Vergessene Gemüsesorten neu entdeckt

Blauer Schwede, Jaune de Doubs, Topinambur oder Ochsenherztomate: So lecker kann klassisches Gemüse sein! Also ran an die Töpfe und lasst es euch schmecken!

Auf einen Blick

  • Klassische Gemüsesorten sind lecker
  • Die Ochsenherztomate eignet sich gut zum Befüllen
  • Petersilienwurzel als Babybrei oder Gnocchi
  • Topinambur schmeckt roh am besten
  • Steckrübe als Eintopf

Klassische Gemüsesorten frisch auf den Tisch

Natürlich ist ab und zu eine Pizza oder ein Auflauf mit viel Käse super lecker. Aber gesundes Essen hat in den letzten Jahren ein totales Comeback gefeiert und findet sich immer öfter auf den Tellern. Aber nicht nur Avocado und Buddha-Bowl sind lecker und gesund – auch aus dem altbekannten, regionalen Gemüsesorten lassen sich tolle Gerichte zaubern. Oft haben sie lustig klingende Namen und einen Geschmack, der keinesfalls alltäglich ist. Außerdem kann von Langeweile keine Spur sein, wenn z. B. die in Folie gebackene Kartoffel, serviert zu in Honig-Senf-Marinade eingelegtem Grillfleisch, eine auffällig blaue Farbe hat. Die Kartoffel mit dem violetten Fruchtfleisch und der dunkelblauen Schale heißt „Blauer Schwede" und ist eine alte Kartoffelsorte, die wegen ihres kräftigen, nussig-süßlichen Geschmacks bei Feinschmeckern sehr beliebt ist.

Aromatisch: die Ochsenherztomate

Eine Rarität ist auch die so genannte Ochsenherztomate. Sie ist erstaunlich groß und eignet sich daher perfekt zum Befüllen – beispielsweise mit Hackfleisch oder vegetarisch mit Risotto und Schafskäse. Sehr gelb und sehr süß ist die Mohrrübe mit dem wohlklingenden Namen Jaune de Doubs. Ihr mildes Aroma kommt z. B. in einem schlichten Möhrensalat voll zur Geltung.

Stärkend: die Petersilienwurzel

Auch die Petersilienwurzel ist ein unterbewertetes Wurzelgemüse, das langsam wieder die wohlverdiente Anerkennung erfährt. Das klassische Wintergemüse schmeckt intensiv-würzig und eignet sich z. B. für eine wärmende Cremesuppe. Gleiches gilt für die Pastinake. Das weißliche Gemüse ähnelt optisch der Petersilienwurzel, schmeckt aber etwas milder. Da die Pastinake aber von der Saat bis zur Ernte sieben Monate braucht, ist sie bei vielen Bauern unbeliebt. Ihr Comeback auf den Tellern feierte die Pastinake nicht zuletzt wegen der Empfehlung, sie als Babybrei zu verwenden. Es heißt, sie sei bekömmlicher als die üblicherweise verwendete Möhre und vor allem hinterlässt Pastinakenbrei nur weißliche Flecken auf dem Pulli, die sich im Gegensatz zu den orangefarbenen Möhrenklecksen besser wieder rauswaschen lassen. Erwachsene genießen Pastinake beispielsweise als Gnocchi, Schmorgemüse mit Feta-Dip oder im Kuchen

Kalorienarm: Topinambur und Steckrübe

Apropos Gemüse, das unter der Erde wächst: Topinambur ist eine Verwandte der Sonnenblume und stammt ursprünglich aus Südamerika. Gegessen werden die Knollen, weswegen die Pflanze mit den goldgelben Blüten „Erdbirne" genannt wird. Da beim Kochen das Aroma verloren geht, schmecken die Knollen am besten roh – beispielsweise geraspelt in Rohkostsalaten und mit einem Schuss Zitronensaft versehen.

Ein klassisches, deutsches Gemüse ist die Steckrübe. Im ersten Weltkrieg ernährten sich die Menschen zeitweise ausschließlich von Steckrüben. Wahrscheinlich konnten sie daraufhin das kalorienarme Gemüse, das vermutlich auf eine Kreuzung zwischen Kohlrabi und Rüben zurückgeht, nicht mehr sehen. Jedenfalls verschwand das Wintergemüse lange Zeit aus den Kochtöpfen. Jetzt ist die Rübe mit dem gelblichen Fruchtfleisch wieder da – und wird wegen ihres angenehm süßlichen Geschmacks gerne als Eintopf oder Püree zubereitet.

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Rezepte

Steckrübengratin (für 2 Portionen)

Zutaten:

  • 600 g Steckrübe
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Sahne
  • 80 g würziger Käse (z.B. Bergkäse)
  • Frischer Thymian
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die Steckrübe halbieren, schälen und in dicke Scheiben schneiden. In einem Topf die Gemüsebrühe aufkochen und die Steckrübenscheiben fünf bis sieben Minuten dünsten. Abtropfen lassen und in eine gefettete Auflaufform schichten. Thymian hacken und in die Sahne geben. Mit Salz und Pfeffer pikant abschmecken und die Hälfte des Käses unterrühren. Die Sahnesoße über die Steckrüben gießen und mit dem restlichen Käse bestreuen. Bei 200 Grad (Umluft 180 Grad) ca. 20 – 25 Minuten überbacken.

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Pastinaken-Gnocchi (für 4 Personen)

Zutaten:

  • 750 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 250 g Pastinaken
  • 120 g Speisestärke
  • 3 Eigelb
  • Frische Petersilie, Salz, Pfeffer und Muskat

Zubereitung:

Geschälte Kartoffeln grob würfeln und in Salzwasser etwa 20 Minuten kochen. Pastinaken ebenfalls schälen, klein schneiden und zehn bis zwölf Minuten mitkochen. Anschließend abgießen und durch die Kartoffelpresse drücken, abkühlen lassen. Mit Stärke und Eigelb vermischen, mit Salz und Muskat würzen und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Rollen formen und ca. zwei Zentimeter breite Stücke schneiden. Diese mit einem bemehlten Gabelrücken leicht eindrücken. Die Gnocchi ca. zehn Minuten ruhen lassen und in einem Topf mit reichlich Salzwasser rund 5 Minuten gar ziehen lassen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und abtropfen lassen. In der Zwischenzeit Butter in einer großen Pfanne zerlassen und die Gnocchi kurz anbraten. Die klein gehackte Petersilie unterrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

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