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Entspannung

Lagom - Das Glück liegt in der Mitte

Lagom - Das liegt in der Mitte

Gerade richtig – das ist die Quintessenz von Lagom. Also nicht zu viel und nicht zu wenig, sondern genau so, wie es sein muss. Der goldene Mittelweg führt zu Zufriedenheit und Glück im Leben. Klingt fernöstlich, ist aber schwedisch.

Während die einen ihr Glück im Verzicht suchen und die anderen dem Trend zu Rekorden in allen Lebensbereichen nachjagen, setzt das schwedische Lagom auf Ausgeglichenheit und Harmonie. Das klingt zwar nicht besonders aufregend, ist aber die solide Basis für ein Leben in Zufriedenheit und Glück. Schon kleine Veränderungen im Alltag können viel bewirken. Jeder Lebensbereich eignet sich für den Einstieg.

Lagom im Privatleben

Nur echte Freundschaft zählt bei LagomIm Zeitalter von Facebook und Co. sind mehrere hundert Freunde schon fast ein Muss. Doch wer kann sich schon mit so vielen Leuten innig verbunden fühlen? Was wirklich zählt, sind die wenigen Freunde, zu denen über Jahre ein tiefes Vertrauen gewachsen ist. Also einfach mal die Social-Media-Kontakte durchgehen und kräftig auslichten. Und sich Zeit nehmen für die wirklich guten Freunde.

Quelle des Glücks: Lagom in Familie und Paarbeziehung

Ein gewisses Maß an Zurückhaltung bestimmt das Familienleben. Kinder werden nicht zu ständiger Konkurrenz erzogen, Angeberei ist verpönt. Auch muss ein Familientreffen nicht notwendig durch konfliktträchtige Themen wie Geld oder Politik aus dem Gleichgewicht gebracht werden. In wichtigen Lebensbereichen wie Sexualität gilt absolute Offenheit. Denn nur wer seine Wünsche kennt und benennt, kann eine glückliche Beziehung erleben.

Weder Luxus noch Geiz: Lagom ist bewusster Konsum

Niemand soll sich kasteien, doch Bescheidenheit ist Teil von Lagom. Wer auf schlichte und langlebige Produkte setzt, muss nicht jeden Trend mitmachen. Nachhaltig produzierte und fair gehandelte Produkte schonen die Umwelt und setzen soziale Standards. Und wer achtsam im Umgang mit Strom, Wasser und Heizenergie ist sowie auf Müllvermeidung setzt, der lebt Lagom. Es gilt: Weniger ist mehr.

Mit Lagom gesund genießen

Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis für eine gesunde Lebensweise. Einfache Gerichte selbst kochen geht im Lagom immer. Sie dürfen sich aber durchaus abwechseln mit kleinen kulinarischen Besonderheiten, die zwar selten, aber dafür umso intensiver genossen werden. Unverzichtbarer Bestandteil von Lagom ist allerdings die Kaffeepause, Fika genannt, eine rituelle Unterbrechung des Alltags.

Praktisch und langlebig: Kleidung im Stil von Lagom

Für viele ein leichter Einstieg in Lagom: Die meisten Kleiderschränke quellen über von nicht getragenen Kleidungsstücken. Gründliches Aussortieren schafft Übersicht und Entspannung. Kleidung darf gern praktisch, bequem und zurückhaltend sein, auch bei offiziellen Anlässen. Achten sollte man allerdings auf gute Materialien und Qualität.

Schlicht und persönlich: Einrichten mit Lagom

Genau das Richtige, also Lagom, liegt hier zwischen einem Überfrachten der eigenen vier Wände und absoluter Kargheit, die meist kalt und leblos wirkt. Dezente Zurückhaltung bringt viel Ruhe ins Zuhause. Ausgewählte persönliche Dinge geben einen individuellen Charakter, sind jedoch alles andere als protzig. Und die genau passende Beleuchtung setzt alles ins richtige Licht.

