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Seelische Gesundheit

Stress und Hektik  - Einfach mal hinsetzen und meditieren!

Stress und Hektik prägen unser Leben bei der Arbeit wie auch in der Freizeit. Wir werden überschwemmt mit Worten und Informationen und sollen und wollen alles kommentieren. Wir laufen und fahren geschäftig hin und her, um ja nichts zu verpassen. Doch wir sitzen auch viel, allerdings hauptsächlich vorm Bildschirm, um die neuesten Nachrichten aufzusaugen oder uns von einem Film berieseln zu lassen. Innere Ruhe? Fehlanzeige! Konzentration? Oft gestört! Nichts tun? Geht gar nicht! Dabei könnten gerade regelmäßige Meditationsübungen eine wahre Kraftquelle werden. Die Sitz-Meditation ist ein zentrales Element des Zen-Buddhismus. Hierbei geht es nicht um eine Flucht in fremde Welten, sondern um einen Moment absoluter Geistesgegenwart.

Nur sitzen

Das Zazen, das stille Sitzen des Zen-Buddhismus, ist alles andere als ein bloßes Herumsitzen. Klassisch wird die Meditation im Lotussitz ausgeführt: Das Gesäß ruht auf einem kleinen Sitzkissen, die Beine sind verschränkt, die Oberseiten der Füße ruhen auf den Unterschenkeln, die Knie berühren den Boden. Diese Sitzposition erfordert jedoch viel Übung, Anfänger sitzen auf einem Hocker oder Stuhl. Die Fußsohlen sollten dabei fest und bequem auf dem Boden stehen, denn sie schaffen die Verbindung zur Erde. Der Oberkörper ist aufrecht. Eine kleine zusammengefaltete Decke unter dem Gesäß erleichtert das aufrechte Sitzen. Die Schultern bleiben locker und entspannt. Das Kinn wird leicht zurückgenommen. Die Augen sind halb geöffnet. Der Blick wird gewissermaßen abgelegt auf einem Punkt am Boden in etwa ein bis zwei Meter Entfernung. Die Ruhe des Körpers wird durch eine einfache Handhaltung unterstützt: Die linke Handoberseite ruht in der rechten Handinnenfläche, die Daumen berühren sich dabei leicht, sie liegen in horizontaler Position. Auf diese Weise beruhigt die weniger aktive linke Hand die tätige rechte. Der Körper kommt zur Ruhe. Einer bewussten und vollständigen Ausatmung, am besten mit leicht geöffneten Mund, folgt eine tiefe Einatmung. Mehrmals wiederholen, dann den Atem frei fließen lassen und den Körper dabei entspannen.

An nichts denken

Unaufhörlich fließen unsere Gedanken, vielfältige Sinneswahrnehmungen strömen pausenlos auf uns ein. Ein absichtliches Nichtdenken ist schlicht unmöglich, denn das wäre ja gerade wieder ein Gedanke. Dennoch können wir versuchen, uns nicht an Geräuschen und Empfindungen festzuhalten, sondern sie vorüberziehen zu lassen, ohne sie zu bewerten. Nicht reden, nicht denken, nicht wollen und dennoch volle Bewusstheit zu haben, ist ein Augenblick, der nicht erzwungen werden kann. Bei regelmäßiger Übung jedoch wird sich vielleicht einmal ein Moment der absoluten Geistesgegenwart einstellen.

Regelmäßiges Üben

Meditieren braucht keine besonderen Voraussetzungen in Sachen körperlicher Fitness oder hinsichtlich des Alters. Zu Beginn des Übens kann es helfen, dem eigenen Atem nachzuspüren und wahrzunehmen, wie er an den Nasenlöchern ein- und ausströmt. Der Gedankenstrom verebbt mit der Zeit. Und wer zu Beginn des Übens allenfalls für fünf oder zehn Minuten wirklich regungslos sitzen kann, dehnt die Sitzmeditation mit der Zeit vielleicht auf zwanzig bis dreißig Minuten aus. Zen ist keine komplizierte Philosophie, die erlernt und begriffen werden will; das Wichtigste ist vielmehr der eigenen Weg. Regelmäßiges Meditieren lässt den Geist zur Ruhe kommen, stärkt die Konzentration und verbessert das seelische Gleichgewicht. Stressige Situationen werden leichter bewältigt. Zen-Meditation kann man in Kursen erlernen oder einfach zu Hause ausprobieren.