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Gut zu wissen

Wunder Hände

27 Knochen, 3 Hauptnerven, 33 Muskeln und Sehnen machen unsere Hand zu einem kleinen anatomischen Meisterwerk.

Das perfekte Zusammenspiel aller Beteiligten ermöglicht kraftvolles Zupacken genauso wie präzises Aufnehmen und Führen kleinster Gegenstände. Zehntausende Fühlkörperchen auf den Handinnenseiten registrieren Vibrationen und Berührungsreize. Hände können sanft streicheln, schöpferisch tätig sein oder auch mit einem gezielten Faustschlag zerstören. Außerdem sind sie von vielfältiger Gestik bis hin zur Gebärdensprache ein wichtiges Kommunikationsmittel und, besonders bei kleinen Kindern, auch eine beliebte Rechenhilfe.

Meist rücken die Hände erst dann in unser Bewusstsein, wenn ihre Möglichkeiten aufgrund von Erkrankungen, Verletzungen oder nachlassender Kraft und Fingerfertigkeit eingeschränkt sind. Während wir vor Handerkrankungen leider nicht gefeit sind, kräftigen regelmäßige Hand- und Fingergymnastikübungen die Hände und fördern die Beweglichkeit der Finger – ein wirksames Mittel gegen Überlastungen und einseitige Beanspruchungen. Nutzen Sie kleine Pausen am Arbeitsplatz, denn Fingerübungen lockern nicht nur die Finger, sondern beflügeln auch den Geist. Und üben Sie auch während Stauzeiten auf dem Arbeitsweg oder beim Fernsehen.

Denken Sie auch an die Handpflege:

  • Bestreichen Sie raue Stellen mit Honig; zehn Minuten einwirken lassen
  • Zerdrücken Sie eine Avocado, verrühren Sie sie mit Vollmilch zu einer geschmeidigen Masse; ebenfalls zehn Minuten einwirken lassen
  • Verwenden Sie pH-neutrale Seifen oder Waschöle
  • Cremes mit Kamilleextrakt unterstützen die Regeneration bei rissiger Haut an den Händen
  • Wenn Sie anfällig für Allergien sind, verzichten Sie auf parfümierte Seifen und Cremes

Mit den Händen für die Hände

Sie können im Sitzen oder im Stehen üben, wichtig ist immer eine aufrechte Haltung des Oberkörpers. Führen Sie die Übungen langsam und fließend durch und atmen Sie dabei ruhig weiter. Vor den Übungen die Hände reiben und kneten, damit sie warm werden. Nach den Übungen Hände und Arme ausschütteln. Unsere Übungen dehnen, kräftigen und sorgen für eine gute Beweglichkeit.

  • Schultern locker lassen, Arme nach vorn strecken: Nun beide Hände zur Faust ballen und wieder öffnen, dabei die Finger möglichst weit ausstrecken. Zehnmal wiederholen. Dann beide Arme zur Seite strecken, zehnmal eine Faust machen und die Finger wieder abspreizen. Anschließend die Übung mit über den Kopf nach oben gestreckten Armen zehnmal durchführen.
  • Falten Sie die Hände und strecken Sie die Arme weit nach vorn aus. Die Handflächen zeigen nun abwechselnd nach innen und nach außen. Anschließend dieselbe Übung mit über den Kopf gestreckten Armen durchführen. Jeweils zehnmal wiederholen bei drei Durchgängen.
  • Halten Sie die Arme in Brusthöhe vor den Körper und legen Sie die Handflächen gegeneinander. Die Fingerspitzen zeigen nach oben. Drücken Sie nun die Handflächen kräftig gegeneinander und halten Sie die Übung mindestens fünf Sekunden. Anschließend locker lassen. Zehn Wiederholun- gen.
  • Nehmen Sie zunächst die gleiche Ausgangsposition ein wie in der vorherigen Übung, dann fächern Sie die Hände auf, sodass sich nur noch die Fingerkuppen berühren. Nun lassen Sie die Fingerpaare beginnend bei den Daumen jeweils umeinander kreisen. Beginnen Sie langsam und steigern Sie das Tempo bei weiteren Durchgängen.
  • Strecken Sie den rechten Arm nach vorn aus und klappen Sie die Hand mit gestreckten Fingern schräg nach unten ab. Nun drückt die linke Hand leicht gegen den rechten Handrücken und verstärkt so die Dehnung. Mindestens 10 Sekunden halten, dann die Hände wechseln.

