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Seelische Gesundheit

Leben um zu arbeiten? Oder arbeiten um zu leben?

Arbeit im Wandel

Man definiert sich über seinen Job, sein Einkommen, seine Karriere? Das war gestern. Heute sind andere Dinge wichtiger geworden. Nicht, dass die heutige Berufseinsteigergeneration kein Interesse an einer guten Bezahlung hätte, doch die Sichtweise auf den Beruf hat sich gewandelt. Junge Menschen arbeiten heute anders, denn neue Erwartungen an den Job bringen auch andere Formen des Arbeitens hervor.

Beispiel pronova BKK: Hier ist das Prinzip des mobilen Arbeitens in einigen Abteilungen Realität. Viele der hier Beschäftigten können einen Großteil ihrer Arbeit vom sogenannten Mobile Workplace aus erledigen. Anrufe werden umgeleitet, man ist erreichbar. Via Internet ist man mit dem Unternehmen verbunden, hat Zugriff auf Daten und erledigt seine Aufgaben wie früher auch. Der Datenschutz ist selbstverständlich voll gewahrt. Und doch ist vieles anders, freier: Mobiles Arbeiten kann beispielsweise die Vereinbarkeit der Arbeit mit dem Familienleben verbessern, eben weil man zum Beispiel zu Hause arbeiten kann. Die Effizienz der Arbeit leidet darunter nicht und wird sogar gesteigert: Weil unproduktive Pendlerzeiten entfallen, kann man sich voll auf den Job konzentrieren. Effizienzsteigerung spielt auch in anderen Modellen eine wichtige Rolle. Die Kundenservices vor Ort bleiben selbstverständlich erhalten

Der 5-Stunden-Tag bei vollem Gehalt

In einer Bielefelder Agentur für digitale Projekte hat man ein bemerkenswertes Experiment gewagt: Weil der 8-Stunden-Tag sehr viele Reibungsverluste beispielsweise durch Pausen und Tratsch mit sich bringt, unter denen die Effizienz letztlich leidet, hat der Chef seiner Belegschaft das 5-Stunden-Modell bei vollem Lohnausgleich verordnet. Fünf Stunden wird pro Tag gearbeitet. Die aber voll und ganz. Ohne Ablenkungen. Das Private bleibt strikt außen vor, das eigene Smartphone ausgeschaltet. Privates findet ausschließlich außerhalb der Arbeitszeit in der reichlich bemessenen Freizeit statt. Das funktioniert nur dann gut, wenn alle mitziehen. Die freie Zeit ist der eigentliche Gewinn für die Beschäftigten, die dann das tun können, wofür sie sich am meisten interes-sieren: Ihr Leben leben.

Etwas Sport und Wellness im Job? Aber gern!

Und noch etwas ist wichtig – das merken Arbeitgeber heute oft schon in Einstellungsgesprächen, wenn gerade die jungen Bewerber fragen: „Und was können Sie mir außer einem Job sonst noch bieten?" Arbeitgeber, die dann nicht mit sinnvollen Extras aufwarten können wie veganen Angeboten in der Kantine, Gratis-Abos für das Fitness- oder Yogastudio oder wenigstens mit mobilen Massagen oder einem zur Meditation einladenden Ruheraum, geraten schnell ins Abseits.Dieses Anspruchsdenken hat etwas Gutes: Wer sich nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Arbeitsalltag sportlich betätigt oder seiner Gesundheit auf andere Weise etwas Gutes tut, macht nichts verkehrt. Und vom Zeitgeist junger Menschen, sich vom Job nicht stressen zu lassen, können sowohl ältere als auch noch kommende Generationen nur lernen.