Vorstellungsgespräch: Herzlich Willkommen!

Das Vorstellungsgespräch - deine Chance live zu beweisen, dass du die oder der Richtige für den Job bist.

Auf einen Blick

  • Die Basis für deinen souveränen Auftritt
  • Fünf vor zwölf: Wie viel Zeit du einplanen solltest
  • Der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs
  • Wichtige Fragen und Antworten

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch hat sich deine Bewerbungsarbeit gelohnt. Du hast das Interesse der Personalabteilung geweckt, die Firma interessiert sich für dich. Kompliment! Das Vorstellungsgespräch ist nun die Chance, deinem potentiellen (Ausbildungs-)Betrieb auch „live“ zu beweisen, dass du die oder der Richtige bist.

Worauf kommt es jetzt an? Es geht nicht darum, deine schriftliche Bewerbung mündlich zu wiederholen. Im Vorstellungsgespräch entscheiden andere Kriterien für oder gegen dich: Hier zählen zu 70 Prozent deine Persönlichkeit, zu 20 Prozent deine Leistungsbereitschaft und zu zehn Prozent dein fachliches Können und Wissen. Personalentscheidende wollen herausfinden, ob du zum Unternehmen und in das vorhandene Team passt - persönlich und fachlich. Dein Auftreten und der Eindruck, den du hinterlässt, entscheiden darüber. Damit du auch bei deiner persönlichen Vorstellung positiv punktest, brauchst du vor allem eine gute Vorbereitung, etwas Selbstvertrauen und ein bisschen Glück.

Die Vorbereitung: Die Basis für deinen souveränen Auftritt

Das Vorstellungsgespräch ist vergleichbar mit einer mündlichen Prüfungssituation. Je besser du dich vorbereitest, desto geringer wird die Gefahr, diese Chance zu verschenken. Nimm dir genügend Zeit dir zu überlegen, wie du ein überzeugendes Verkaufsgespräch über deine eigene Person führst. Das wird dir umso eher gelingen, wenn du darstellen kannst:

  • Was für ein Mensch du bist, wie du tickst und drauf bist
  • Was du kannst aber auch gerne noch lernen und entwickeln möchtes
  • Warum dich ausgerechnet diese Ausbildung oder Arbeit reizt
  • Was du deinem potenziellen (Ausbildungs-)Betrieb versprichst

Bewertet wird natürlich auch dein Aussehen, deine Erscheinung, deine Art dich auszudrücken und deine allgemeinen „Manieren".

Recherchiere die genaue Adresse deiner künftigen Firma, den genauen Anfahrtsweg und vor allem die Zeit, die du dafür benötigst. Sorge dafür, dass du frisch, ausgeruht und konzentriert erscheinst. Pünktlichkeit und eine ruhige Ausstrahlung sind oberstes Gebot für einen gelungenen ersten Eindruck. Kümmere dich um ein passendes, ordentliches Outfit. Informiere dich, welche Kleidung in der Branche üblich ist. Im Zweifel besser ein wenig overdressed: Eine Krawatte wird man dir eher nachsehen, als einen unpassenden Schlabberlook (Jogginghose). Rauche vorher nicht, verzichte auf starke Gewürze im Essen (vor allem Knoblauch), Parfum nur dezent.

Sympathie weckst du durch eine gute Körperspannung (nicht schlaff im Sessel hängen), mit ruhigen Bewegungen, einer angenehmen, nicht zu lauten Stimme. Wichtig sind hier auch ein offener Blick und ein guter Blickkontakt zu deinem Gegenüber (nicht anstarren, aber auch nicht verschämt auf den Boden gucken oder träumerisch in die Luft...), ein Lächeln und eine angemessene Wortwahl.

Wende dich allen Anwesenden gleichermaßen zu, schaue nicht immer der gleichen Person in die Augen, wenn mehrere da sind. Höre ihnen aufmerksam zu und falle ihnen nicht ins Wort. Sprich weder zu hektisch noch langsam und monoton mit vielen langen Pausen.

