Muskelkrampf

Hier die Tipps und Hinweise zu Ursache und Therapie

Auf einen Blick

  • Muskulatur sendet ständig Signale an das Gehirn
  • Ein Krampf ist eine fehlerhafte Signalübertragung
  • Die Störung kann verschiedene Ursachen haben
  • Welche Therapien gibt es?

Was passiert beim Muskelkrampf?

Deine Muskulatur befindet sich in einem ständigen Wechselspiel von Anspannung und Lockerung. Damit Bewegungen reibungslos funktionieren, senden alle Muskelpartien permanent Signale über ihren Zustand an das Gehirn. Anschließend gehen vom Zentralnervensystem Impulse an die Muskulatur aus. Ein Krampf, also eine andauernde Kontraktion der Muskulatur, ist nun weniger im entsprechenden Muskel selbst begründet als vielmehr in einer fehlerhaften Signalübertragung. Als Folge ist der Regelmechanismus, der für eine Entspannung sorgt, außer Kraft gesetzt. Zusätzlich werden die Schmerzrezeptoren aktiviert. Die Störung der Signalübertragung kann dabei verschiedene Ursachen haben.

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Welche Ursachen und Therapien gibt es?

Übermäßige Belastung beim Sport

Dies lässt die Muskulatur ermüden. Als Folge senden die Muskelpartien möglicherweise falsche Informationen aus, die eine heftige Anspannung hervorrufen, statt eine Entspannung zu erzeugen. Der Regelmechanismus ist außer Kraft gesetzt. Die Folge davon ist ein Muskelkrampf.

Starkes Schwitzen beim Sport

Dies bringt einen großen Verlust an Flüssigkeit und wichtigen Mineralstoffen mit sich. Neben einem Mangel an Kalium und Magnesium kann auch ein Natriummangel auftreten, die neuronale Signalübertragung wird erheblich gestört. Bei starker körperlicher Belastung im Sommer etwa einen Liter Wasser pro Stunde trinken, magnesiumreiches Wasser bevorzugen und natriumarmes Wasser mit einer Messerspitze Kochsalz anreichern.

Magnesiummangel

Die Einnahme von Magnesium ist eine häufige Empfehlung. Ein eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis für die Behandlung von Krämpfen und einer Vorbeugung mit Magnesium konnte allerdings noch nicht erbracht werden. Magnesium bitte nicht im Übermaß vor oder während einer langen sportlichen Belastung einnehmen, besser nach dem Training und wohldosiert über einen längeren Zeitraum. Ein Zuviel an Magnesium kann zu Durchfällen führen, im Extremfall auch Leber, Herz und Gehirn schädigen.

Ein Abbau oder eine Verkürzung der Muskeln

Dies kann bei Sportabstinenzlern mit überwiegend sitzender Lebensweise beim Einstieg in sportliche Aktivitäten zu einer Überlastung der Muskulatur führen. Eine Wirrwarr in der Signalübertragung und Muskelkrämpfe, besonders nachts, können die Folge sein.

Krämpfe nach einer großen Belastung

Hier kann mangelnde Regeneration die Ursache für einen Muskelkrampf sein. Wichtig ist auch ausreichendes Trinken nach dem Sport und ein Ausgleich des Elektrolythaushalts. Eine ausgewogene Ernährung, die alle wichtigen Vitalstoffe enthält, ist außerdem wichtig für die Funktionsfähigkeit des Körpers.

Alkoholmissbrauch

Dies kann Mangelzustände und Nervenschädigungen nach sich ziehen. Die Signalübertragung und auch die Durchblutung der Muskulatur ist gestört. Krämpfe treten häufiger auf, auch ein Missempfinden in den Beinen wird vermehrt wahrgenommen.

Krankhafte Ursachen

Insbesondere bei Schwellungen oder Taubheitsgefühl. Die Diagnose gehört dann unbedingt in ärztliche Hände! Diabetes, chronische Nierenschwäche, bestimmte bakterielle Infekte, Schilddrüsen-, Muskel- oder Nervenerkrankungen müssen entsprechend behandelt werden.

Chininsulfat für eine medikamentöse Therapie des Muskelkrampfs

Bitte niemals auf eigene Faust anwenden! Der früher frei verkäufliche Wirkstoff steht heute unter Verschreibungspflicht. Grund dafür sind mögliche Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Blutbildveränderungen, Blutungsneigungen und Herz-Rhythmus-Störungen.

Heftige Schmerzen und leichte Nachschmerzen

Nicht auf eigene Faust mit Paracetamol oder Aspirin behandeln. Sanfte Dehnübungen, Massagen, warme Wickel oder Bäder lindern Schmerzen. Bei starken Schmerzen bitte einen Termin in der Arztpraxis machen.

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