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Detox

Wie viel Computer ist für Kinder gesund?

Wie sinnvoll sind Lernprogramme für Babys? Müssen Vorschulkinder bereits am Computer lernen und wie lange sollte ein Kindergartenkind maximal vor dem Bildschirm sitzen? Eltern von jüngeren Kindern treiben genau diese Fragen um.
Spätestens wenn andere Eltern in der Kita erzählen, was ihr Sprössling bereits alles am Computer gelernt hat, stellt sich unweigerlich die Frage: Was verpasst mein Kind, wenn es nicht schon im Kindergartenalter erste Erfahrungen mit Computer, Smartphone, Laptop und Co. gemacht hat?

Die Antwort ist ziemlich einfach: Nichts. Kleinkinder und Kindergartenkinder müssen nicht regelmäßig vor den Neuen Medien sitzen, um später als Erwachsene im Berufsleben mit dem Computer klar zu kommen. Allerdings mündet die halbe Stunde an Mutters Tablet im Wartezimmer des Kinderarztes auch nicht zwangsläufig in eine spätere Computersucht. Entscheidend ist vielmehr, wie Eltern ihr Kind an den Computer heranführen und was sie gemeinsam am Computer machen.

Wer seine Kinder frühzeitig mit allerlei technischem Schnickschnack ausstattet und sie damit quasi ruhig stellt, der tut ihnen nichts Gutes. Wenn Ihr zwei oder dreijähriges Kind aber Interesse an dem schwarzen Bildschirm auf Papas Schreibtisch hat, nehmen Sie Ihr Kind ruhig auf den Schoß und geben Sie ihm die Maus in die Hand. Den Mauszeiger an eine bestimmte Stelle zu bewegen, ist für kleine Kinderhände nicht so einfach und fördert die Motorik. Für diese ersten Erfahrungen sind altersgemäße Angebote sinnvoll, beispielsweise kleine Memory-Spiele, Puzzle oder interaktive Geschichten. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es auf dem Bildschirm sieht und macht und stellen Sie eine Verbindung zur Realität her.

Ein Beispiel: Erlebt das Kind in dem Computerspiel Abenteuer in einer Unterwasserwelt, dann besuchen Sie doch im Zoo oder Aquarium echte Haie, Delfine oder Meeresschildkröten. Wichtig ist, dass Computer, Tablet oder Smartphone immer nur eine Spielmöglichkeit unter vielen darstellen. Es darf auf keinen Fall die Zeit darunter leiden, die das Kind sonst mit dem Herumtollen in der Natur oder mit Freunden verbringen würde. Besonders jüngere Kinder haben nach dem Spiel am Computer einen erhöhten Bewegungsdrang. Planen Sie also gegebenenfalls einen Spielplatzbesuch im Anschluss ein und achten Sie darauf, dass Ihr Sprössling nicht zu lange vor dem Bildschirm sitzt. Bei Kindergartenkindern sollte eine halbe Stunde nicht überschritten werden.

Kinder lernen von Vorbildern

Es gibt zwar durchaus Lernprogramme für Babys ab sechs Monaten, doch bei so jungen Kindern macht das wenig Sinn. In dem Alter erforschen Kinder ihre Welt durch Tasten und Greifen besser als über einen flimmernden Bildschirm. Auch ältere Kinder, die wenig Interesse am Computer zeigen, müssen nicht unbedingt davor gesetzt werden. Kids im Kindergarten- oder Vorschulalter sollten den Umgang mit dem Gerät spielerisch und ohne Zwang lernen. Eine gute Lernumgebung, beispielsweise als Online-Angebot oder als Software, die offline genutzt werden kann, ermöglicht genau das. Sie erlaubt dem Kind ein eigenes Lerntempo, weckt die Phantasie und bietet Interaktivität. Allerdings kennen Kinder normalerweise noch nicht ihre Grenzen.

Hier sind wieder die Eltern gefordert, die klare Regeln für die Mediennutzung vorgeben: Wie lange darf am PC, Tablet oder Smartphone gespielt werden, zu welcher Uhrzeit und wie oft in der Woche. Falls es immer wieder Streit um die Regeln gibt, hilft es oft, die Kinder die Bedingungen mit festlegen zu lassen. Wenn auch das nichts nützt, ist manchmal eine medienfreie Zeit von einer oder zwei Wochen ratsam. Überhaupt sollte es immer mehrere freie Tage in der Woche geben, an denen das Gerät aus bleibt. Das gilt übrigens auch für Eltern: Kinder eifern den Erwachsenen nach und lernen von Vorbildern. Wenn Vater und Mutter jede freie Minute vor dem Laptop sitzen und jede Wartezeit mit dem Smartphone überbrücken, werden die Kinder das ebenfalls einfordern. Leben Sie Ihren Kindern also einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien vor – nur so kann das Kind eine gesunde eigene Haltung entwickeln.