Bereite dich vor allem inhaltlich auf das Gespräch vor. Wer in der Bewerbungssituation sr Lage ist, ein klares Bild von sich und seinen Fähigkeiten zu vermitteln, darf sich nicht wundern, wenn das Ergebnis negativ ausfällt. Es gibt einige Standardfragen. Diese zu kennen und eine passende Antwort parat zu haben ist klar von Vorteil. Das gibt dir Sicherheit. Und wenn du ganz nervös werden solltest, einen Frosch im Hals spürst... gib deine Aufregung einfach zu: niemand will dir Böses, dein Gegenüber wird dafür Verständnis zeigen. Und schon fühlst du dich gleich viel besser und euer Gespräch läuft.

Auch ein Small Talk zu Beginn oder am Schluss des Gesprächs ist noch Teil deines Auftritts. Das Vorstellungsgespräch ist erst zu Ende, wenn du das Firmengelände verlassen hast. Egal, wie es gefühlsmäßig für dich gelaufen ist – bewahre Haltung. Selbst am Firmentor kann dir noch jemand von der Personalleitung begegnen oder hinterher schauen.

Unser Tipp: Übe deinen Auftritt, nimm dich mit deinem Smartphone auf. Je öfter, desto besser. Schaue dir das ganze immer wieder an und merke, wie du jedes Mal besser wirst. Machst du das in deinem Freundeskreis, kann das lustig werden und richtig Spaß machen!

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Fünf vor zwölf: Wie viel Zeit du einplanen solltest

Die Dauer eines Vorstellungsgesprächs hängt von der zu besetzenden Position ab, den branchen- und berufsspezifischen Aspekten, ob es ein Einzelinterview oder ein Gruppengespräch ist. Und natürlich auch von der Persönlichkeit der am Gespräch teilnehmenden Personen.

Im Durchschnitt solltest du von folgenden Zeiten ausgehen:

  • Auszubildende: im Schnitt zwischen 20 und 45 Minuten
  • Erste Position nach dem Studium: eine bis zwei Stunden
  • Höhere und Führungspositionen: mindestens eine bis mehrere Stunden

Die Länge des Gesprächs ist kein Garant für den Erfolg. Vielleicht war man unsicher oder hatte Fragen. Auch sehr kurze Vorstellungsgespräche können durchaus zum Job führen. Bringe aber genügend Zeit mit und lasse den Tag ansonsten terminfrei.

Der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs

In der Regel läuft ein Vorstellungsgespräch nach einem ganz bestimmten Muster ab. Du kannst in den meisten Fällen davon ausgehen, dass folgende Themen mit den entsprechenden Fragen auf dich zukommen:

1) Begrüßung und Einleitung des Gesprächs

Dies ist der Moment, in dem der berühmt-berüchtigte erste Eindruck geprägt wird. Versuche, halbwegs gelassen zu wirken und einigermaßen selbstsicher aufzutreten. Hier geht es oftmals mehr um Small Talk als um andere Themen. Wird das vom Bewerber oder der Bewerberin nicht ausreichend berücksichtigt, gefährdet er oder sie das Ziel, nämlich Sympathie, Vertrauen und letztlich Zutrauen zu erzeugen.

2) Motive der Bewerbung und Leistungsmotivation

Typische Fragen:

  • Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?
  • Warum möchten Sie diese Ausbildung absolvieren?
  • Warum wollen Sie den Arbeitsplatz wechseln?

Dein Gegenüber testet, wie fundiert Motivation und Interesse bei dir ausgeprägt sind. Ist dieser Arbeits- oder Ausbildungsplatz erste Wahl, nur Kompromiss oder sogar Notlösung? Lege dir vorher eine plausible Argumentation zurecht. Beeindrucke die Personalleitung in deiner Begründung mit Fakten über das Unternehmen, die du vorher auf dessen Website recherchiert hast. Wie zum Beispiel: „Sie haben einen Preis für Ihre Nachwuchsförderung erhalten und gehören zu den Marktführern der Branche.“

3) Ausbildung, Studium und beruflicher Werdegang

Typische Fragen:

  • Wie verlief Ihr bisheriger Berufs- beziehungsweise Ausbildungsweg?
  • Was sind derzeit Ihre konkreten Arbeitsaufgaben?

