So klappt der Start beim ersten Job

Die oder der Neue zu sein ist nie leicht. Aber wenn du ein paar einfache Regeln beachtest, wirst du schnell ein Teil des Teams.

Auf einen Blick

  • Sei freundlich, engagiert & bescheiden
  • Mit Verbesserungsvorschlägen erstmal zurückhalten
  • Auf Firmenfeiern nicht eskalieren
  • Die größten No Gos
  • Lesetipp

Dein erster Job

Du hast endlich deinen ersten Job gefunden? Herzlichen Glückwunsch! Wahrscheinlich hast du – wie die meisten Arbeitnehmenden – eine Probezeit. Auch, wenn diese nicht rechtlich vorgeschrieben ist, gibt es sie in nahezu jedem Betrieb. Das hat auch nicht nur einen Vorteil für die Unternehmen, sondern auch für dich. So haben du und deine Arbeitgebenden nämlich Zeit herauszufinden, ob die Stelle wirklich zu dir passt, du die Erwartungen erfüllst und mit dem Team und dem Kundenstamm gut zurecht kommst.

Der erste Tag am Arbeitsplatz ist für dich als neues Mitglied im Team immer mit Nervosität und Anspannung verbunden. Die Erwartungen sind von beiden Seiten hoch. Besonders wenn du gerade aus der Ausbildung oder von der Uni kommst, ist deine Unsicherheit verständlicherweise besonders groß. Du kannst dem entgegenwirken, indem du vorher Erfahrungen in Praktika und Teilzeitjobs sammelst, aber die Erfahrungen in einer vollen Arbeitsstelle ersetzt dies natürlich nicht.

Klar, alles ist neu und fremd. Aber denk daran – das ist nicht das erste Mal, dass du solche Erfahrungen machst. Du warst bereits neu in einer Grundschule, einer weiterführenden Schule, einer Ausbildung, einer Universität, einem Praktikum, einem Ferienjob oder einem Verein – und auch dort hast du Anschluss gefunden. Lass dir einfach Zeit und versuche, gelassen an die Sache heranzugehen.

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Neu und eingesessen im Team

Erstmal bist du die oder der Neue. Erwarte also besser nicht, dass du sofort überall mitmischen darfst. Jedes Team hat seine Dynamik. Jemand neues darin aufzunehmen, bedeutet immer Kompromisse. Wundere dich also nicht, wenn du erst einmal beobachtet wirst – die anderen versuchen nur, dich einzuschätzen. Das bedeutet, dass dein gutes Benehmen besonders wichtig ist. Verhalte dich allen gegenüber höflich und offen: Stell dich deinen neuen Kolleginnen und Kollegen vor, auch denen, die nicht in deiner Abteilung arbeiten. Schlag doch mal vor, gemeinsam in die Mittagspause zu gehen und triff die anderen beim Kaffee holen in der Küche. Das nimmt jeder freundlich auf und schon ist das erste Eis gebrochen.

In der Probezeit solltest du besser nicht übermäßig neugierig und überschwänglich vertraulich sein. Dränge dich nicht auf, sonst wirst du auch als Eindringling wahrgenommen. Denk daran: du bist in erster Linie hier, um deine Arbeit zu erledigen.

Natürlich möchtest du die Kennenlernphase am liebsten überspringen und direkt ein Teil des Teams sein. Doch so funktioniert das leider nicht. Versuche nicht, direkt am Anfang als besonders lustig und locker daherzukommen. Genau das Gegenteil ist das beste: Zeige dich zurückhaltend. Jeder weiß, dass du noch keine selbstsichere Fachkraft sein kannst und erwartet, dass du dich auch nicht wie eine verhältst. Zeige aber dennoch Aufmerksamkeit. Stelle Fragen und bitte auch um Hilfe, wenn du bei einer Sache unsicher bist. Das zeigt deinen Willen dich einzuarbeiten. Frage auch deine neue Vorgesetzte oder deinen Vorgesetzten um Rat. Diese sind dein erster Kontakt in der Firma und wollen selbstverständlich wissen, wie du vorankommst, also werden sie sich bestimmt Zeit für dich nehmen.

