Menü Menü schließen

Gut zu wissen

Medikamenteneinnahme: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Medikamente

Der Einnahmezeitpunkt eines Medikaments entscheidet wesentlich über den Therapieerfolg und die Minimierung unerwünschter Nebenwirkungen. Daher gibt der Arzt bei der Verordnung eines Präparats immer verbindliche Einnahmeregeln mit auf den Weg. Bei frei verkäuflichen Arzneimitteln gelten die Anwendungshinweise des Beipackzettels.

Der Einnahmezeitpunkt ist deshalb so wichtig, weil nicht nur unsere Körperfunktionen wie Blutdruck, Temperatur und Stoffwechselprozesse sich im Laufe des Tages verändern. Auch unsere Organe ruhen und arbeiten in diesem sogenannten zirkadianen Rhythmus von etwa 24 Stunden. Man nennt das Biorhythmus. Und der bestimmt über den richtigen Zeitpunkt der Einnahme eines Medikaments.

Komplexe Stoffwechselprozesse sorgen dafür, dass Arzneisubstanzen vom Körper aufgenommen und zu ihrem Zielort transportiert werden. Die steuernden Hormone unterliegen in ihren Aktivitäten tageszeitlichen Schwankungen. So laufen die biochemischen Prozesse in den Zellen zu bestimmten Tageszeiten schneller oder auch verzögert ab. Im Einklang mit diesen Prozessen angewendet, entfalten Medikamente ihre optimale therapeutische Wirkung. Gleichzeitig reduziert sich das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Kortison

Morgens zwischen sechs und acht Uhr läuft die körpereigene Produktion des Hormons Cortisol auf Hochtouren. Kortisonpräparate fügen sich in diesem Zeitraum am besten in den natürlichen Hormonspiegel des Körpers ein. So entfalten sie ihre optimale Wirksamkeit, Nebenwirkungen bleiben eher die Ausnahme.

Blutdrucksenker

Morgens zwischen sechs und neun Uhr werden die Körperfunktionen hochgefahren, Temperatur und Blutdruck steigen. Blutdrucksenkende Mittel wirken um diese Tageszeit am besten.

Medikamente bei Asthma

Asthmaanfälle mit Atemnot treten nachts zwischen drei und fünf Uhr vermehrt auf. Die Bronchien sind durch die liegende Position leicht verengt, die Lunge hat jedoch ihre aktive Zeit. Ein höher dosiertes Medikament kann, wenn es ab 22 Uhr eingenommen wird, einem nächtlichen Asthmaanfall wirksam vorbeugen.

Heuschnupfen- und Allergiemittel

Antihistaminika sollten abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Zum einen entfalten sie so ihre höchste Wirkung, zum anderen fällt die Müdigkeit, die diese Präparate meist mit sich bringen, mit der Schlafenszeit zusammen und beeinträchtigt nicht den Tagesablauf.

Mittel bei Arthritis

Die entzündliche Gelenkerkrankung verursacht gegen Abend die größten Schmerzen. Die am Morgen eingenommen Medikamente entfalten im Laufe des Tages ihre lindernde Wirkung und helfen dann, wenn der Schmerz am größten ist.
GrippeimpfungenBei einer Impfung am Vormittag zwischen neun und elf Uhr bildet der Körper nach derzeitigem Forschungsstand mehr Antikörper als bei einer Impfung am Nachmittag.

Rheuma- und Schmerzmittel

Rheuma macht vielen Betroffenen besonders morgens zu schaffen, die Gelenke sind steif, das Aufstehen fällt schwer. Werden die entsprechenden Medikamente abends gegen 22 Uhr eingenommen, wenn der Magen-Darm-Trakt gut durchblutet ist, erhöht das ihre Verträglichkeit und Wirksamkeit. Die morgendlichen Schmerzen können so effektiv gelindert werden.

Zahnarzttermin am Nachmittag

Eine zahnärztliche Behandlung erfordert in vielen Fällen eine örtliche Betäubung. Nachmittags gegen 15 Uhr ist das Schmerzempfinden bei den meisten Menschen reduziert – Injektionen wirken jetzt bis zu dreimal länger als am Vormittag.

Der Zeitpunkt der Arzneieinnahme ist also oft sehr wichtig. Deshalb: Wann immer Ihnen ein Medikament verordnet wird, halten Sie sich bitte möglichst genau an die ärztliche Einnahmeempfehlung. Sie können den Heilerfolg damit wesentlich unterstützen!