junges Mädchen im Schneidersitz mit Smartphone in der Hand - pronova BKK

Kinder & Smartphones

Dein Kind will ein Smartphone haben? Erfahre, wie du mit einfachen Regeln den Einstieg gestaltest.

Auf einen Blick

  • Smartphonegebrauch braucht Regeln
  • Diese sollten auch für Eltern gelten
  • Handy erst ab zwölf
  • Treffe Sicherheitsvorkehrungen
  • Beteilige dein Kind an den Kosten
  • Gesundheitliche Risiken

Eine frühe Liebe

Gekauft ist das Smartphone schnell. Damit es hinterher nicht Ärger wegen hoher Kosten, Surfen statt Hausaufgaben oder Chatten während des Abendbrots gibt, sollten Eltern zusammen mit ihren Kindern gemeinsame Regeln zur Nutzung festlegen.
Kommunizieren, Bilder verschicken, fotografieren, Musik hören und Spiele spielen: Smartphones können so viel. Das bekommen natürlich schon die Kleinsten mit. Vor allem, wenn Mama oder Papa beim Abendessen oder auf dem Spielplatz auf dem Handy herumwischen. Viele Eltern laden sich darüber hinaus kindgerechte Apps auf ihr Smartphone, um ihre Kinder – etwa bei Wartezeiten beim Friseur oder Arzt – zu beschäftigen. Bald schon reicht die Mitbenutzung nicht mehr und der Wunsch nach einem eigenen Smartphone ist da – vor allem, wenn Kinder aus dem Freundeskreis auch schon ein eigenes Gerät besitzen. Während noch vor zwei, drei Jahren vor allem Teenager stolze Besitzer eines Smartphones waren, zeichnet sich die Tendenz ab, dass die Nutzer immer jünger werden: Mittlerweile spielen schon Kinder in der Grundschule in der Pause mit dem Smartphone. Fachleute sehen diese Tendenz kritisch, denn in diesem Alter sind die Kinder in der Regel noch zu jung, um das technische Gerät mit all seinen Funktionen verstehen zu können.

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Langsames und betreutes Heranführen ist das
A & O

Du solltest über die Anschaffung eines internetfähigen Smartphones erst nachdenken, wenn dein Kind mindestens elf oder zwölf Jahre alt ist. Das Kind sollte den Umgang mit dem Gerät langsam erlernen, Textnachrichten schreiben und empfangen, Fotos knipsen und Anrufe bei Mitschülern oder den Eltern tätigen. Ob es sich bei dem ersten eigenen Gerät um ein neues Modell handelt oder ein ausrangiertes von Papa, Tante oder Opa spielt keine Rolle. Wichtiger ist vielmehr, dass sich das Smartphone kinderleicht bedienen lässt. Außerdem sollte es durch technische Sicherheitsvorkehrungen wie Kinderschutz-Apps oder spezielle Startseiten geschützt sein.

Pädagogische Tipps

Da pfiffige Teenager in der Regel aber relativ schnell herausfinden, wie sie Kindersicherungen umgehen, sollte der zukünftige junge Nutzer über mögliche Risiken aufgeklärt sein: Sprich mit deinem Kind vor allem über Datenschutz und Privatsphäre sowie entstehende Kosten durch Downloads. Oft ist es hilfreich, zunächst zusammen mit dem Kind PIN-Nummer, Passwörter etc. festzulegen und die Einstellungen wie WLAN oder Bluetooth durchzugehen. Damit dein Kind von Anfang an lernt, dass der Besitz eines Smartphones auch mit Kosten verbunden ist, ist es bei Teenagern eine gute Möglichkeit, es an den Anschaffungskosten bzw. den laufenden Kosten zu beteiligen.

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Abends ohne Handy ins Bett!

Außerdem sollten vom ersten Tag an feste Regeln für den Umgang gelten. Vereinbare zum Beispiel, dass das Smartphone während der gemeinsamen Mahlzeiten und den Hausaufgaben weggelegt wird und vor dem Schlafengehen Sendepause hat. Denn längst ist bekannt, dass das helle Licht der Bildschirme das Hormon Melatonin unterdrücken kann, das die Schlaf- und Wachphasen regelt. Wenn dein Kind noch im Bett im Internet surft und seine WhatsApp-Nachrichten checkt, kann es sich Einschlaf- und Durchschlafstörungen einhandeln.

Gesundheitliche Risiken bei Smartphone-Nutzung

Vor allem die abgegebenen Strahlungen des Smartphones können gesundheitsgefährdende Risiken bergen. Ein Handy sendet und empfängt hochfrequente elektromagnetische Wellen, deren gesundheitliche Auswirkungen bis heute nicht schlüssig geklärt werden konnten. Man geht aber davon aus, dass sie negative Folgen haben können, insbesondere bei Kindern, die sich noch in der Entwicklung befinden und deshalb gesundheitlich empfindlicher reagieren könnten. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, lässt du das Smartphone nie unmittelbar neben dem Bett liegen und achtest während der Nutzung auf einen möglichst großen Abstand zum Körper, beispielsweise durch ein Headset.

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Überdenke dein eigenes Nutzungsverhalten

Nicht zuletzt ist die Ausstattung des Nachwuchses mit einem Smartphone ein guter Anlass, um sein eigenes Nutzungsverhalten zu überdenken. Wenn du ständig am Gerät News checkst oder beim Abendessen chattest, machen deine Kinder das unweigerlich nach. Führe eine Etikette ein, die für alle Familienmitglieder gilt. Zum Beispiel, dass Anwesenden im Gespräch gegenüber Abwesenden der Vorzug gegeben wird oder dass die Smartphones während der Mahlzeiten außer Sichtweite gelegt werden. Lehrreich ist es auch, ab und an als Familie eine „Handy-Auszeit" zu nehmen, die vielleicht für einen Sonntag oder ein ganzes Wochenende gilt.

Und zu guter Letzt: Räume deinen Kindern ein gewisses Maß an Privatsphäre ein. Die ständige Erreichbarkeit, die das Smartphone mit sich bringt, kann dazu führen, dass sich Kinder kontrolliert fühlen und ihnen der Weg in die Selbstständigkeit erschwert wird.

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