Pflanzliche Heilmittel und ihre Risiken

Immer mehr Menschen vertrauen auf pflanzliche Heilmittel, sogenannte Phytotherapeutika, unterschätzen aber deren Nebenwirkungen. Erfahre, was du bei pflanzlichen Präparaten beachten solltest.

Auf einen Blick

  • Phytotherapeutika sind hochwirksam
  • Wirksamkeit pflanzlicher Präparate nachgewiesen
  • Heilpflanzen haben Neben- und Wechselwirkungen
  • Heilkräuter besser nicht selbst sammeln
  • Bei Kindern besondere Vorsicht walten lassen

Worauf muss ich bei pflanzlichen Heilmitteln achten?

Das Vertrauen in pflanzliche Präparate, sogenannte Phytotherapeutika, ist im Allgemeinen groß und deren Risiko für gefährliche Nebenwirkungen wird demzufolge als eher gering eingestuft. Doch genau wie bei synthetisch hergestellten Arzneimitteln kann es auch bei der Anwendung von pflanzlichen Mitteln Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Präparaten geben. Gerade wer auf eigene Faust pflanzliche Mittel anwendet oder seinen Kindern gibt, sollte zunächst genaue Informationen einholen. Die behandelnde Ärztin oder der Arzt muss wegen möglicher Wechselwirkungen ebenfalls über Eigenmedikationen Bescheid wissen.

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Nebenwirkungen und Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen

Die Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel lässt sich mit modernen wissenschaftlichen Methoden nachweisen. Viele Pflanzenpräparate sind obendrein sehr gut verträglich. Doch einige Heilpflanzen sind sogar hochgiftig und für die Eigenmedikation absolut tabu! Dazu gehören etwa der Eisenhut und auch der Rote Fingerhut. Entsprechende vom Arzt verordnete Fertigpräparate dagegen enthalten den gewünschten Wirkstoff in standardisierter, absolut sicherer Form.

Häufig wird jedoch übersehen, dass auch eigentlich ungiftige Heilpflanzen unerwünschte Begleiterscheinungen haben können. Kamille kommt häufig bei Erkältungskrankheiten oder Magenbeschwerden in Eigenmedikation zur Anwendung. Wer jedoch auf Korbblütler allergisch reagiert, muss auf Kamillen-Anwendungen verzichten. Auch Augenspülungen mit Kamillentee sind nicht ratsam, da die feinen Härchen der Kamille die Augen zusätzlich reizen. Nicht unproblematisch ist das Johanniskraut, das nachgewiesenermaßen eine aufhellende Wirkung bei depressiven Verstimmungen hat. Neben phototoxischen Reaktionen der Haut kann Johanniskraut auch Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden hervorrufen. Auch schränkt Johanniskraut die Wirkung zahlreicher Medikamente, wie z. B. Antibiotika, hormonelle Verhütungsmittel und Herzmedikamente, stark ein, indem es deren Wirkstoffe abbaut. Deshalb Johanniskraut besser nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden.

Heilkräuter selbst sammeln?

Sicher, selbst auf Kräutersafari zu gehen hat seinen eigenen Reiz und spart Geld. Doch Vorsicht: Sammeln Sie nur die Pflanzen, die sie zweifelsfrei bestimmen können! Für die Selbstbehandlung gilt außerdem, dass die Heilpflanzen aus der Apotheke auf ihren Wirkstoffgehalt geprüft und sicher sind. Dieser schwankt bei selbst gesammelten Pflanzen je nach Standort.

Pflanzliches für Kinder?

Viele Eltern geben ihren Kindern pflanzliche Mittel zur Stärkung des Immunsystems oder bei Erkältungskrankheiten. In der Tat leisten diese Mittel hier gute Dienste bei richtiger Anwendung. Bei einer Aromatherapie ist unbedingt zu beachten, dass ätherische Öle wie Kampfer und Eukalyptus, die bei Erwachsenen in der Regel unproblematisch sind, bei Kindern eventuell Atemnot und Krämpfe hervorrufen. Einige pflanzliche Mittel können gerade bei kleineren Kindern zu ernsthaften oder gar lebensbedrohlichen Problemen führen, wie Eisenhut, Beinwell oder Meerträubel.?Die behandelnde Kinderärztin oder der Kinderarzt sollte in jedem Fall über die Gabe von pflanzlichen Mitteln informiert werden, mögen diese auch noch so harmlos erscheinen. Bei einer anstehenden Operation nämlich kann z. B. Gingko das Blutungsrisiko erhöhen oder Baldrian die Betäubung verstärken. Echinacea bewirkt eventuell eine Abschwächung einer immunsuppressiven Therapie. Einige pflanzliche Mittel müssen schon mehrere Wochen vor dem geplanten Eingriff abgesetzt werden, um dessen Erfolg nicht zu gefährden. Weitere Infos hierzu auf www.kinderaerzte-im-netz.de.

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