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Gut zu wissen

Erst lesen. Dann schlucken!

Wie heißt es immer? „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!" Doch wann macht man das schon? Muss das überhaupt sein?

Die Einnahme von Medikamenten ist für viele Menschen so alltäglich wie das Frühstück am Morgen. Rein rechnerisch verbraucht jeder Deutsche pro Jahr etwa 26 Packungen Arzneimittel. Der weitaus größere Teil davon geht ohne ärztliche Verordnung über den Tisch. Fast drei Viertel aller Menschen in Deutschland führen unterwegs oder am Arbeitsplatz mindestens eine Arznei mit sich. Vor allem Frauen ist es wichtig, sich im Bedarfsfall schnell helfen zu können. Deshalb hat nahezu jede zweite Kopfschmerztabletten oder andere Schmerzmittel dabei. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der pronova BKK*. Dabei werden die Arzneien oft nicht sachgerecht gelagert oder sind bereits abgelaufen. Doch es gibt ein weiteres Problem: Frei verkäufliche Arzneimittel, darunter wiederum besonders Schmerzmittel, werden oft allzu bedenkenlos und jederzeit eingenommen. Sie gelten gemeinhin als harmlos. Wieso sollte man sich da die Mühe machen, den Beipackzettel zu lesen, sich in ein langwieriges Gespräch mit dem Apotheker verwickeln oder gar noch Rücksprache mit dem behandelnden Arzt wegen anderer verordneter Medikamente halten?

Hier einige gute Gründe, warum man es vielleicht doch tun sollte:

  • Weil nur die richtige Einnahme die optimale Wirksamkeit garantiert und effektiv vor unerwünschten oder sogar gefährlichen Nebenerscheinungen schützt
  • Weil die Einnahme zur richtigen Tageszeit sich am besten in den Biorhythmus einfügt – so werden die Wirksamkeit erhöht und die Nebenwirkungen minimiert
  • Weil gerade bei einer Mehrfachmedikation das Risiko für Wechselwirkungen um so mehr ansteigt, je mehr Präparate genommen werden
  • Weil viele Medikamente auch Wechselwirkungen mit gängigen Nahrungsmitteln (z.B. Milch) eingehen – dabei kann die Wirkkraft verstärkt, deutlich herabgesetzt oder sogar komplett aufgehoben werden
  • Weil auch vermeintlich harmlose Medikamente müde machen und die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr erheblich einschränken können
  • Weil bei einer vorliegenden Unverträglichkeit gegen einen Arzneiwirkstoff das Präparat überhaupt nicht eingenommen werden darf
  • Weil die Zahl der Sterbefälle infolge von gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen mit bis zu fast 60.000 erschreckend hoch ist und auch bis zu zehn Prozent der Notaufnahmefälle in Krankenhäusern wegen Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten erfolgen

Das sollten Sie bei der Einnahme von Medikamenten unbedingt beachten

Der richtige Einnahmezeitpunkt – also morgens, mittags oder abends – gewährleistet, dass die Wirksubstanz optimal vom Körper aufgenommen werden kann. Alle Medikamente am besten mit Leitungswasser einnehmen, die Kombination mit Grapefruitsaft, Milch, Kaffee oder gar Alkohol beeinträchtigt viele Medikamente in ihrer Wirksamkeit: Grapefruit kann Medikamente verstärken, Bestandteile aus Milch oder Kaffee bilden unlösliche Komplexe mit Wirksubstanzen, Alkohol verlangsamt den Abbau von Arzneistoffen.

Wer wegen chronischer Erkrankungen regelmäßig Präparate nimmt, sollte auch bei dem Kauf frei verkäuflicher Mittel immer mit dem Apotheker Rücksprache halten und nach möglichen Wechselwirkungen fragen. Der Beipackzettel ist mitunter lang und mit den darin angesprochenen möglichen Nebenwirkungen möchte man sich oft gar nicht belasten. Das ist jedoch der falsche Weg, denn Reaktionen auf Arzneistoffe können mitunter gefährlich sein. Und sie sollten immer dem behandelnden Arzt gemeldet werden.

Im Arztgespräch werden bei verordneten Arzneimitteln Einnahmeregeln gründlich besprochen. Doch später bei der ersten Einnahme sind diese vielleicht nicht mehr präsent. Bei Unsicherheiten unbedingt noch einmal nachfragen, gern und jederzeit auch bei der pronova BKK. Sie erreichen die Gesundheitsberatung der pronova BKK unter der Nummer 0621 53391-4911. Rufen Sie uns an. Tag und Nacht. An 365 Tagen im Jahr.

Das steht auf dem Beipackzettel

Gegenanzeigen: In bestimmten Lebenssituationen wie z. B. bei einer Schwangerschaft oder bei bereits bestehenden Erkrankungen oder Empfindlichkeiten gegen bestimmte Stoffe dürfen manche Arzneien nicht eingenommen werden.

Nebenwirkungen: Manche Medikamente habe zusätzlich zu ihren erwünschten Wirkungen auch unerwünschte. Manche treten häufig, andere nur selten auf. Wenn Sie Nebenwirkungen beobachten, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wechselwirkungen: Medikamente können in ihrer Wirkung durch andere Arzneien oder durch bestimmte Lebensmittel verstärkt werden oder aber an Wirksamkeit einbüßen.

* Die Befragung „Männer-/Frauengesundheit 2018" wurde im Frühjahr 2018 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Bundesweit wurden bevölkerungsrepräsentativ dazu 2.000 Bundesbürger befragt. Die komplette Studie finden Sie unter: www.pronovabkk.de/studien