Vom Glück, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen 

Hände und Finger fit und beweglich zu halten, lohnt sich. Tun Sie Ihren Händen etwas Gutes, tun Ihre Hände auch etwas für Sie – sie verhelfen Ihnen zu Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und Glück. Dass dies keine leeren Versprechungen sind, merken Sie spätestens dann, wenn Sie das eine oder andere einmal bewusst ausprobiert haben.

Ihre Hände gestalten

Haben Sie jemals einem Künstler bei der Arbeit zugesehen? Die Hände sind in Tätigkeit, formen die Tonmasse zum Gefäß, bringen Farbe auf die Leinwand oder holen mit Schnitzmesser, Hammer und Stechbeitel eine Figur aus dem Holz. Das Kunstwerk kann auch missraten, doch wenn es gelingt, sehen Sie im Gesicht des Kunstschaffenden dieses innere Leuchten. Er hat etwas vollbracht, das so zuvor noch niemals da war. Dabei kommt es nicht darauf an, Meisterwerke zu schaffen, die einem großen Publikum gefallen – auch wenn Sie es nur für sich selbst tun, erreichen Sie mit Ihrer Hände Arbeit etwas Wesentliches: den Einklang mit dem, was Sie geschaffen haben. Wichtiger noch als das Ergebnis ist der Weg dorthin.

Ihre Hände schaffen Leben

Wer gärtnert, tut dies meist unbewusst, denkt nicht über jeden Handgriff einzeln nach. Muss man auch nicht, denn es sind meist lang praktizierte Tätigkeiten. Es beginnt mit einem Schöpfungsakt: Die Finger ergreifen das Samenkorn und drücken es in die Erde. Ein ganz alltäglicher und doch geradezu magischer Prozess wird damit ausgelöst – das Wachstum des Lebens. Die Hände begleiten diesen Prozess des Werdens über Wochen und Monate: Die junge Pflanze wird gehegt und gepflegt, gewässert, gegen Schädlinge geschützt und schließlich geerntet und zu einer Mahlzeit verarbeitet. Sie leben also ganz konkret vom Tun Ihrer Hände.

Ihre Hände füllen die Welt mit Klang

Sie spielen ein Instrument? Ihre Finger greifen Akkorde, drücken Tasten nieder, führen den Bogen über die Saiten, zupfen Saiten – und es entstehen mehr oder weniger harmonische Klänge. Je mehr Ihre Finger im Training sind, desto größer die Harmonie der Töne. Auch hier entsteht etwas, was mit dem Wort „Einklang" treffend beschrieben ist: Indem Sie Töne erzeugen, stellen Sie eine Harmonie nicht nur der Noten, sondern zwischen sich und der Welt her. Sie kommen dem nahe, was der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras als Sphärenharmonie bezeichnete – der Klang des Universums entspricht den Klängen, die Sie erzeugen und umgekehrt. Das schaffen Ihre Hände!

Ihre Hände machen andere glücklich

Ihre Hände können auch zum Glück anderer Menschen beitragen, etwa in der liebevollen Massage, der zärtlichen Berührung, der Liebkosung. Auch hier werden Sie feststellen, dass Sie gar nicht lange darüber nachdenken müssen, wie Sie jemanden berühren – Ihre Finger wissen fast von allein, wie das Streicheln geht. Zwischen Ihren Fingerspitzen, dem Körperempfinden und dem Seelenleben der gestreichelten Person scheint ein tiefer Zusammenhang zu bestehen – Sie haben in Ihren Händen das Gespür für den anderen Menschen und zaubern Glücksgefühle hervor. Einfach öfter mal ausprobieren!

Heilende Hände

In einer der nächsten Ausgaben der pronova profil vertiefen wir das Thema und gehen auf Akupressur und das sogenannte Fingeryoga ein. Mit beiden Techniken ist es möglich, körperlichen Disharmonien wie zum Beispiel Unwohlsein oder Schmerzen entgegen-zuwirken – allein durch die sanfte Kraft Ihrer Finger.