Auch mit vorschnellen Verbesserungsvorschlägen solltest du dich in der ersten Zeit zurückhalten. Weder Vorgesetzte noch Team sollen den Eindruck gewinnen, sich jemand in die Firma geholt zu haben, der oder die alles besser wissen will, ohne sich tiefgehend informiert zu haben. Wenn du glaubst, dass etwas besser laufen könnte, dann informiere dich zunächst, warum es überhaupt so gemacht wird. Die Abläufe haben sich häufig über Jahre eingespielt und sind oft genug auch sinnvoll, auch wenn dir das auf den ersten Blick nicht klar wird. Sammle deine Ideen und bringe deine Vorschläge dann ein – wenn du dir ganz sicher bist, dass sich hier ein Vorteil bietet und du außerdem einen konkreten und handfesten Lösungsvorschlag ausgearbeitet hast.

Achtung und Aufmerksamkeit für dein Team

Wichtig ist, dass du dir möglichst schnell die Namen deiner Teammitglieder einprägst und sie am besten auch damit ansprichst – jeder hört gern seinen eigenen Namen. Dementsprechend ungern hört jemand zum dritten oder vierten Mal: „Wie war Ihr/dein Namen doch gleich?“ Scherze über ungewöhnliche Namen sind selbstverständlich tabu. Auch das "Du" solltest du nicht sofort jedem anbieten. Beobachte aufmerksam, welche Regeln und Umgangsformen in der neuen Firma gelten.

Wenn du trotz aller Bemühungen das Gefühl hast, dass es im neuen Job nicht läuft, dann scheue dich nicht, deine Vorgesetzten oder die Personalabteilung anzusprechen. Frag offen: “Wie sehen Sie mich und was könnte ich besser machen?”. Damit zeigst du, dass du reflektiert und kritikfähig bist. Die Personalabteilung ist hierfür eine gute Anlaufstelle, weil zu ihren Aufgaben auch die Personalentwicklung gehört. Wenn du Ratschläge erhältst, dann nimm diese auch ernst und setze sie um. Denk grundsätzlich daran, dass Kritik und Verbesserungshinweise Teil deines Lernprozesses sind und kein Angriff auf deine Persönlichkeit. Und sei nicht zu besorgt: Die meisten Firmen wollen niemanden nach der Probezeit wieder entlassen, schließlich haben sie viel Zeit und Mühe in deine Einarbeitung investiert.

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Mach dich unentbehrlich

Dein Ziel sollte es sein, in 100 Tagen soweit integriert zu sein, dass man nicht mehr auf dich verzichten möchte. Zeige in diesem Zeitraum deine Vorgesetzten, warum sie dich auf Dauer fest anstellen sollten. Die ersten Wochen dienen der Erkundung. Lerne dein Arbeitsumfeld kennen, achte aufmerksam auf die Abläufe im Unternehmen und versuche, die Strukturen zu verstehen. Steh dabei nicht nur unbeteiligt herum, sondern lass dir Dinge erklären, ohne dabei jemanden bei seiner Arbeit zu behindern.

Fange dann an, deine Erkenntnisse selbst anzuwenden. Du solltest nun wissen, was der Hintergrund deiner Arbeitsaufträge ist und welchem Zweck sie dienen. Schau über den Tellerrand hinaus und lerne jeden Tag etwas dazu. Mit diesem Wissen kannst du dann zielorientiert und effizient deine Anforderungen erfüllen. Mach aber nicht den Fehler, mit diesen Kenntnissen herumzuprahlen: bleib bescheiden.

Du wirst sehen, dass du mit dieser Arbeitshaltung immer mehr und wichtigere Aufträge erhältst. Wenn dein Team und deine Vorgesetzten sehen, dass man sich auf dich verlassen kann und dass Du begreifst, worum es bei deiner Arbeit geht, wirst Du Stück für Stück als vollwertiges Mitglied des Unternehmens angesehen. Dies ist die beste Voraussetzung dafür, dass die Festanstellung nur noch eine Formsache wird.

