Ringelröteln

Über Ringelröteln herrscht viel Unwissen – hier die Fakten:

Auf einen Blick

  • Ringelröteln sind hochansteckend
  • Nach zwei bis fünf Tagen beginnt der Ausschlag
  • Ausschlag zumeist nicht behandlungsbedürftig
  • Schwangere müssen vorsichtig sein
  • Es existiert kein Impfstoff

Was sind Ringelröteln?

Obwohl Ringelröteln neben Scharlach, Masern, Windpocken und Röteln eine der typischen Kinderkrankheiten ist, die Ausschlag verursachen kann, kennen die wenigsten Menschen diese Viruserkrankung. An der Ansteckungsgefahr liegt das nicht. Ringelröteln sind hochansteckend und werden über Tröpfchen in der Luft und über die Hände übertragen. Auch über Erreger, die z. B. an Türklinken oder Spielzeug haften, kann man sich infizieren. Oft treten die Krankheitsfälle gehäuft vom Spätwinter bis zum Frühsommer dort auf, wo viele jüngere Kinder zusammenkommen: also in Kindergärten, Krippen und Schulen. Allerdings ist der Krankheitsverlauf fast immer mild – weshalb so wenige Eltern über diese Krankheit Bescheid wissen. Sie beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Gelenkschmerzen, häufig begleitet von Durchfall, Übelkeit und Fieber. Erst nach zwei bis fünf Tagen – und mit Abklingen des Fiebers – tritt der charakteristische Ausschlag auf. Die Kinder bekommen hochrote Wangen, danach bilden sich großflächige, girlandenförmige Flecken, die sich bis auf die Arme, Beine und den Rumpf ziehen. Da sich der Ausschlag von der Nase her flügelförmig ausbreitet, werden Ringelröteln auch als Schmetterlingsexanthem bezeichnet.

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Ist der Ausschlag ansteckend?

Sobald der Ausschlag auftritt, ist die Ansteckungsgefahr in der Regel vorüber. Behandlungsbedürftig ist der Ausschlag normalerweise auch nicht, weil er meistens weder juckt noch schmerzt. Falls sich die Haut schuppig und rau anfühlt, helfen Ölbäder und das Eincremen mit einer pflegenden Lotion. Nach sieben bis zehn Tagen ist der Ausschlag restlos verschwunden. In Kindergarten und Schule dürfen die kleinen Patienten trotz des Ausschlags gehen, denn die Ansteckungsgefahr ist in den Tagen, bevor der Hautausschlag zu sehen ist, am höchsten. Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen beträgt ca. zwei Wochen (7 bis 21 Tage). Allerdings können die Krankheitsanzeichen komplett ausbleiben oder so unauffällig ausfallen, dass die Ringelröteln nach ein, zwei Tagen Unwohlsein durchgestanden sind. Bei einigen Kindern tritt der Ausschlag ohne vorherige Anzeichen scheinbar wie aus heiterem Himmel auf, andere haben zwar grippeähnliche Symptome und Fieber, aber danach keine roten Flecken auf der Haut. Behandelt werden bei Ringelröteln nur die Symptome: Falls Fieber auftritt und Kopf und Gelenke schmerzen, helfen fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente. Folgeerkrankungen am Herzen, an der Leber oder den Gelenken sind normalerweise nicht zu befürchten. Gefährlich sind Ringelröteln für Kinder (meist sind Kids von fünf bis 15 Jahren betroffen) im Normalfall also nicht.

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Gefährlich für Ungeborene!

Wenn das Warnschild „Ringelröteln" an der Kindergartentür auftaucht, sollten bei Schwangeren sämtliche Alarmglocken im Kopf läuten. Denn falls sich die Mutter infiziert hat, können die Viren auf das ungeborene Kind übertragen werden. Eine Infektion beim Baby hat zwar keine Fehlbildungen oder Spätschäden zur Folge, kann aber eine Fehlgeburt verursachen. Der Virus stört nämlich die Blutbildung, woraus eine schwere Blutarmut resultieren kann. Diese führt zu gefährlichen Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut und in den Organen. Schwangere, die mit an Ringelröteln erkrankten Kindern in Kontakt gekommen sind, sollten deshalb immer eine Arztpraxis aufsuchen. Diese prüft mittels einer Blutuntersuchung, ob sich die werdende Mutter infiziert hat bzw. ob sie die Ringelröteln bereits hatte und immun dagegen ist. Falls sie sich angesteckt hat, wird das ungeborene Kind per Ultraschall engmaschig auf Wasseransammlungen hin überwacht. Ab der 20. Woche (in einigen Krankenhäusern auch schon früher) kann eine Blutarmut beim Baby mit einer Bluttransfusion durch die Nabelschnurvene behandelt werden. In den meisten Fällen bilden sich die Flüssigkeitsansammlungen daraufhin zurück und das Baby wird völlig gesund geboren. Einen Schutz vor Ringelröteln gibt es nicht, weil kein Impfstoff dagegen existiert. Auch die Röteln-Impfung nützt nichts, da die Ohrfeigenkrankheit, wie sie auch im Volksmund heißt, außer dem Namen nichts gemeinsam mit den Röteln hat.

