Menü Menü schließen

Gut zu wissen

Gesunder Frühjahrsputz für SIE und IHN

Wahrscheinlich gehört der Frühjahrsputz neben Skiabfahrten in Lawinengebieten zu den gefährlichsten Tätigkeiten, die man im März ausüben kann. Jahr für Jahr verunglücken in Deutschland rund zwei Millionen Menschen im Haushalt, überwiegend sind Stürze die Unfallursache, gefolgt von Vergiftungen. Rund 8.000 dieser häuslichen Unfälle gehen tödlich aus – das sind doppelt so viele Todesfälle wie im Straßenverkehr. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den unfallträchtigen Frühjahrsputz nicht nur heil überstehen, sondern zusätzlich von ihm profitieren.

Unfallursachen erkennen und vermeiden

Der Klassiker des Haushaltsunfalls ist der Sturz von der Leiter oder vom Fensterbrett. Hier hilft Sorgfalt meist entscheidend weiter: Steht die Leiter sicher oder kippelig? Muss die gefährliche Fensterbankakrobatik wirklich sein – oder lassen sich die Scheiben eventuell auch anders putzen? Zur Not könnte man für ein paar Euro einen Fensterputzprofi ranlassen, anstatt Kopf und Kragen zu riskieren. Das ist auf jeden Fall günstiger als ein Bein- oder Beckenbruch. Weitere Unfallursache sind Stolperfallen – im Eifer des Gefechts bleibt der Staubsauger liegen, während man zwischendurch an drei anderen Putzfronten aktiv ist. Dann klingelt irgendwo am anderen Ende der Wohnung das Telefon, man eilt hin – und zack, schon ist es passiert. Auch vor solchen Fallen schützen Mitdenken und bedächtiges Arbeiten.

Chemiewaffen – auch in Ihrem Haushalt!

Wenn Sie den groben Teil mit Besen, Wischmopp und Staubsauger heil überstanden haben, geht es an den Einsatz mit Haushaltschemikalien. Manche dieser Substanzen sind schon von Haus aus haut- oder atemwegsreizend. Doch wenn man sie mit anderen Reinigungsmitteln zusammen anwendet, entstehen oft wahre Giftgasschwaden. Deshalb: Lesen Sie gründlich, was auf den Etiketten steht und nehmen Sie es unbedingt ernst – es dient Ihrer Gesunderhaltung! Besser noch: Sehen Sie sich nach umweltfreundlicheren Alternativen um. Schimmel lässt sich beispielsweise am effektivsten mit handelsüblicher Essigessenz bekämpfen. Auch Essigessenz ist nicht ohne Risiken, wenn man sie in die Augen bekommt, aber doch im Vergleich zu den schweren Chemiegeschützen an der Haushaltsfront einigermaßen harmlos. Generell: Lüften Sie gründlich, wenn Sie mit aggressiven Haushaltsreinigern arbeiten.

Falls Sie der Meinung sind, dass umweltfreundliche Reinigungsmittel nicht gründlich genug reinigen – vielleicht sind Ihre Sauberkeitsansprüche zu hoch? Muss wirklich alles immer so blitzblank sein wie in der Werbung? Und bakterienfrei womöglich auch? Dann sollten Sie bedenken, dass die antibakteriellen Reinigungsmittel kaum halten, was sie Ihnen versprechen und überdies – weil ihr Großflächeneinsatz hilft, Resistenzen herauszubilden – auch gefährlich für Sie und andere Menschen sind.

Auf die Kinder achten

Natürlich müssen Sie auch an unbeteiligte Dritte denken, wenn Sie sich ans Großreinemachen begeben. Kinder finden bunte Haushaltsreinigerflaschen oft unheimlich spannend. Oder weit offenstehende Fenster im dritten Stock. Und Leitern, auf die mal eben klettern kann, auch. Versuchen Sie, die Welt mit den Augen Ihrer Kinder zu sehen. Dann können Sie manches Unglück verhindern.

Haushaltsputz als Bewegungstraining

Zum Schluss ein Aspekt, der den Frühjahrsputz als wahren Gesundbrunnen erweist – zumindest für alle, die sich zu wenig bewegen. Saubermachen ist ein wahres Bewegungswunder! Sie bücken sich, Sie strecken sich, Sie bewegen Beine, Hüften, Schultern und Arme, beanspruchen jeden Muskel Ihres Körpers und verbrauchen in einer Stunde mindestens so viel Kalorien wie einer Stunde Fitnessbude. Falls Sie also so gar keine Lust zum Putzen verspüren – nehmen Sie's einfach sportlich!