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Detox

Zuckersucht – gibt es das wirklich?

Die Lust nach Süßem steckt in uns allen von Geburt an. Schließlich ist schon die nährende Muttermilch ein echtes Süßgetränk. In der Kindheit wirkt die kleine Süßigkeit als Trostpflaster bei einem aufgeschlagenem Knie. Und auch Erwachsene haben die Schokolade meist griffbereit, gilt sie doch als perfekte Nervennahrung.

Zucker liefert nicht nur schnelle Energie, er aktiviert auch das Belohnungszentrum im Gehirn. Bestimmte Botenstoffe sorgen nach dem Verzehr von Süßem für wohlige Gefühle. Das macht Lust auf mehr. Ist man dann etwa schon süchtig?

Zucker: Die Sucht nach guten Gefühlen

Das Gehirn braucht Zucker – das ist eine Tatsache. Der Grundbedarf erhöht sich noch einmal in Stresssituationen. Unter Stress ist der Griff zum Schokoriegel bekanntlich besonders beliebt. Doch hier beginnt ein Teufelskreis, denn der dauerhafte Zuckerkonsum verändert die Hirnchemie: Süße Gefühle werden ausgelöst durch die Freisetzung von körpereigenen Botenstoffen, die Entspannung, Leichtigkeit und wohlige Empfindungen signalisieren. Dieses Wohlgefühl wird fest mit dem Zuckerkonsum verknüpft, das Gehirn sozusagen auf Zucker programmiert. Damit entsteht eine doppelte Abhängigkeit, nämlich eine Sucht nach dem Stoff Zucker und gleichzeitig nach den damit verbundenen positiven Gefühlen.

Schmaler Grat zwischen Genuss und Missbrauch

In einem späteren Stadium wird der Genuss durch ein starkes Verlangen abgelöst. Schon das Rascheln des Schokoladenpapiers weckt Unruhe und das Bedürfnis nach sofortiger Befriedigung der Gelüste. Zucker ist der Stoff, der glücklich macht! Die Intervalle des Zuckerkonsums werden immer kürzer. Und ist mal nichts Süßes griffbereit, machen sich erste Entzugserscheinungen bemerkbar: Statt glücklich, entspannt oder leistungsfähig, fühlt man sich depressiv, abgeschlagen, unkonzentriert und gereizt. Jetzt besteht akuter Handlungsbedarf.

Realistische Ziele setzen

Ein kompletter Zuckerentzug von jetzt auf gleich erscheint verlockend, scheitert jedoch oft in der Praxis. Besser ist es, sich realistische Ziele zu setzen. Einige klare Grundregeln helfen. Man muss sie dann nur noch konsequent umsetzen. Eine solche langfristige Ernährungsumstellung beginnt mit kleinen Schritten. Das bewahrt vor allzu frustrierenden Rückfällen in alte süße Gewohnheiten. Hier unsere Tipps:

  • Zuckergetränke bekommen die rote Karte – Wasser und ungesüßte Tees löschen den Durst besser und gesünder
  • Bitterschokolade statt Milchschokolade – der bittere Geschmack hemmt die Lust auf Süßes
  • Kein absolutes Verbot für Süßes aussprechen – eine kleine Süßigkeit nur im Anschluss an eine gesunde Mahlzeit genießen und nicht dauernd zwischendurch essen
  • Frisch kochen mit viel Gemüse statt Fertigprodukte aufwärmen – so behält man den Überblick über den Zuckerkonsum
  • Keine Vorratshaltung bei Süßigkeiten – was nicht im Haus ist, wird auch nicht gegessen
  • Vollkornprodukte bevorzugen – sie beeinflussen den Blutzuckerspiegel weniger stark
  • Nüsse oder Äpfel für kleine Mahlzeiten bereithalten – Schoko- oder zuckerhaltige Müsliriegel sind tabu
  • Den Weg aus der Zuckersucht mit mehr Bewegung im Alltag unterstützen – Bewegung hat einen doppelten Nutzen: sie reguliert den Insulinstoffwechsel und erhöht den Kalorienverbrauch