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Gut zu wissen

Vogelgrippe: Gefahr für den Menschen?

Auch in diesem Jahr herrscht wieder Vogelgrippenalarm in Deutschland. Nachrichten von Massentötungen in Geflügelbetrieben machen die Runde. Da fragt sich so mancher, ob es in diesem Jahr überhaupt eine Weihnachtsgans geben sollte. Und wie sicher das geliebte Frühstücksei von freilaufenden Hühnern eigentlich noch ist. Tierfreunde sorgen sich außerdem um den Schutz von Kanarienvogel, Wellensittich oder Papagei und um die Sicherheit an ihrem Vogelfutterhäuschen.

Während im Allgemeinen Zugvögel für den Ausbruch der Vogelgrippe verantwortlich gemacht werden, weist der NABU darauf hin, dass im Gegenteil die intensive Nutzgeflügelhaltung die Ausbreitung der Krankheit begünstigt und daher eine Gefahr für Wildvögel darstellt: So kann etwa der Eintrag von Geflügelkot oder Kadavern in Gewässer eine erhebliche Gefahr für Wildvögel darstellen, wenn diese die Wasserstelle als Tränke oder für die Nahrungssuche nutzen.

Zum Glück wurden bislang keine Fälle gemeldet, in denen sich Menschen mit dem Virus infiziert haben. Und eine Übertragung des Virus durch den Verzehr von Geflügelfleisch und Geflügelprodukten hält das Bundesinstitut für Risikobewertung für unwahrscheinlich. Bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beim Zubereiten von Geflügelfleisch und Eiern sollten jedoch immer eingehalten werden (allein schon wegen der Gefahr durch Salmonellen). Dann steht dem Genuss von Federvieh oder Eiern nichts im Wege.

Geflügelbetriebe in der Pflicht

Alle Halter von Nutzgeflügel müssen die Grundregeln der Biosicherheit unbedingt einhalten. Diese betreffen umfangreiche Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, Sicherheit von Futter und Wasser, Stallpflicht und vieles mehr. Die Regeln gelten natürlich auch für diejenigen, die nur für den Privatgebrauch ein paar Hühner halten. Nutzgeflügel sollte möglichst keinen Kontakt mit Wildgeflügel etwa an gemeinsamen Tränken haben. Als einig möglicher Übertragungsweg des Virus auf den Menschen gilt nach derzeitigem Stand der häufige und enge Kontakt mit infizierten Vögeln.

Sicherer Umgang mit Geflügelfleisch und Eiern

  • Rohes Geflügel immer getrennt von anderen Lebensmitteln lagern, insbesondere von solchen, die roh verzehrt werden.
  • Für die Zubereitung jeweils eigene Messer und Schneidbretter benutzen und diese immer sehr gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel sorgfältig reinigen.
  • Auftauwasser, Fleischsaft und Verpackungsmaterial umgehend entsorgen.
  • Hände nach der Verarbeitung von Geflügel immer sehr gründlich mit Wasser und Seife reinigen.
  • Geflügelfleisch nur komplett durchgegart verzehren.
  • Eier vorsichtshalber hart kochen und beim Backen nicht vom Teig mit rohen Eiern naschen, auch wenn es schwer fällt.
  • Mit Vogelkot verunreinigtes Freilandgemüse sicherheitshalber nicht verzehren, bei Temperaturen von mehr als 70 °C gilt das Virus nicht mehr als ansteckend.

Ziervögel in Gefahr?

Ziervögel, die im Haus gehalten werden, sind praktisch vor Ansteckung sicher. Vögel in Außenvolieren haben überhaupt nur dann ein Ansteckungsrisiko, wenn sich in unmittelbarer Nähe infizierte Wildvögel aufhalten. Da das Virus aber hauptsächlich durch Wasservögel übertragen wird, mit denen Volierenvögel in der Regel keinen Kontakt haben, ist das Infektionsrisiko äußerst gering. Von Gartenvögeln am Futterhäuschen und auch von Tauben geht zumeist keine Gefahr aus, sie dürfen also gefüttert werden.

Toter Vogel gefunden, was tun?

Vorsicht gilt beim Fund eines verendeten Vogels, besonders wenn es sich um einen Wasservogel wie Ente, Gans, Schwan oder auch um einen Greifvogel handelt: Bitte niemals mit bloßen Händen anfassen, sondern den Fund beim zuständigen Veterinäramt oder der Polizei melden, damit gegebenenfalls eine Untersuchung auf das ansteckende Virus durchgeführt werden kann.