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Tierlabel & Tiersiegel: Infos & Tipps

Du möchtest Fleisch aus artgerechter Haltung, aber weißt nicht, welchem Label du trauen kannst? Alles über Label und wertvolle Tipps hat die pronova BKK hier.

Auf einen Blick

  • Keine einheitliche oder gesetzliche Regelung
  • Lebensraum & -umstände entscheidend
  • Überblick über wichtige Tierlabel
  • Alternative: Vertrauen bei Kleinerzeugenden

Durchblick bei Tierlabeln: Wichtige Siegel, Unterschiede und Tipps

Die Frage der Tierhaltung wird für viele Fleischfans immer wichtiger. Mehr als zwei Drittel der Verbrauchenden wünschen sich strengere Richtlinien für die artgerechte Haltung von Nutztieren und wären auch bereit, mehr dafür zu bezahlen. Zwar gibt es bereits verschiedene Tierlabel am Markt, doch die stiften mehr Verwirrung als Transparenz: Einheitliche Standards für die Siegelvergabe fehlen, ebenso wie eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht.

Einheitliche Standards bei Tierlabeln? Fehlanzeige!

Da konkurrieren EU-Biosiegel mit den Labeln der verschiedenen Öko-Anbauverbände, ein zweistufiges Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbunds mit einem Label der Initiative Tierwohl, einem Neuland-Logo und einem Discounter-Kennzeichnungssystem. Noch in Planung befindlich ist ein zweistufiges staatliches Tierwohllabel, die Teilnahme daran bleibt für die Erzeugenden allerdings freiwillig. Und daneben gibt es immer noch kleine bäuerliche Betriebe, denen eine artgerechte Haltung ihrer Tiere am Herzen liegt. Hier mag zwar ein Label fehlen, doch für die nötige Transparenz sorgen Aktionen wie Tage der offenen Tür, bei denen ein Einblick in die Regeln der Tierhaltung am Hof gewährt wird.

Welche Unterschiede und Kriterien für Tierlabel gibt es?

Kriterien für die Vergabe von Labeln sind Platzangebot im Stall, Auslaufmöglichkeiten, Futterqualität, der Einsatz von Medikamenten und die Dauer der Mast. Gesetzliche Mindestanforderungen legen Minimalstandards fest, die Anforderungen für ein Label gehen dann je nach Siegel mehr oder weniger weit darüber hinaus.

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Beispiel Milchkühe

Für Milchkühe beispielsweise ist der Weidegang im Sommer gesetzlich nicht vorgeschrieben. Milchkühe von Bioland- oder Naturlandhöfen dagegen kommen im Sommer garantiert auf die Weide. Einstreu wie Stroh für Mastrinder ist behördlich nicht vorgeschrieben, für die Zertifizierung durch EU-Biosiegel, Öko-Anbauverbände und Neuland allerdings Pflicht.

Beispiel Hühner und Schweine

Hühner in konventioneller Haltung werden in nur etwa 30 Tagen schlachtreif gemästet. Das Tierschutzlabel sieht eine Lebenszeit von 56 Tagen vor. 6.000 Legehennen dürfen in konventioneller Haltung in einem Stall untergebracht werden, die Label erlauben nur 4.500 bzw. 3.000 Tiere. Das Futter darf kein Gentechnik-Soja enthalten oder muss sogar teilweise oder komplett aus eigenem Anbau stammen. Und während ein Schwein in der Massentierhaltung mit 0,75 Quadratmetern Platz im Stall auskommen muss, stehen einem EU-Bioschwein immerhin 1,3 Quadratmeter zur Verfügung.

Das sind die wichtigsten Siegel im Überblick:

Initiative Tierwohl

Initiative Tierwohl liegt in ihren Anforderungen über den gesetzlichen Mindestvorgaben, jedoch deutlich unter denen für Biofleisch. Es gibt ein spezielles Programm für den Einsatz von Antibiotika.

EU-Biosiegel

EU-Biosiegel ist auch als grünes Blatt bekannt. Es steht für strenge Kriterien zum Tierschutz. Diese umfassen die verwendeten Futtermittel, das Platzangebot und die tierärztliche Versorgung.

Bio-Anbauverbände

Bio-Anbauverbände wie Naturland, Ökoland und Demeter gehen in ihren Anforderungen häufig über das EU-Biosiegel hinaus. Demeter hat die höchsten Standards, hier ist zum Beispiel auch das Enthornen der Kühe verboten.

Neuland-Logo

Neuland-Logo ist keine Bio-Zertifizierung, verpflichtet aber zu einer besonders artgerechten Tierhaltung.

Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes

Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes legt in einer Einstiegs- und einer Premiumstufe besondere Tierschutzstandards fest und verbietet beispielsweise bei Schweinen das Kupieren der Schwänze und das Abschleifen der Zähne.

Staatliches Tierwohllabel

Staatliches Tierwohllabel in zwei Stufen ist noch in Planung. Es soll die Haltungsbedingungen der Tiere verbessern, die Teilnahme der Erzeugenden bleibt jedoch freiwillig.

Alternative zum Label – Auf Kleinerzeuger setzen

Abseits aller Labels gibt es kleine bäuerliche Betriebe und Hofschlachtereien. Oft geschieht die Vermarktung auf regionalen Wochenmärkten oder direkt auf dem Hof. In den meisten Fällen bist du hier willkommen für einen Besuch auf dem Bauernhof und sogar erwünscht. So kannst du dir selbst ein Bild machen von der Form der Tierhaltung: Es handelt sich meist um eine artgerechte Tierhaltung ohne Zertifizierung, jedoch mit Qualität.

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