Gutes Benehmen auch auf der Firmenfeier

„Endlich mal eine Firmenfeier, da kann ich allen zeigen, wie cool ich bin!“ – Falsch gedacht! Dein Sozialverhalten über den engeren beruflichen Alltag hinaus wird gern bei Firmenfeiern auf den Prüfstand gestellt. Vorgesetzte geben sich durchaus mal die Ehre und laden ihre Mitarbeitenden ein. Nicht nur am Ende des Jahres zur berühmt-berüchtigten Weihnachtsfeier, auch zwischendurch gibt es immer wieder Anlässe zum Feiern. Was auf den ersten Blick als willkommene Alternative zum Berufsalltag wirkt, kann sich aber schnell als Fettnäpfchen für deine Karriere entpuppen.

Es wird gelacht, gequatscht und getrunken. Besonders regelmäßige Anlässe sorgen dafür, dass sich die Firmenfeiern zu kleinen Ritualen entwickeln, deren Regeln man erst lernen sollte. Und oft prägen sich bei Vorgesetzten die Erlebnisse einer Feier stärker ein als die alltäglichen beruflichen Leistungen ihrer Mitarbeitenden. Verstehe solche Anlässe also nicht als Freifahrtschein für ausgelassenes Benehmen. Begreife sie als eine Herausforderung und Chance, dich als sozial kompetenter Mensch zu zeigen. Du wirst sehen, dass der Umgang mit deinen Teammitgliedern danach oft entspannter läuft als vorher. Sag möglichst nicht ab, sonst grenzt du dich nur unnötig aus.

Denke daran, dass die Vorgesetzten sehen können, wie du dich benimmst. Das richtige Maß ist gefragt. Das beginnt schon mit deiner Kleidung. Wenn es keine festgelegte Kleiderordnung gibt, dann erscheine nicht unbedingt im Business-Anzug oder im Nadelstreifenkostüm. Signalisiere mit deiner Kleidung etwas Entspannung, aber denk daran, dass es noch immer eine Betriebsfeier ist. Locker, aber gepflegt.

Wenn du erst einmal da bist, ist es natürlich auch in Ordnung, zu feiern. Das bedeutet aber nicht, sich daneben zu benehmen. Gehe nicht mit dem Gedanken hin, es mal richtig krachen zu lassen, die Bar leer zu trinken und die Kolleginnen und Kollegen anzubaggern. Das macht dir den Rest der Probezeit dann ziemlich schwer. Unterhalte dich über den Unternehmensalltag, Urlaubspläne oder Hobbies. Warst Du in letzter Zeit im Kino oder hast ein gutes Buch gelesen? Das sind gute Gesprächsthemen – und erzähl nicht zu viel aus deinem Privatleben.

No Gos: Was du unbedingt vermeiden solltest

Die größten Fehler, die du in deiner Probezeit vermeiden solltest, sind:

  • Leichtfertige Arbeitshaltung: Nimm deine Arbeit ernst
  • Unpünktlichkeit: Plane Zeitpuffer ein
  • Kritik: Glaube nicht, alles besser zu wissen
  • Ignorieren von Vorgaben: Setze alles möglichst genau um
  • Übermäßige Neugierde: Zeige Interesse, aber bedränge die Leute nicht
  • Zu viel Kontakt: Sei offen, aber zurückhaltend
  • Fehlzeiten: Wirklich krank sein, ist okay, aber nicht bei Kleinigkeiten
  • Angeberei: Erfolge werden erwartet. Prahle jedoch nicht damit
  • Fehler nicht zugeben wollen: Steh dazu und gelobe Besserung
  • Rückzug ins Schneckenhaus: Hole Feedback ein, stelle Fragen

Der Schlüssel zu deinem Erfolg sind letztlich die Menschen, mit denen du es im Unternehmen zu tun hast. Für deine Probezeit und auch danach ist es daher von großer Bedeutung, dass du ein gutes Verhältnis zu Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten aufbaust. Achte aufmerksam auf die Vorgänge in deinem Umfeld. Lerne die Regeln und finde allmählich deinen Platz im Team. Dann bist du auf der sicheren Seite und bestehst deine Probezeit mit Bravour.

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