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Familie

Gesundheitserziehung beginnt in der Familie!

Was Fritzchen nicht lernt ...

Kindergarten und Schule sind wichtige Erziehungsinstanzen, doch das Elternhaus prägt den Menschen entscheidend. Was für allgemeine Dinge wie gute Umgangsformen, Lerneifer und Weckung von Interessen gilt, gilt im ganz besonderen Maße für die Erziehung zu gesundheitsbewusstem Verhalten.

Vorbild sein – gar nicht so einfach

Das Elternhaus wirkt weniger durch Belehrungen und Unterrichtseinheiten als vielmehr durch das Vorbild von Mutter und Vater. Der Nachwuchs orientiert sich bereits in der Kleinkindphase und oft bis zum Beginn der Pubertät ganz klar am Vorbild der Eltern. Wenn die Eltern nicht regelmäßig und ausgiebig Zähne putzen, nützt es nicht, Sohn oder Tochter zum regelmäßigen Griff zur Zahnbürste anzuhalten. Gleiches gilt für den Bereich Ernährung: Warum sollte ein Kind sich jemals für gesunde Ernährung interessieren, wenn die Eltern selbst lieber Fetthaltiges aus der Imbissbude essen? Eltern, die aus Überzeugung Vorbild sein möchten, können diesen Vorsatz übrigens prima dazu nutzen, eigene Verhaltensweisen zu überdenken!

Wie wär’s – wollten Sie nicht schon längst beginnen, Sport zu treiben? Oder endlich mit dem Rauchen aufhören? Oder sich nicht mehr so stressen lassen? Gerade der letztgenannte Punkt wird immer wichtiger: Hohe Anforderungen an die Jüngsten führen bereits im Grundschulalter zu echten Stresssymptomen. Seien Sie als Erwachsene auch hier Vorbild und leben Sie Entspannungsphasen vor!

Eltern sind Vorbild in der Gesundheitserziehung!

  • Ausreichend Bewegung
  • Gesunde Ernährungsweise
  • Auf den Körper und seine Signale achten
  • Verzicht auf Genussgifte wie Alkohol und Nikotin
  • Arztbesuche im Krankheitsfall und zur Vorsorge
  • Regelmäßiges Zähneputzen und Körperhygiene
  • Genügend freie Zeit zur Entspannung
  • Gefahrenprävention in Haushalt und Verkehr
  • Ruhe statt Hektik

Aus der Sicht des Kindes denken

Manche elterlichen Verhaltensweisen sind für Kinder einfach unbegreiflich. Kinder begeistern sich nun einmal oft sehr für süße, weiche Snacks aus dem Kühlregal – wenn Mutter oder Vater abnehmen wollen und statt der kleinen Kalorienbomben aus dem Kühlregal verdrießlich eine Möhre knabbern, verstehen Kinder das nicht (es sei denn, sie mögen Möhren). Erklären die Eltern ihrem Kind dann den hohen gesundheitlichen Wert einer Mohrrübe, wird das Kind fortan allenfalls Gesundheit mit unangenehmen Geschmackserlebnissen assoziieren, aber nicht von sich aus gern zum Gemüse greifen.

Kleine Tricks bieten sich an, um Kinder für Möhren zu interessieren:

Man schaut sich gemeinsam mit dem Kind – in natura oder im Bilderbuch – an, wie gern kleine Hasen Möhren futtern. Oder man kauft das Gemüse frisch ein und bereitet es gemeinsam zu – vielleicht zu einem kleinen Rohkostsalat. Die Freude an der gemeinsamen Zubereitung macht Kinder neugierig. Damit wird im zentralen Erziehungsschwerpunkt „Gesundheit und Ernährung“ vieles leichter.

Gefahren einschätzen lernen

Ein weiterer wichtiger Bereich der Gesundheitserziehung ist die Gefahrenprävention. Viele Unfälle mit kleineren Blessuren über Verbrühungen und Verbrennungen bis hin zu Knochenbrüchen und Schädel-Hirn-Traumata ließen sich vermeiden, wenn die Eltern etwas weniger sorglos wären. Wiederum ist das Vorbild entscheidend. Wenn die Eltern zu riskanter Fahrweise neigen, wird sich auch der Nachwuchs auf den ersten Ausflügen mit dem Fahrrad nicht unbedingt verkehrsgerecht verhalten.

Umgekehrt kann eine verantwortungsbewusste Verkehrserziehung gar nicht früh genug einsetzen:

Bleiben die Eltern stehen und schauen nach rechts und links, bevor sie die Straße überqueren, wird dies auch dem dreijährigen Nachwuchs in Fleisch und Blut übergehen.

Ebenso wichtig ist die vorausschauende Planung:

Man lässt nichts liegen, was in Kinderhand gefährlich werden könnte und macht riskantere Wohnungsbereiche wie Treppen, Medikamentenschränkchen, Steckdosen und Küche durch geeignete Maßnahmen kindersicher. Fast noch wichtiger ist es, nichts überhastet oder in übertriebener Eile zu tun, sondern alles bedächtig und mit Ruhe zu erledigen. Denn Hektik ist eine der Hauptgefahrenquellen in Haushalt und Straßenverkehr. Wieder wirkt das elterliche Vorbild.

Angst vor dem Arztbesuch nehmen

Nun ist es natürlich so, dass auch die umsichtigste und verantwortungsvollste Erziehung nicht verhindern kann, dass Kinder ab und an erkranken und ein Arztbesuch fällig wird. Zwar kennen Kinder die Arztpraxis schon aus den Vorsorgeuntersuchungen, doch sind auch die ja nicht immer angenehm und stressfrei. Es ist daher wichtig – auch mit Blick auf in späteren Lebensaltern notwendig werdende Arztbesuche –, einen Zusammenhang herzustellen zwischen „Arzt“ und „wieder gesund werden“. Dieses Erlebnis kann durch die Auswahl einer bewusst kinderfreundlich eingerichteten Praxis und eines sympathisch wirkenden Praxisteams verstärkt werden.