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Gut zu wissen

Erleben Sie Ihr lila Wunder!

Innerlich, äußerlich und auf dem Teller: Echter Lavendel ist vielseitig

Bei Lavendel denken viele Menschen zunächst oft an Omas Kleiderschrank. Oma wusste nämlich, dass die Abwehr von Motten und Insekten zu den bekanntesten Wirkungen des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia oder Lavandula officinalis) zählt. Deshalb legte sie gern ein Säckchen mit Lavendelblüten zwischen die Wäsche. Heute hat der Lavendel sich als vielfältig nützliche Aroma- und Heilpflanze und sogar als kulinarische Zutat längst Einsatzbereiche außerhalb des Kleiderschrankes erobert.

Wenn Sie Lavendelpflanzen oder Lavendelöl kaufen möchten, achten Sie bitte darauf, den Echten Lavendel und nicht etwa den Hybridlavendel, auch als Lavandin bekannt, zu bekommen. Was man in Südfrankreich in Gestalt riesiger Felder zu Gesicht bekommt, ist meist nur der Hybridlavendel. Er enthält eine deutlich geringere Wirkstoffkonzentration und wird hauptsächlich für preiswerte Duftwässerchen und Seifen eingesetzt. Ob als Öl oder Pflanze: Echten Lavendel erkennt man auch am höheren Preis.

Beruhigende, entkrampfende Wirkung

Das durch Wasserdampfdestillation aus den blauvioletten Blüten gewonnene Lavendelöl kann – innerlich oder in der Aromatherapie – zur Bekämpfung nervöser Erschöpfung, innerer Unruhe, von Angstzuständen und Einschlafstörungen und sogar von Blähungen und nervösen Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden eingesetzt werden. Auch als Zusatz des Badewassers hat Lavendel eine beruhigende Wirkung auf Körper und Seele und dient dort auch zur Therapie funktioneller Kreislaufstörungen. Meist werden für die innere Verabreichung ein bis vier Tropfen empfohlen.

Entzündungshemmende Wirkung

Äußerlich verwendet man Lavendelöl aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung zu Einreibungen bei rheumatischen Beschwerden, zur Desinfektion kleiner Wunden und kann es auch auf Insektenstiche tupfen. Seine antibakteriellen Eigenschaften machen den Lavendel auch zu einem Bestandteil von Lösungen zur Mundraum- und Rachenspülung. Bereits in geringen Konzentrationen kann Lavendelöl Hefe- und Fadenpilze abtöten und so – vor allem vorbeugend – gegen Hautund Nagelpilzerkrankungen eingesetzt werden. Im seltenen Einzelfall kann Lavendel allergische Reaktionen hervorrufen, bei extremer Überdosierung auch leicht narkotisierend wirken. Im Allgemeinen ist Echter Lavendel aber bestens verträglich. Die seit einiger Zeit im Handel erhältlichen Pillenzubereitungen mit Lavendelauszügen sind übrigens in keiner Weise besser oder wirksamer als Lavendelöl oder Teezubereitungen mit Lavendel.

Insekten mögen ihn nicht, Feinschmecker hingegen sehr

Zwar sind die Blüten des Echten Lavendels bei Bienen wegen des hohen Zuckergehaltes des Blütennektars sehr beliebt, doch viele andere Insekten mögen den Lavendel überhaupt nicht. Man kann ihn deshalb beispielsweise zur Abwehr von Schadinsekten wie Motten und Mücken einsetzen (als Zeckenschutz, wie gelegentlich empfohlen, taugt Lavendel nicht sonderlich). Äußerst gern gesehen ist der Echte Lavendel auch in der Küche. Das an Rosmarin erinnernde bitter-würzige Aroma macht die Blätter, jungen Triebe und auch die Blütenstände zum idealen Begleiter für Eintöpfe, Fisch-, Geflügel- und Lammgerichte, Suppen, Saucen und Salate. Sogar in Desserts lässt der Lavendel sich kreativ einsetzen. In der Gewürzmischung Herbes de Provence sind immer auch Lavendelblüten enthalten.