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Gut zu wissen

Ich schaff das schon! Im Alter länger jung bleiben

Während kleine Kinder ihrer Umwelt gern beweisen möchten, was sie schon alles können, möchten viele Senioren und Seniorinnen gern zeigen, was sie noch alles können. Das ist ein sehr gesunder Instinkt. Denn wer die Fäden in der Hand behält und lange mitmischt, schafft beste Voraussetzungen, lange fit zu bleiben. Körperlich, seelisch und geistig.

Haushalt und Garten

Natürlich wäre es bequemer, eine Haushaltshilfe zu engagieren oder die eigenen Kinder einzuspannen. Doch die Kindergeneration steht meist mitten im Erwerbsleben und hat oft schon genug damit zu tun, ihr eigenes Leben zu regeln. Und eigentlich spricht auch gar nichts dagegen, selbst Hand anzulegen. Im Gegenteil: Wenn man es körperlich noch schafft, ist Gartenarbeit ein wahres Lebenselixier. Wenn man dann auch noch darauf achtet, sich richtig zu bücken und Lasten richtig anzuheben, können Säen, Pflanzen, Ernten, Harken, Umgraben, Strauchschnitt und Rasenmähen das Jahresabo im Fitnesscenter mühelos ersetzen. Auch die selbstständige Organisation und Erledigung der Hausarbeit trägt viel dazu bei, lange fit zu bleiben. Natürlich nur, solange man all das bewältigen kann. Doch wenn man gesund ist, fordern die anfallenden Arbeiten das Konzentrationsvermögen, stärken die Gedächtnisleistung und sind wiederum mit zusätzlicher Bewegung verbunden. Hinsichtlich der Erhaltung der geistigen Fähigkeit sind solche alltagspraktischen Tätigkeiten jedem Gehirnjogging überlegen. Denn der Geist, der sich lebensnah im Alltag bewähren muss, wird auf sehr vielen Ebenen herausgefordert, während Sudoku & Co das Denkvermögen recht einseitig fordern.

Hilfe bei der Kindererziehung anbieten

Hat man Enkelkinder in der Nähe wohnen, bietet es sich geradezu an, Verantwortung zu übernehmen und Hilfestellung im Alter zu leisten. Vor allem dann, wenn die eigenen Kinder beruflich stark gefordert sind, wird ein solches Hilfsangebot meist sehr willkommen sein. Achten Sie nur darauf, dass Sie die elterliche Oberhoheit in Erziehungsfragen respektieren – pfuschen Sie den Kindseltern niemals ins Handwerk. Der Umgang mit Kindern hält jung – man nimmt am Leben der Kleinen teil, teilt ihre Sorgen, Wünsche und Hoffnungen und sieht die Welt aus einer ganz anderen Sicht als der gewohnten Erwachsenenperspektive. Derartige Perspektivenwechsel sind das Beste, was man für den Erhalt der geistigen Regsamkeit tun kann. Und für körperliche Bewegung ist auch gesorgt: Begleitgänge zum Kindergarten oder zur Eingangsklasse der Grundschule, zum Spielplatz, ins Schwimmbad oder kleine Radtouren sorgen für ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm. Und lassen Sie die Kleinen ruhig von Ihrem Erfahrungsschatz und Ihren Erlebnissen profitieren – solange Sie frei und offen berichten, ohne permanent über erlittene Notzeiten zu jammern, werden Ihre Enkelkinder Ihnen gebannt zuhören. Haben Sie keine Enkelkinder oder wohnen diese in weiter Ferne, können Sie sich auch in der Nachbarschaft als Ersatzoma oder Ersatzopa anbieten. Solche Aktivitäten können jedoch auch ganz schön anstrengend sein – gönnen Sie sich selbst deshalb immer wieder kleine Auszeiten.

Bleiben Sie offen für Neues

Was den Umgang mit älteren Menschen für Jüngere oft deprimierend macht, ist der Eindruck, das Senior oder Seniorin die ihnen verbleibende Zeit nur noch absitzen. Man hat mit dem Leben – auch wenn man noch gesund ist – innerlich abgeschlossen, man möchte wohl noch lange leben, aber neue Erfahrungen sind nicht wirklich willkommen. Natürlich können Sie jedes Jahr auf den seit Jahrzehnten vertrauten Campingplatz auf der Ostseeinsel Fehmarn fahren. Manchmal kann es aber auch spannend sein, ein kleines Kontrastprogramm zu erleben. Es muss ja keine Fernreise sein. Der Bodensee, die Havelseen oder Hochschwarzwald, Harz und Allgäu sind attraktive Alternativen, die Ihnen gänzlich neue Seherlebnisse und Erfahrungen bescheren werden. Auch in der Ernährung können Sie experimentierfreudig sein. Warum nicht mal exotische Küche ausprobieren? Die sehr gemüsereichen Speisen aus dem südostasiatischen Raum beispielsweise können die meist eher fettreiche deutsche Hausmannskost ein wenig auflockern. Und wenn Sie unsicher sind im Umgang mit Bambussprossen, Ingwerknolle und Mungbohnen, besuchen Sie einfach einen Kochkurs an der örtlichen Volkshochschule. Dort lassen sich nebenbei sogar noch neue Sozialkontakte knüpfen. Das Leben wartet nur auf Sie!