisten Kinder ihren Medienkonsum noch nicht eigenständig regulieren. Ließe man sie, würden viele Kids stundenlang vor dem Bildschirm sitzen. Was wiederum die Augen überanstrengen und langfristig auch zu Haltungsschäden und Rückenschmerzen führen würde. Von daher empfehlen sich feste Regeln für die Mediennutzung. Als Faustformel gilt zum Beispiel, dass ein Grundschulkind nicht länger als 30 bis 45 Minuten täglich am Monitor arbeiten sollte.

Außerdem sollte der Arbeitsplatz ebenso wie bei der Arbeit mit Heft und Buch ruhig und störungsfrei sein. Ideal ist ein gut belüfteter Raum, in dem der Computer seinen festen Platz auf einem dafür vorgesehenen Tisch hat. Wichtig ist darüber hinaus, dass das Lernen mit den neuen Medien nur ein Weg unter vielen sein sollte. Parallel zur Lernwelt am Bildschirm sollten die Kinder in der realen Welt ihre Sinne erproben, indem sie z. B. in der Natur experimentieren. Auch sollten Kinder durch Eltern und Lehrer angeleitet und begleitet werden und sich viele Dinge von älteren Kindern – Geschwister, Freunde oder Verwandte – abschauen dürfen.

Das Angebot ist riesig

Das Finden sinnvoller Lernsoftware, Apps oder Online-Plattformen im Internet ist nicht einfach. Zu groß ist das Angebot an kostenlosen und kostenpflichtigen Lerninhalten. Es gibt Angebote zum Lesenlernen, Matheaufgaben sowie Rechtschreibprogramme, Vokabeltrainer und Spezialisierungen beispielsweise um das Programmieren zu lernen oder für Kinder mit Dyskalkulie oder einer Lese-Rechtschreibschwäche. Von daher sollten Eltern etwas Zeit in die Auswahl investieren. Schauen Sie sich Ihr favorisiertes Programm, die App oder Software an und prüfen Sie, für welches Alter es empfohlen wird und ob das Lernangebot kindgerecht ist. Das bedeutet, dass die Inhalte sorgfältig und anschaulich aufbereitet sind und die Lernumgebung werbefrei ist. Ein Indiz für sinnvolle Angebote sind zudem Gütesiegel und Auszeichnungen von unabhängigen Experten und Institutionen. Außerdem sollten Sie beim Lesen der Produktbeschreibung darauf achten, ob das Lernangebot auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und von Pädagogen oder Lernpsychologen (mit) entwickelt wurde. Gut ist darüber hinaus, wenn sich die Inhalte an den Lehrplänen der Bundesländer orientieren und somit wichtigen Schulstoff abdecken.

Lernfortschritte kontrollieren

Je jünger das Kind ist, desto wichtiger ist auch eine einfache und intuitive Bedienung. Schließlich soll das Kind selbstständig lernen können. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit unbeaufsichtigt: Kontrollieren Sie regelmäßig, was Ihr Kind lernt und mit welchem Erfolg. Dafür ist es wichtig, dass sich die Aufgaben an den individuellen Lernstand des Kindes anpassen und sich die Fortschritte nachvollziehen lassen. Falls persönliche Daten abgefragt werden, empfiehlt sich ein Blick darauf, was mit diesen Angaben passiert. Angebote, die nichts zu verstecken haben, bieten oft eine kostenlose Testversion an.

Vorsicht bei Lern-Videos im Internet

Besonders für ältere Kinder werden im Internet Lern-Videos angeboten, z. B. auf YouTube. Hier ist Vorsicht geboten. Beim reinen Zuschauen bleiben die Lernenden in der passiven Beobachterrolle: Es können keine individuellen Fragen gestellt werden und die motivierende Wirkung geht oft gegen Null. Auch sollte darauf geachtet werden, dass sich die Kinder nicht unbeaufsichtigt auf einer ungeschützten Plattform bewegen, in der für junge Nutzer verstörende Inhalte nur wenige Mausklicks entfernt sind. Um dem vorzubeugen, können Eltern eine Filtersoftware installieren, die nur bestimmt Aufrufe auf dem Computer zulässt. Manche Lernsoftware lässt sich offline spielen – das ist vor allem für Grundschulkinder eine sinnvolle Option, wenn die Eltern nicht ständig kontrollieren möchten, in welchem Bereich des Internets sich ihr Sprössling gerade befindet.