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Seelische Gesundheit

Abgewöhnen schlechter Angewohnheiten

Abgewöhnen schlechter Angewohnheiten: Immer auch eine Frage des Willens

Mehr Sport, gesündere Ernährung, endlich abnehmen, weniger Alkohol trinken, mit dem Rauchen aufhören, mehr Erfolg im Beruf – wer hätte solche Ziele nicht? Doch so manche Angewohnheit steht dem Erreichen dieser Ziele im Weg: der gemütliche Abend auf dem Sofa mit Chips und Bier, das gesellige Rauchen in der Mittagspause, unsere Bequemlichkeit, das freudige Zulassen von Ablenkungen jeder Art und allerlei faule Ausreden wie „das schlechte Wetter" oder „morgen aber ganz bestimmt". Das Abstecken von Vorsätzen und Zielen fällt leicht. Doch das Erreichen dieser Ziele braucht Willenskraft, denn eingefahrene Gewohnheiten und Automatismen sind nicht leicht zu durchbrechen.

Erfolg durch Willenskraft

Willenskraft meint unsere Entschlossenheit und die daraus folgende positive Energie, Vorhaben und Pläne auch wirklich in die Tat umzusetzen. Dahinter steckt mehr als ein vages „irgendwie schaffst du das schon", nämlich eine ausgeklügelte Strategie, die mehrere Fähigkeiten umfasst. Zunächst gilt es, das formulierte große Ziel fest im Blick zu behalten und sich nicht mit vielen kleineren Vorhaben zu verzetteln. Ein geschickter Umgang mit den eigenen Gefühlen sorgt dafür, dass nicht negative Emotionen den Tatendrang behindern, sondern positive diesen beflügeln. Auf dem Weg zum Ziel wirken kleine Erfolgserlebnisse als Bestätigung. Kleinere Rückschläge dagegen werden zwar als solche wahrgenommen, stellen jedoch das Vorhaben nicht in Frage. Und falls doch mal eine Durststrecke kommt, sorgt die Visualisierung des Ziels für einen neuen Motivationsschub. Es ist ja schließlich das freiwillig und selbst gesetzte Vorhaben, das erreicht werden soll. Einen solchen Plan zum Erfolg zu führen, ist bisweilen ein mühsamer Prozess. Doch auch die Willenskraft lässt sich trainieren und stärken. Mit Übung und zunehmender positiver Erfahrung gelingt es immer besser, schlechte Angewohnheiten auszuschalten und wichtige Vorhaben in die Tat umzusetzen. Und so geht's:

Ziel klar formulieren
Selbst gesetzte Ziele lassen sich leichter erreichen als fremd bestimmte: Ich werde abnehmen. Aber nicht, weil jemand anderes mir zu verstehen gibt, dass Übergewicht nicht gut ist, sondern weil ich wieder beweglicher werden möchte oder weil ich dann einfach besser aussehe.

Ziel schriftlich fixieren und klar visualisieren
Das kommt dem wirklichen Treffen einer Entscheidung gleich. Und was im Kopf beschlossene Sache ist, wird leichter umgesetzt. Dadurch gelingt es, auf den kurzfristigen Genuss (eben mal ein Eis essen) für das längerfristige Ziel (weniger Gewicht) zu verzichten. Sich vorzustellen, wie es sich anfühlt, das Ziel erreicht zu haben, setzt Kräfte frei, das Ziel auch zu erreichen. Visionen haben positiven Einfluss auf die Willenskraft.

Bestandsaufnahme
Wo stehe ich? Wie bin ich hierher gekommen? Welche schlechten Angewohnheiten stehen meinem Ziel im Wege? Wer ehrlich mit sich ist, kann die Stolpersteine auf dem Weg zum Ziel aus dem Weg räumen.

Zwischenziele formulieren
Fünf mal in der Woche Sport zu machen ist ein hochgestecktes Ziel, wenn man bislang eher ein Bewegungsmuffel war. Da sind Frustration und der Abbruch des Vorhabens programmiert. Besser zunächst einen festen Termin machen und den konsequent einhalten, nach einer Weile einen zweiten Termin dazunehmen und so die Aktivität kontinuierlich steigern. Das Erreichen der Zwischenziele sorgt für ein Plus an Willenskraft.

Ablenkung vermeiden
Bei wichtigen zielführenden Tätigkeiten sollte man sich nicht durch weniger dringende, aber vielleicht angenehmere Dinge ablenken lassen. Also während der Vorbereitung auf einen wichtigen Termin das Handy einfach mal ignorieren.

Rückschläge verarbeiten
Manchmal passiert es doch: Das Stück Sahnetorte sah einfach zu verlockend aus und im Handumdrehen ist es verschlungen. Jetzt gilt es, sich nicht komplett aus der Bahn werfen zu lassen. Besser ist es, sich die eigene Inkonsequenz vergeben zu können, um dann umgehend zurückzukehren auf den eingeschlagenen Weg und sich wieder auf das eigentliche Ziel zu fokussieren.

Willenskraft bewusst einteilen
Willenskraft ist eine wichtige Ressource auf dem Weg zum Erfolg. Sie muss immer wieder trainiert und gestärkt werden. Ausreichende Ruhephasen helfen, das Ziel und die dafür neuen Verhaltensweisen nicht aus den Augen zu verlieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.