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Laktosefreie Produkte

Sind laktosefreie Produkte wirklich sinnvoll und helfen sie auch, wenn man keine Intoleranz hat?

Auf einen Blick

  • Ein neues Lifestyle-Produkt
  • Nicht notwendig, wenn du keine Symptome zeigst
  • Teste Intoleranz bei Ärztin oder Arzt
  • Viele Milcherzeugnisse enthalten kaum Laktose
  • Vorsicht bei zugesetzter Laktose in Fertigprodukten

Laktosefreie Produkte sinnvoll verwenden und Geld sparen

Bunte Verpackungen, ein appetitliches Aussehen und ein Image von Gesundheit und Wohlbefinden. Die herstellenden Unternehmen von laktosefreien Produkten haben es wirklich geschafft: Sie haben Spezialnahrungsmittel auf den Markt gebracht, die zu einem modernen Lifestyle-Produkt geworden sind. Viele Konsumierende greifen zur laktosefreien Milch, Butter, Käse oder Joghurt – und glauben, sich etwas Gutes zu tun. Dabei tun sie meistens nur den Herstellerfirmen etwas Gutes. Extra laktosefreie Lebensmittel sind nämlich deutlich teurer als die normalen Produkte. Laktosefreie Milch macht aber nur dann Sinn, wenn du unter der sogenannten Laktoseintoleranz, also der Milchzuckerunverträglichkeit, leidest. Bei dieser Unverträglichkeit fehlt dem Körper ein bestimmtes Enzym – die Laktase. Diese spaltet den Milchzucker aus der Nahrung auf, so dass er im Darm weiterverarbeitet werden kann. Fehlt das Enzym, gelangt ungespaltener Milchzucker in den Dickdarm und führt zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie Blähungen, Völlegefühl, Krämpfen und Durchfall. Auch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen können die Folge sein.

Laktoseintoleranz: die schmerzhafte Reaktion auf Milch und Co.

Eine Laktoseintoleranz ist keine Allergie. Dennoch sollten Menschen mit derartigen Beschwerden eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Diese können eine Laktoseintoleranz diagnostizieren und eventuell eine Ernährungsberatung in die Wege leiten. Ein Heilmittel gegen die Milchzuckerunverträglichkeit existiert nicht. Zwar gibt es in der Apotheke Laktasekapseln, nach deren Einnahme du ungestraft eine Tafel Schokolade genießen kannst, doch die einfachste und effizienteste Methode ist immer noch das Vermeiden von Milchzucker. Dazu musst du aber erst einmal wissen, wo Laktose überhaupt enthalten ist. Eindeutig identifizierbar sind vor allem Milch, Milcherzeugnisse, Butter, Sahne, Schokolade und oftmals Fertignahrungsmittel, denen Molkepulver (und andere Milchproduktpulver) zugefügt wurden. Das betrifft beispielsweise einige Weißbrotsorten, viele Kekse und mitunter sogar Fischstäbchen oder Wurst. Es lohnt sich bei Fertignahrungsmitteln also immer, einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen: Wenn Milcherzeugnisse verarbeitet wurden, müssen sie aufgeführt werden. Je weiter hinten sie in der Zutatenliste stehen, desto geringer ist ihr Anteil. Wie hoch die verwendete Menge genau ist, bleibt allerdings im Dunkeln.

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Laktose: In vielen Lebensmitteln wird Milchzucker zugefügt

Ebenfalls problematisch können Milcherzeugnisse wie Joghurt und Quark sein. Allerdings weisen diese Lebensmittel je nach Art der Herstellung unterschiedlich viel Laktose auf. Es kann also durchaus sein, dass eine Joghurtsorte vertragen wird, eine andere aber nicht. Hinzu kommt, dass jeder Mensch eine andere Toleranzgrenze hat. Während einige ein Marmeladenbrot mit Quark noch vertragen, kann das bei dir schon zu Bauchgrummeln führen. Bei Käse entscheidet die Reifezeit darüber, ob viel Laktose drin ist oder wenig. Hartkäse wie Emmentaler oder Parmesan sind praktisch laktosefrei, während beispielsweise Weichkäse einen deutlich höheren Laktosegehalt hat. Auch Butter hat einen niedrigen Laktosegehalt und wird üblicherweise nur in kleinen Mengen verzehrt. Deshalb können viele Menschen mit Laktoseintoleranz ihr gebuttertes Frühstücksbrötchen ungestraft genießen.

Zutatenlisten: Studieren geht über Probieren

Das Fazit lautet also: Greif besser nicht automatisch zu teuren Spezialprodukten ohne Laktose, sondern mach dich schlau, in welchen Lebensmitteln von Natur aus wenig oder gar keine Laktose vorkommt. Also statt Weichkäse lieber eine Scheibe Emmentaler, anstelle von Weißbrot ein Roggenbrot oder statt der teuren laktosefreien Kekse lieber zu selbstgebackenen Plätzchen greifen. Bei Butter, Joghurt und Quark gilt: Probier aus, welche Mengen du von welchem Produkt verträgst. Auch wenn das Ausprobieren, das Studieren der Zutatenlisten und das selber Backen und Kochen mühsamer ist, als nur ins Regal mit den laktosefreien Lebensmitteln zu greifen: Auf lange Sicht hast du mehr davon. Nicht nur mehr Geld, sondern du tust auch deiner Gesundheit damit Gutes. Menschen, die sich bewusst ernähren, essen nämlich nachweislich gesünder!

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