Ungewollte Schwangerschaft – Rat & Hilfe

Eine ungewollte Schwangerschaft ist immer erstmal ein Schock. Deine pronova BKK hilft dir!

Auf einen Blick

  • Schwanger? Bewahre einen kühlen Kopf!
  • Der Vater sollte in jedem Fall davon erfahren
  • Als Minderjährige solltest du mit deinen Eltern sprechen
  • Schwangerschaftsberatungsstelle und Jugendamt helfen
  • Ausbildung und Schwangerschaft sind vereinbar
  • Deine Optionen

Ungewollt schwanger – und jetzt?

Wenn du feststellst, dass du schwanger bist, sorgt das erstmal für ein Gefühlschaos – vor allem wenn du noch sehr jung bist und die Schwangerschaft ungewollt ist. Doch gerade jetzt gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren, denn wichtige Überlegungen und Entscheidungen stehen an. Eine Schwangerschaft bedeutet eine tiefgreifende Veränderung, die gesamte Zukunft steht auf dem Prüfstand: Was wird aus Ausbildung, Studium, Beruf? Wer kann das Baby betreuen?

Reden statt Schweigen

Wenn du vollkommen überraschend schwanger geworden bist, ist es wichtig, dass du die Tatsache nicht verdrängst, sondern dich bewusst damit auseinandersetzt. Steht die Schwangerschaft eindeutig fest, musst du dir überlegen, wem du dich anvertraust. Klar, der werdende Vater und – falls du minderjährig bist – auch die Eltern, können dir hoffentlich zur Seite stehen. Dazu kannst du dich natürlich auch einer guten Freundin oder einem Freund anvertrauen. Es ist verständlich, wenn du dich erstmal nicht traust, mit der Familie oder deinem Freund über die Schwangerschaft zu sprechen. Aber selbst, wenn es nur ein One-Night-Stand war, muss der werdende Vater davon erfahren. Und wer weiß – vielleicht wird aus der einen Nacht ja doch eine gemeinsame Elternschaft! Sollte alles keine Option für dich sein, dann gibt es eine Menge offizieller Stellen, die dir zur Seite stehen werden. Von deinen Vertrauenslehrerinnen oder - lehrern in der Schule über sozialpädagogische Dienste oder (telefonische) Anlaufstellen von Staat und sozialen Trägern - es gibt viele Möglichkeiten für junge Frauen und Mädchen, sich Hilfe zu holen. Gerne kannst du auch unsere Expertinnen und Experten zum Thema Schwangerschaft kontaktieren. Wichtig ist: Hole dir Hilfe! Niemand sollte so eine wichtige und emotionale Situation alleine durchstehen müssen!

Möglichst schnell gute Infoquellen erschließen

Egal, wie du dich mit deiner Schwangerschaft fühlst – die Hilfe einer Schwangerschaftsberatungsstelle in Anspruch zu nehmen ist eine gute Idee. Die Beraterinnen und Berater sind mit den vielfältigen Sorgen Schwangerer vertraut und unterliegen der Schweigepflicht. Auch der werdende Vater und deine Eltern sollten sich beraten lassen, um mit dir gemeinsam die anstehenden Aufgaben anzugehen. Falls du jugendlich und schwanger bist, ist das Jugendamt eine wichtige Anlaufstelle. Dort kannst du finanzielle Hilfen beantragen, außerdem werden Sorgerechts- und Unterhaltsfragen geklärt. Auch bei einer eventuell anstehenden Wohnungssuche, der Unterbringung in einem Mutter-Kind-Heim oder der Suche nach einem Kinderbetreuungsplatz hilft das Jugendamt.

Ausbildung und Schule sind mit Schwangerschaft vereinbar

Falls du dich noch in der Schule oder Ausbildung befindest, keine Sorge: das lässt sich mit einer Schwangerschaft viel leichter vereinbaren, als du jetzt gerade vielleicht denkst. Wichtig ist, die Frage der Kinderbetreuung frühzeitig zu klären. Vielleicht können ja deine Eltern oder die Eltern des Vaters einen Teil der Betreuung übernehmen oder wenigstens im Notfall einspringen. Natürlich ist es auch möglich, Kinder ab einem Alter von wenigen Monaten in Kinderkrippen oder von Tagesmüttern betreuen zu lassen. Gerade für schwangere Teenager ist es wichtig, Schule oder Ausbildung nicht abzubrechen. Die abgeschlossene Ausbildung ist schließlich der Grundstein für eine spätere finanzielle Unabhängigkeit. Kündigungsschutz in der Schwangerschaft und bis zum vierten Monat nach der Geburt, gesundheitlicher Schutz am Arbeitsplatz und Mutterschutzfrist gewährleisten eine gewisse Sicherheit rund um Schwangerschaft und Geburt. Falls du schon voll berufstätig bist, gilt das natürlich ebenso.

Mit klarem Kopf alle Möglichkeiten sondieren

Natürlich bist du erstmal erschrocken, wenn du feststellst, dass du ungeplant schwanger geworden bist. Treffe in deiner Überforderung nur keine überschnelle Entscheidung, die du eventuell nachher bereust. Wenn du dein Kind nicht alleine aufziehen kannst und nicht auf die Unterstützung des Vaters oder deiner Familie setzen kannst, kannst du dein Kind zur Adoption freigeben – diese Entscheidung kannst du final erst acht Wochen nach der Geburt treffen. Diese Vorgabe ist da um zu verhindern, dass du deine Entscheidung nachher bereust. Alternativ kann dein Kind auch vorübergehend in einer Pflegefamilie untergebracht werden, bis du soweit bist, dass du selbst für den Kind sorgen kannst. Währenddessen kannst du dein Kind regelmäßig besuchen. Falls das alles für dich keine Option ist, und/oder dich eine Schwangerschaft psychisch zu sehr belastet, gibt es immer noch die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs. Dafür musst zu zunächst zu einer Schwangerschaftskonfliktberatung. Danach machst du einen Termin für den Abbruch – zwischen den beiden Terminen müssen allerdings drei Tage Bedenkzeit liegen.

Einige bundesweite Anlaufstellen

  • Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Deutscher Caritasverband
  • Frauenwürde e.V.
  • Donum Vitae e.V.
  • Sozialdienst katholischer Frauen
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Schwanger unter 20? Weitere Tipps und Hinweise gibt es hier:
https://www.schwanger-unter-20.de/

Hey Doc! Manche Fragen klären Sie bestimmt lieber von Angesicht zu Angesicht. Mit dem Ärzte-Videochat geht das bei der pronova BKK auch online.