FAQ´s zu Ringelröteln

Mein Kind ist gegen Röteln geimpft. Kann es trotzdem die Ringelröteln bekommen?

Ja. Ringelröteln werden durch den Parvovirus B19 verursacht – also einem vollkommen anderen Virus als Röteln.

Ich bin mit dem 2. Kind schwanger. Im Kindergarten meines Sohnes gehen derzeit die Ringelröteln um. Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Vermeide es, den Kindergarten nach Auftreten der Ringelröteln zu betreten. Außerdem solltest du deinen Sohn so lange aus dem Kindergarten nehmen, bis die Erkrankungswelle vorbei ist. Darüber hinaus verringern einfache Hygieneregeln das Ansteckungsrisiko wie z. B. häufiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife. Nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fassen und bei Gläsern, Besteck etc. darauf achten, dass jeder sein eigenes benutzt.

Wie kann ich feststellen, ob ich mich bereits angesteckt habe?

Durch eine Blutuntersuchung beim Arzt. Diese zeigt, ob ein Immunschutz gegen Ringelröteln aufgrund einer früheren Erkrankung besteht oder ob du dich frisch mit dem Virus infiziert hast.

Hilft ein Antibiotikum gegen Ringelröteln?

Nein. Ein Antibiotikum hilft nur gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren.

Der Freund meines Sohnes hat Ringelröteln. Mein Sohn hat aber keinerlei Krankheitsanzeichen. Kann er trotzdem den Virus übertragen?

Das kann er, da die Erkrankung unbemerkt verlaufen kann. Die Erreger können unabhängig von den Krankheitsanzeichen weitergegeben werden, z. B. indem ein Erkrankter auf die Hand niest und danach einem Gesunden die Hand reicht.

Ringelröteln zählen zu den typischen Kinderkrankheiten. Können sich Jugendliche und Erwachsene anstecken?

Jugendliche und Erwachsene können sich anstecken, wenn sie noch nie an Ringelröteln erkrankt waren. Denn wer sie einmal durchgemacht hat, ist sein Leben lang immun dagegen. Im Erwachsenenalter verläuft die sonst eher harmlose Erkrankung häufig sogar schwerer.

Gibt es eine Meldepflicht für Ringelröteln?

Nein. Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Ringelröteln keine meldepflichtige Erkrankung und müssen nicht bei der Gesundheitsbehörde gemeldet werden.

Soll ich mein Kind lieber zu Hause lassen, wenn im Kindergarten Fälle von Ringelröteln aufgetreten sind?

Falls nicht eine Schwangere mit im Haushalt wohnt, macht eine vorsorgliche Maßnahme wenig Sinn. Wenn es bereits Fälle in der näheren Umgebung des Kindes gibt, hat es sich vielleicht sogar schon angesteckt. Denn die Ansteckungsgefahr ist am höchsten bevor ein Hautausschlag – und damit das sichere Erkennungszeichen der Ringelröteln – zu sehen ist. Außerdem kann sich das Kind auch z. B. auf dem Spielplatz, im Bus oder Kaufhaus mit den Ringelröteln anstecken.

Ist es ratsam, beim Verdacht auf Ringelröteln zum Arzt zu gehen?

Da auch weniger harmlose Krankheiten wie Windpocken, Röteln oder Masern mit Hautrötungen einhergehen, ist eine ärztliche Diagnose sinnvoll. Außerdem solltest du die Diagnose dem Kindergarten oder der Schule deines Kindes melden. Allerdings verläuft eine Erkrankung oft dermaßen harmlos, dass die Eltern nicht merken, dass es sich um Ringelröteln handelt.

Unter welchen Umständen können die Ringelröteln gefährlich werden?

Ringelröteln sind für Menschen mit einer Abwehrschwäche oder einer chronischen Erkrankung des Blutsystems gefährlich sowie während der Schwangerschaft.

In welcher Schwangerschaftswoche ist eine Ansteckung mit den Ringelröten besonders gefährlich für das ungeborene Kind?

Besonders problematisch sind Infektionen der Schwangeren mit dem Ringelrötelnvirus zwischen der 8. und 20. Schwangerschaftswoche.

Infiziert sich das ungeborene Kind immer, wenn die Mutter erkrankt ist?

Nein. Bei weniger als einem Drittel überträgt sich das Virus auf das ungeborene Kind. Und von diesen Kindern reagieren nicht alle mit einer lebensbedrohlichen Blutarmut.

Ab wann können sich erste Symptome beim ungeborenen Kind zeigen?

Die Symptome entstehen verzögert. Meist zwei bis sechs Wochen nach der akuten Infektion der Schwangeren, gelegentlich noch später.

Kann eine Infizierung mit dem Ringelröteln-Virus für das ungeborene Baby sogar zum Tod führen?

Leider ja. Besonders wenn eine Erkrankung des ungeborenen Kindes nicht erkannt wird, kann das durchaus zur Totgeburt führen. Ab der 20. Schwangerschaftswoche (in einigen Krankenhäusern auch schon früher) ist eine Behandlung des ungeborenen Kindes mittels einer Bluttransfusion möglich, die meist erfolgreich ist.

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