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Gut zu wissen

Medikamente: Auswirkungen auf Verkehr und Arbeit

Etwa 20 Prozent aller Medikamente haben Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit. Was viele nicht wissen: Auch gängige freiverkäufliche Präparate wie Schmerzmittel, Erkältungsmittel oder Appetitzügler können die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sowie die zum Bedienen von Maschinen und Anlagen einschränken.

Müdigkeit, Benommenheit, Unwohlsein, eine Beeinträchtigung der Konzentration, der Sehfähigkeit oder des Gleichgewichts, also typische Nebenerscheinungen vieler Medikamente, sind gefährliche Begleiter am Steuer oder bei der Arbeit an Maschinen.

Vorsicht im Umgang mit Medikamenten

Medikamente sind zwar oft wichtiger Bestandteil einer Therapie, doch können sie die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Das gilt besonders bei unsachgemäßer Anwendung und Überdosierung. Die sichere Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen am Arbeitsplatz können dabei zu einem großen Risiko werden. Selbstkontrolle und Urteilsvermögen sind gemindert bei zahlreichen Arzneimitteln, die auf das Gehirn wirken: Schmerzmittel, Mittel gegen Allergien, Asthma, Epilepsie, Diabetes, Bluthochdruck, Erkältungsmittel, Augenheilmittel und besonders auch Antidepressiva, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Aufputschmittel gehören in diese Kategorie.

Gerade in der Selbstmedikation ist Vorsicht geboten. Bei chronischen Krankheiten gewährleistet nur eine optimal eingestellte Medikation die sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Blutdruckpatienten oder Diabetiker sollten ihre Arzneimittel immer wie verordnet einnehmen und niemals eigenmächtig die Dosierung ändern oder die Medikamente ganz weglassen, wenn sie sich und ihre Mitmenschen nicht gefährden wollen.

Teilnahme am Straßenverkehr

Nicht nur Autofahrer, auch Radfahrer und Fußgänger müssen hellwach und hochkonzentriert sein, wenn es darum geht, Risiken und Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren. Einige Präparate enthalten beträchtliche Mengen an Alkohol. Wer eine größere Dosis davon genommen hat, sollte immer den Beifahrersitz wählen. Manch einer überschätzt seine Fähigkeiten am Lenkrad nach der Einnahme bestimmter Medikamente und bringt leicht sich selbst und andere in Gefahr. Besondere Vorsicht ist außerdem geboten, wenn ein neues Medikament zur Therapie eingesetzt wird oder eine Anpassung der Dosierung erfolgt ist. Und wer spät in der Nacht noch Schlafmittel einnimmt, sollte wissen, dass diese bis zum nächsten Mittag hin noch wirksam sein können. In jedem Fall schützt Ehrlichkeit mit sich selbst: Bei Symptomen wie Schwindel, Müdigkeit, Benommenheit oder Unwohlsein das Auto besser stehen lassen.

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen und Anlagen

Bestimmte Wirkstoffe einiger Medikamente bringen Nebenwirkungen mit sich, die ein erhöhtes Risiko für Arbeitsunfälle darstellen und gleichzeitig eine Gefährdung anderer Mitarbeiter bedeuten. Bei verordneten Arzneimitteln wird der behandelnde Arzt das Thema ansprechen, bei der Anwendung freiverkäuflicher Medikamente ist jeder selbst in der Pflicht. Zu den Symptomen zählen eine Minderung der Konzentration, Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein und eine erhöhte Blendempfindlichkeit. Das Thema sollte am Arbeitsplatz immer offen angesprochen werden. In manchen Fällen können zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, etwa keine Alleinarbeit, oder eine vorübergehende Veränderung der Tätigkeit das Risiko einer Gefährdung minimieren.

Verantwortung übernehmen

  • Rezeptfreie Medikamente immer auf ihre Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit hin überprüfen, der Beipackzettel gibt hier Auskunft
  • Besonders gefährlich ist die Kombination von Alkohol und Medikamenten, selbst bei zeitversetzter Zufuhr; Alkoholkonsum kann die Wirkdauer von Medikamenten verstärken und die Reaktionsfähigkeit herabsetzen
  • Nach Augenuntersuchungen, bei denen die Pupillen erweitert wurden, ist die Sehfähigkeit für mehrere Stunden eingeschränkt; Autofahren und das Bedienen von Maschinen sind absolut tabu
  • Alle Medikamente können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder auch Nahrungsmitteln eingehen und so die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr einschränken
  • Verordnete Medikamente nicht eigenmächtig absetzen im Glauben, dann fahrtüchtiger zu sein; das Weglassen von Schmerzmitteln etwa kann zu starken Schmerzschüben und Konzentrationsmangel führen
  • Nach einem ambulanten Eingriff mit Narkose gilt ein Fahrverbot für 24 Stunden, das immer eingehalten werden sollte, auch wenn man sich fit fühlt
  • Eine gute Selbstkontrolle schützt vor Risiko: Wer bei sich Anzeichen von Müdigkeit, Schwindel, Unwohlsein, Unruhe, Aggressivität oder verminderter Reaktionsfähigkeit wahrnimmt, sollte auf eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen verzichten