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Heilfasten: Fit in den Frühling

Körper, Geist und Seele können vom Heilfasten profitieren. Heilfasten ist allerdings kein Kinderspiel – was musst du alles beachten?

Auf einen Blick

  • Regeneration und Entlastung
  • Fastenwandern
  • Leistungssport ist tabu
  • Fastenwandern als ideale Auszeit
  • Klassisches Heilfasten

Fit in den Frühling mit Heilfasten & Fastenwandern

Hast du dich auch müde, ausgelaugt und unmotiviert durch den langen Winter geschleppt? Und vielleicht hast du auch über die Weihnachtstage ein paar Pfund zugenommen, was deine Trägheit noch unterstützt? Doch sobald es draußen sprießt, grünt und erdig duftet, verspürst du bestimmt auch wie die meisten Menschen ein starkes Bedürfnis nach einem Neuanfang – auch im Kampf um die gute Figur. Wenn du jetzt ein paar Kilo abnehmen möchtest, stößt du auf ein schier endloses Angebot an Diätversprechen.

Beim Heilfasten geht es nicht allein um das Abnehmen. Vor allem die Regeneration und Entlastung des Körpers stehen im Fokus. Ernährungs- und Alltagsgewohnheiten werden auf den Prüfstand gestellt und manch liebgewonnene aber ungesunde Verhaltensweise durchbrochen. Neben den Heilfastenklassikern wie O. Buchinger oder F.X. Mayr, deren Methoden häufig in speziellen Kliniken durchgeführt werden, etabliert sich zunehmend das Fastenwandern. Die Bewegung in freier Natur regeneriert Körper und Seele gleichermaßen.

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Fastenverbote

Längeres Fasten kann durchaus eine Zeit der Mangelernährung sein, die Zufuhr der nötigen Vitalstoffe ist beispielsweise bei einer Semmel-Diät nicht gewährleistet. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Unterernährung und Essstörungen, Schilddrüsenstörungen, bestimmten Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Krebs oder Diabetes dürfen auf gar keinen Fall fasten. Aber auch für Schwangere, Stillende und Kinder sind Fastenkuren nicht gut. Bei Suchterkrankungen sowie psychischen Erkrankungen oder in psychisch instabilen Phasen ist vom Fasten ebenfalls abzuraten. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, solltest du vor einer geplanten Fastenkur abklären, ob deren Wirksamkeit beeinträchtigt wird – das gilt auch für Verhütungsmittel. Nicht zu verwechseln sind ärztlich begleitete Heilfastenkuren mit Nulldiäten oder unkontrollierten Hungerkuren im Alleingang! Letztere bergen echte gesundheitliche Gefahren: Im Extremfall kann sogar dein Herzmuskel angegriffen werden – Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern können die Folge sein. Oder es könnte zu einer gefährlichen Blutübersäuerung (Azidose) kommen.

Fasten für Gesunde

Wenn du gesund bist, kannst du das Projekt Fasten unbesorgt angehen. Für viele ist es eine wertvolle Lebenserfahrung und nicht selten ein Einstieg in eine neue und bewusstere Lebensweise. Fasten ist kein Kinderspiel. Regelmäßige Treffen, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Unternehmungen in Fastengruppen mit erfahrenen Fastenleitern und -leiterinnen erleichtern den freiwilligen Verzicht auf die gewohnte Ernährung. Vor allem Fastenkrisen werden gemeinsam besser gemeistert als allein. Die Umstellung des Stoffwechsels und des Hormonhaushalts bringt mitunter nämlich unangenehme physische und psychische Veränderungen mit sich wie Verstimmungen, Müdigkeit, Schwindel, verstärktes Kälteempfinden, Konzentrationsschwierigkeiten, trockene Haut, Mundgeruch oder Menstruationsstörungen. Normalerweise verschwinden diese Begleiterscheinungen jedoch rasch wieder und machen Platz für positive Erfahrungen wie ein Gefühl von Leichtigkeit, Euphorie, erhöhte Aufmerksamkeit und ein insgesamt gesteigertes Wohlbefinden. Maßvolle tägliche Bewegungseinheiten regen die Durchblutung zusätzlich an und erzeugen Wärme. Außerdem werden alle Muskeln leicht trainiert und gekräftigt. Die Atmung wird in Bewegung tiefer und gasförmige Stoffwechselprodukte können leichter abgeatmet werden. Zufriedenheit und Freude über das Geleistete stehen dann am Ende einer Übungseinheit. Leistungssport wäre allerdings eine Überforderung und ist absolut tabu!

Fastenwandern – Aufbruch leicht gemacht

Was das Fasten erleichtert, ist ein kurzzeitiger Ausstieg aus dem Alltag. Daher nehmen Fastenwillige oft an organisierten Fastenwanderungen teil, die von erfahrenen Fastenleitern und -leiterinnen betreut werden. Der Gruppenzusammenhalt stärkt jeden einzelnen. Auch ein strukturierter Tagesablauf hilft beim Durchhalten. Morgens gibt es meistens verschiedene Kräutertees, die die Ausscheidungsvorgänge im Körper anregen. Frische Säfte, Gemüsebrühe oder auch etwas Honig versorgen den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen und einem Minimum an Energie.

Jeden Tag wanderst du etwa zehn bis 15 Kilometer. Für weniger Trainierte lässt sich die Strecke allerdings auch abkürzen. Massagen, leichte Gymnastik und Entspannungseinheiten runden den Tag ab. Die Erfahrungsberichte sind überwiegend positiv und viele nehmen immer und immer wieder teil, denn die Kombination aus Fasten und Bewegung an frischer Luft ist eine ideale Auszeit für Körper, Geist und Seele.

Jeder sollte sich zunächst fragen, welche Strecke er sich täglich zutraut und ob Wandern im flachen oder im bergigen Gelände das Richtige ist. Das gemeinsame Fastenbrechen mit einem Apfel genießen die Teilnehmer ganz besonders. Nach dem Fastenwandern bleibt häufig ein verbessertes Geschmacksempfinden erhalten, ebenso wie die Lust auf mehr Bewegung im Alltag. Fastenwandern kommt dem Bedürfnis nach Aufbruch und Neuanfang also optimal entgegen.

Klassische Fastenmethoden

Die klassische Naturheilkunde empfiehlt das Fasten zur Vorbeugung und Behandlung bestimmter chronischer Krankheiten. Dr. Otto Buchinger prägte den Begriff „Heilfasten“. Seine Methode sieht zu Beginn der Fastenzeit Entlastungstage und eine gründliche Darmreinigung z. B. mit Glaubersalz vor. Anschließend nimmt der oder die Fastende täglich etwa 250 Kalorien in Form von Gemüsebrühe oder Fruchtsaft zu sich, dazu gibt es Tee und ca. zwei Liter Mineralwasser. Ganz wichtig ist auch Bewegung an frischer Luft, Massagen und Bäder. Ein Apfel beendet nach etwa drei Wochen die Fastenzeit. Anschließend wird die Energiezufuhr langsam bis auf ein normales Maß gesteigert. Eine Gewichtsabnahme ist allenfalls eine Begleiterscheinung des Heilfastens.

Heilfastenkuren solltest du am besten nur nach vorheriger ärztlicher Untersuchung durchführen. Einige Personengruppen dürfen nämlich gar nicht fasten. Und für alle anderen können Fastenkuren eine echte Herausforderung mit Höhen und Tiefen sein.

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