Sexuelle Übergriffe

Leider passieren sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld immer wieder sexuelle Übergriffe. Die pronova BKK ist an deiner Seite.

Auf einen Blick

  • Viele sexuelle Übergriffe sind subtil
  • Wehre dich gegen Dinge, die dir unangenehm sind
  • Bei Übergriffen im Job hilft die Personalabteilung
  • Im öffentlichen Raum weglaufen oder schreien
  • Stalking ist eine Straftat
  • Auch Männer sind betroffen

Wie kann ich mich gegen sexuelle Übergriffe schützen?

Sexuelle Übergriffe sind nicht immer offen und gewalttätig. Manchmal kommen sie sehr subtil daher, etwa durch Blicke, verletzende Worte oder sexualisierte Gesten. Solche passieren oft am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, aber auch in Gruppen von vermeintlichen Freunden. Genau das macht diese so gefährlich – das Opfer weiß sich nicht zu helfen und zweifelt an sich selbst: Stelle ich mich an? Vielleicht ist sie/er nur freundlich! Wenn du in eine Situation gebracht wirst, die dir unangenehm ist, dann setze dich auf jeden Fall zu Wehr. Vertraue dich einer nahestehenden Person an, wie guten Freundinnen sowie Freunden oder deinen Eltern, oder wende dich an eine Beratungsstelle. Schweigen ist hier immer der falsche Weg, denn von allein hören die Übergriffe meist nicht auf.

Selbstverteidigungskurse und das Erlernen von Kampftechniken bieten zwar keinen Rundum-Schutz vor Übergriffen aller Art, aber sie machen dich körperlich stark und selbstbewusst. Du lernst außerdem verschiedene Strategien der Abwehr. Ein lautes und deutliches „Nein“ wird dir auf jeden Fall leichter über die Lippen kommen.

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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Machtspiele im Team oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen führen immer wieder zu sexuellen Belästigungen. Weise das Verhalten ruhig und entschieden zurück und setze eine deutliche Grenze. Wenn die Übergriffe trotzdem nicht aufhören, wende dich an einen Vorgesetzten oder die Personalabteilung.

Sexuelle Attacken im öffentlichen Raum

Leider kommt es auch in Parks, öffentlichen Verkehrsmitteln, in Discos oder sogar auf offener Straße immer wieder zu sexuellen Übergriffen aller Art. Wenn es dir irgendwie möglich ist, renne weg. Auch der Gebrauch einer Trillerpfeife oder lautes aggressives Schreien kann sinnvoll sein, um Passierende auf sich aufmerksam zu machen. Den Einsatz von Abwehrmitteln wie Elektroschockern und Pfefferspray empfehlen wir dir hingegen nicht. Wenn der Täter dir deine Waffe abnimmt und gegen dich verwendet, bist du ausgeliefert. Wenn du dich dennoch auf diese Mittel verlassen möchtest, solltest du dich mit der Handhabung vorab vertraut machen, damit du im Bedarfsfall nicht erst die Gebrauchsanweisung lesen musst.

Sexualisiertes Mobbing

Jemanden im sexuellen Bereich zu terrorisieren ist eine Sonderform des Mobbing. Sexuelle Übergriffe sind nämlich nicht immer gleichbedeutend mit Körperkontakt. Auch gemeine Worte und Kommentare können sehr weh tun oder das Teilen intimer Fotos. Gerade in sozialen Netzwerken werden einzelne zum Gespött aller gemacht – und das rund um die Uhr. Meist sind Täterinnen bzw. Täter und Opfer miteinander bekannt. Wenn du selbst Grenzverletzungen erlebt hast, kannst du natürlich versuchen, die Verantwortlichen zur Rede zu stellen. Sollte das nicht helfen, solltest du dir professionelle Hilfe suchen.

Stalking

Jemand der stalkt terrorisiert andere, indem er sie auf Schritt und Tritt verfolgt oder sie pausenlos mit Anrufen, Whatsapps oder persönlich belästigt. Opfer sind keineswegs nur Prominente, insgesamt sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Typische Täter sind Ex-Partnerinnen bzw. Ex-Partner. Falls du mit deiner Freundin oder deinem Freund Schluss gemacht hast und jetzt regelrecht verfolgt wirst, versuche noch einmal, durch eine klare Ansage eine Grenze zu ziehen. Jemand könnte fehlgeleitet durch Stalking seine Verliebtheit zeigen wollen. Zeige ganz klar, dass du für solch eine Art der Annäherung nicht zu haben bist. Gehe nicht auf Anrufe, SMS und andere Kontaktaufnahmen ein, denn das ermutigt die stalkende Person nur weiter. Wenn das Stalking sich verstärkt oder nicht aufhört, kannst du dich an die Polizei wenden – im Jahr 2007 wurde Stalking offiziell zur Straftat erklärt.

Übergriffe unter Gleichaltrigen

In Gruppen kann leicht eine Dynamik entstehen, die dazu führt, dass einzelne Mitglieder sich unter Druck gesetzt fühlen. Sie werden aufgefordert oder gar genötigt, oft unter Alkoholeinfluss oder Drogen, sexuelle Handlungen durchzuführen, die sie eigentlich ablehnen. Wende dich an die Polizei oder eine Beratungsstelle, wenn du selbst Opfer bist. Und versuche, deine Freundinnen und Freunde zu schützen, wenn du merkst, wie eine Situation aus dem Ruder läuft.

Auch Männer sind betroffen

Als Mann bist du keineswegs vor sexuellen Übergriffen sicher. Dreckige Witze oder unerwünschte Berührungen kommen durchaus vor. Meist gehen sie weniger von einer Einzelperson, als vielmehr von einer ganzen Gruppe von Kolleginnen oder Kollegen aus. Denn auch Frauen sind unter den Tätern zu finden. Für Männer ist es häufig noch schwerer, darüber zu reden. Doch es ist wichtig für dich, hier eine klare Grenze zu ziehen und diese deutlich mitzuteilen.

Wirst du sexuell belästigt? Brauchst du Hilfe oder willst dich anonym aussprechen und Ratschläge einfordern? Dann kontaktiere jetzt unsere Expertinnen und Experten per Telefon oder nutze unseren Chat. Melde dich, damit wir gemeinsam einen Weg finden, dir zu helfen.

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