Mäßig, aber regelmäßig: Lagom in Bewegung

Extremsport muss nicht sein. Die Jagd nach Rekorden, um damit angeben zu können, liegen der schwedischen Lagom-Lebensweise fern. Häufige Spaziergänge in der näheren Umgebung, Radfahren zur Arbeit oder zum Einkaufen jedoch gehören ganz selbstverständlich zu Lagom, verbinden sie doch eine gesunde mit einer umweltfreundlichen Lebensweise.

Lagom – Arbeiten in der goldenen Mitte

Arbeiten Teams im Lagom-Modus effizienter, zielsicherer und doch viel geruhsamer und stressfreier? Wenn Lagom das Arbeitsklima bestimmt, sieht vieles anders aus. Sogar Meetings in Überlänge bleiben entspannt. Das könnte an Fika liegen, der institutionalisierten Kaffeepause. Die ist ein festes Ritual in der schwedischen Arbeitswelt.

Lagom ist keineswegs nur schmückendes Beiwerk im Arbeitsalltag, es ist vielmehr tief verwurzelt in der schwedischen Mentalität. Schon als die Wikinger gemeinsam am Lagerfeuer saßen, war der Becher genau im rechten Maß befüllt, nämlich so, dass jeder Mann der Runde einen gleich großen Schluck bekommen konnte. Selbst Trinken war Teamarbeit.

Lagom macht Teams stark und erfolgreich

Im Team bringt jeder seine individuellen Fähigkeiten ein. Gemeinsam werden dann die Aufgaben angegangen und gelöst. Das funktioniert am besten, wenn jeder sich ein wenig zurücknimmt und das Team mit aller Kraft unterstützt. Auch Erfolge werden gemeinsam gefeiert, sie bleiben nicht das Verdienst einzelner Mitarbeiter. Teamsitzungen sind ein sehr wichtiger Bestandteil des Arbeitsalltags. Hier wird gemeinsam um einen Kurs gerungen, den jeder mittragen kann und will. Wenn die Debatten mal länger dauern, sorgt eine besondere Form der Kaffeepause für Erholung. Wichtig für den Arbeitserfolg ist eine faire und vertrauensvolle Atmosphäre.

Lagom: Individualität und Teamgeist in Balance

Für ausgesprochene Selbstdarsteller ist kein Platz in einem durch Lagom geprägten Arbeitsalltag. Jeder übt sich in Zurückhaltung und stellt sich ganz in den Dienst des Teams. Das bedeutet zwar manchmal einen Verzicht auf ein dickes Lob für den Einzelnen. Andererseits wird ein individueller Fehler auch nicht durch ein Übermaß an Kritik aufgebauscht. Ausgeglichenheit bestimmt den Arbeitsablauf. Doch dabei geht die Individualität nicht im Team unter. Lagom ist keine Form von Gleichmacherei. Die eigene Glaubwürdigkeit wird keinesfalls aufgegeben, auch wenn das mal unbequem sein kann und dadurch ein Arbeitsgespräch Überlänge bekommt. Ein „Nein" bedeutet nein und Zusagen werden eingehalten. Nur das schafft Vertrauen.

Gemeinschaftlich und kreativ: Fika – die Kaffeepause

Fika ist die Kaffeepause in Reinform. Der Begriff ist vermutlich entstanden durch die bloße Vertauschung der Silben vom schwedischen 'kaffi', Kaffee. Neben einer großen Tasse Kaffee – der nur selten durch Tee ersetzt wird – gehören ein paar Kekse, ein kleines Gebäckstück oder ein herzhaft belegtes Brot in den allermeisten Fällen dazu. Mindestens 15 Minuten sollte die Pause dauern. Fika ist immer gesellig. Es werden allerdings keine Arbeitsprobleme unter Kollegen gewälzt. Vielmehr ist Zeit zum Abschalten, Plaudern und Entspannen. Die kleine Pause verbessert so das Miteinander im Team und beflügelt gleichzeitig die Kreativität. Im Anschluss geht die Arbeit viel leichter von der Hand.