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Familie

Väter sind wichtig!

Väter sind wichtig – Mütter natürlich auch

Doch in den letzten Jahrzehnten hat man sich in den westlichen Industrienationen fast schon daran gewöhnt, die Bedeutung der Mutter in der Erziehung, als Bezugsperson und als Vorbild gegenüber der Bedeutung des Vaters höher anzusetzen. Dabei darf allerdings auch nicht übersehen werden, dass manche Väter sich geradezu chronisch vor jeder Verantwortung drücken. Dieser Artikel möchte Mut machen: den Müttern, dem Vater des Kindes mehr Verantwortung zu überlassen; den Vätern, diese Verantwortung bereitwillig anzunehmen und sich nicht zu drücken. Denn sowohl Söhne als auch Töchter brauchen für ihre Entwicklung den Vater. Und zwar nicht den Wochenenddaddy, der sein sonstiges Desinteresse und häufige Abwesenheiten durch materielle Zuwendungen kompensieren möchte, sondern den richtigen Vater: den Mann, der als Vorbild, als – wenn nötig auch mal strenger – Erzieher und manchmal auch als Freund da ist, wenn man ihn braucht.

Unterschiede zwischen Müttern und Vätern basieren auf Unterschieden zwischen Männern und Frauen

Wer sich heute auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern beruft, hat es nicht leicht. Im Zuge einer allgemeinen Tendenz zur Gleichmachung drohen auch die Unterschiede zwischen Müttern und Vätern auf der Strecke zu bleiben. Im Sommer 2010 etwa regte der Europarat an, die Begriffe Vater und Mutter zu ersetzen – Vater und Mutter sollen künftig als „das Elter“ bezeichnet weden. Der Kunstbegriff „das Elter“, der ursprünglich aus der Genetik stammt und teilweise auch in der Amtssprache Anwendung findet, negiert einen Unterschied, den gerade die Neurowissenschaft in jüngster Zeit als fundamental erkannt hat: Männer denken, fühlen und handeln aufgrund hirnorganischer Strukturen anders als Frauen. Und umgekehrt. Frauen bringen auch keine geschlechtsneutralen Wesen zur Welt, sondern eben männliche und weibliche Kinder, in deren Gehirnen, so die Aussage von Neurowissenschaftlern, die Unterschiede bereits vorgeprägt sind. Diese Unterschiede werden also nicht erst durch die Erziehung und durch kulturelle Vorgaben erzeugt. Natürlich gibt es Fälle, in denen Männer wie Frauen und Frauen wie Männer empfinden, doch das ist die Ausnahme von der wissenschaftlich bestätigten Regel.

Können Kinder ohne Vater aufwachsen?

Keine Frage: Kinder können prinzipiell auch ohne Vater aufwachsen, wie beispielsweise das Schicksal von Halbwaisen nachdrücklich belegt. Und ohne jede Frage gelingt es vielen Müttern bestens, ihre Kinder auch ohne Vater großzuziehen. Gewiss ist auch nicht die Anwesenheit des biologischen Erzeugers erforderlich – sofern eine männliche Vaterfigur als Ersatz da ist. Denn dieser männliche Part scheint wichtig zu sein. In England durchgeführte Untersuchungen an 19.000 zwischen 2000 und 2001 geborenen Kindern belegen, dass Kinder sich dann am besten entwickeln, wenn der Vater häufig anwesend ist. Nimmt der Vater sich viel Zeit für den Nachwuchs, sinkt das Risiko von Entwicklungsstörungen – untersucht wurden in dieser EOC-Studie emotionale Symptome, Verhaltensprobleme, Hyperaktivität, Verhalten in der Gruppe. Die Verantwortung der Väter beginnt streng genommen nicht erst mit der Geburt, sondern mit der Zeugung. Raucher und Alkoholiker beispielsweise setzen ihren Nachwuchs durch geschädigte Spermien einem hohen Risiko von körperlichen und geistigen Schädigungen aus.

Als Vater wieder wichtig werden

Was aber zeichnet den „richtigen“ Vater aus? In früheren Jahren gab es eindeutige Antworten: Ein richtiger Vater hatte ein perfekter Handwerker zu sein, Autorennen zu lieben, Sinn für abenteuerliche Unternehmungen zu haben. Diese Rollenzuweisung scheint heute überholt zu sein. Es kommt nämlich nicht auf solch konkrete Inhalte an, sondern nur darauf, sich Zeit zu nehmen, um die Welt gemeinsam zu erkunden! Es gibt so vieles zu entdecken und zu begreifen. Und für Kinder beiderlei Geschlechts es ist wichtig, sowohl die spezifisch mütterliche als auch die spezifisch väterliche Sichtweise kennenzulernen. Oft ist ein Elternteil beispielsweise eher rational, der andere Elternteil eher emotional ausgerichtet – in der Ergänzung beider Perspektiven erst erfährt das Kind eine vertiefte Sicht auf die Welt.

Fachbücher

Wissenschaftliche Fachbücher zum Thema:

Stefan Lautenbacher, Onur Güntürkün, Markus Hausmann (Herausgeber):
Gehirn und Geschlecht. Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann
49,95 Euro

Doris Bischof-Köhler:
Von Natur aus anders. Die Psychologie der Geschlechterunterschiede,
27 Euro

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