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Detox

Ständig online – wo bleibt denn da das Leben? 

Wer ständig online ist, muss eigentlich kaum noch vor die Tür, denn im Netz kann man fast alles erleben: Weltreisen oder Konzerte, das Erlernen eines Instruments, einer Sportart oder einer Sprache, genauso wie das zeitaufwändige Kochen eines Menüs mit mehreren Gängen. Webcams ermöglichen das Beobachten anderer Orte in Echtzeit. Auch die tägliche Versorgung lässt sich vom Bildschirm aus leicht bewerkstelligen, schließlich gibt es nichts, was man nicht online bestellen könnte. Kein Wunder, dass viele wie festgenagelt stundenlang in Aktivitäten am Bildschirm vertieft sind. Dennoch schleicht sich oft ein Gefühl der Frustration bei Online-Freaks ein: So richtig echt fühlt sich das Leben aus zweiter Hand eben doch nicht an. Hier gilt es eine Balance zu finden, also die Vorteile des Internets zu nutzen ohne sich ganz darin zu verlieren und dabei ausschließlich die Erfahrungen anderer nachzuerleben oder sich gar von diesen unter Druck setzen zu lassen.

Leben aus der Konserve

Das Internet bietet jede Menge tolle Erlebnisse, allerdings vorwiegend solche, die andere gemacht haben. Viele Nutzer klicken sich von Seite zu Seite und finden kaum die Taste zum Ausschalten. Mobilgeräte verleiten dazu, nicht nur zu Hause sondern auch unterwegs ständig online zu sein. Damit einher geht die große Sorge, etwas zu verpassen, wenn man mal offline ist. Doch nicht nur nützliche Informationen sind im Netz jederzeit abrufbar, die geteilten Erfahrungen anderer hemmen mitunter eigene Aktivitäten und steigern außerdem die Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation.

Sie können...

  • ...entmutigend sein: Die anderen können das viel besser als ich!
  • ...die Neugier hemmen: Warum soll ich mir das überhaupt noch ansehen, wenn ich es hier schon im Foto gesehen habe?
  • ...den Druck erhöhen, etwas Besonderes machen zu müssen, etwa eine außergewöhnliche Reise!
  • ...die Erwartungen ins Unermessliche steigern: So gut im Bett möchte ich auch sein!

Wenn das eigene Leben zunehmend am Bildschirm verrinnt, ist es höchste Zeit, aktiv zu werden. Dabei sollten nicht die Erfahrungen der anderen als Maßstab gelten, denn die sind vielleicht ohnehin überzeichnet dargestellt. Einfach mal offline gehen und der eigenen Kreativität freien Lauf lassen, heißt die Devise.

Einfach mal ausprobieren

  • Die im Netz eingestellten Fotos aus einer Stadt zeigen ein besonders schönes Stadtbild? Einfach mal eine kleine Reise planen und die Infos im Netz für die Auswahl besonderer Sehenswürdigkeiten, einer Unterkunft und die Anreise nutzen.
  • Die Konzertmitschnitte der Lieblingsgruppe sind unglaublich mitreißend? Warum nicht selbst einen Konzertbesuch ins Auge fassen für ein authentisches Hörerlebnis? Im Netz kann man die Termine der Auftritte in der Nähe checken, Karten buchen und die Anreise planen.
  • Das Kochvideo des Starkochs sieht ziemlich raffiniert aus und macht so richtig Appetit? Aber Videos machen nicht satt. Also besser selbst ran an den Kochtopf. Die Zutaten dazu nicht online bestellen, sondern auf dem Wochenmarkt besorgen, ein kompliziertes Rezept in eine einfache Variante abwandeln – das gelingt garantiert und schmeckt bestimmt ebenso lecker.
  • Die Gitarrenmelodie auf Youtube klingt ausgesprochen schön und das Erlernen eines Instruments ist ein lang gehegter Wunsch? Am besten ein paar Probestunden nehmen, vielleicht ist das ja der Einstieg in das eigene Musizieren; Infos über Möglichkeiten dazu liefert die Recherche im Netz.
  • Das Tai Chi Video fasziniert mit seinen harmonischen Bewegungsabläufen? Einfach selbst ausprobieren und zum Tai Chi anmelden; meist findet man Angebote kostenloser Einstiegsstunden von qualifizierten Lehrern in der Nähe im Netz.
  • Freunde posten in sozialen Netzwerken ihre sportlichen Höchstleistungen? Sich einfach mal nicht beeindrucken lassen; es muss nicht der Marathon sein, auch ein einfacher Lauf durch den Park sorgt für ein Plus an Fitness und macht gute Laune.
  • Die Fotos von exotischen, aber entlegenen Landschaften sind ausgesprochen reizvoll? Leider sind sie Tausende Kilometer weit weg. Dann doch lieber die nächstgelegenen Wälder durchwandern; das kann sehr entspannend sein, eine aufwändige Anreise entfällt, Infomaterial über Wanderwege findet sich bestimmt im Netz.