Planung oder Zufall? Ist ein roter Faden bei deinen Motiven für Ausbildungs-, Studienfach-, oder Arbeitsplatz erkennbar? Überlege dir vorher, was und wie du antwortest und welches Bild du dabei von dir erzeugst.

Eine weitere mögliche Frage:

  • Warum haben Sie Arbeitgeber/Schule/Uni öfter beziehungsweise selten gewechselt?

Hier will man Schwachstellen aufdecken. Gut vorbereitet kannst du dich geschickt aus der Affäre ziehen.

4) Persönlicher, familiärer und sozialer Hintergrund

Typische Fragen:

  • Erzählen Sie etwas über sich, wir möchten Sie gerne kennenlernen.
  • Was machen Ihre Eltern beruflich? Und Ihre Geschwister? Was arbeitet Ihre Partnerin/Ihr Partner?

Dies ist ein Test nach dem Motto: „Zeige mir dein Umfeld, und ich sage dir, wer du bist“. Sei dir darüber im Klaren, dass du eine relativ konfliktfreie, weitgehend problemlose heile Welt präsentieren solltest. Du bist nicht zur Wahrheit verpflichtet - und zwar dann nicht, wenn dein Gegenüber so genannte unzulässige Fragen stellt. Das sind Fragen nach der politischen Meinung oder Privatplänen (zum Beispiel Familienplanung). Erlaubt sind auch keine Fragen nach Vorstrafen, laufenden Ermittlungsverfahren sowie politische Gesinnung oder Parteizugehörigkeit.

Begreife die Frage als Chance, für deine Persönlichkeit zu werben. Denke daran, dass dein Gegenüber wissen will, ob du die beziehungsweise der Richtige für den Betrieb bist.

Überlege also, was für die Stelle wichtig ist und verpacke dazu die notwendigen Fähigkeiten in deine Antwort. Bei einer Stelle mit Kundenkontakt ist es auf jeden Fall besser, von deiner Kontaktfreudigkeit und Menschenkenntnis zu erzählen. Hast du in der Freizeit bereits eine Gruppe geleitet oder etwas Ähnliches? Es geht nicht darum, zu lügen. Betone aber deine Eigenschaften, die zur Stelle gut passen, mit Nachdruck.

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5) Gesundheitszustand

Typische Fragen:

  • Waren Sie schon mal ernstlich krank?
  • Wie oft gehen Sie im Jahr zum Arzt?

Dein Gegenüber testet, ob du ein gesunder, im Berufsleben einsatzfähiger Mensch bist oder ob bei dir mit Fehlzeiten zu rechnen ist. Er darf sich aber nur nach aktuellen Erkrankungen erkundigen, die die berufliche Leistungsfähigkeit einschränken. Bagatellerkrankungen, auch ein kleiner Heuschnupfen, gehen ihn nichts an.

6) Berufliche Kompetenz und Eignung

Typische Fragen:

  • Wie gut kennen Sie sich in unserer Branche, in unserem Metier aus?
  • Wie haben Sie sich auf Ihren Berufseinstieg vorbereitet?
  • Haben Sie schon mal Messen, Kongresse, Fachtagungen besucht?

Es geht darum zu prüfen, wie dein aktueller Wissensstand ist. Kannst du kompetent mitreden, einschätzen, beurteilen? Typisch ist auch folgende Frage:

  • Was spricht für und was gegen Sie als Kandidat?

Dies ist ein Test zur Selbsteinschätzung. Eine Kurzzusammenfassung der Argumente, die für dich sprechen und höchstens ein, zwei harmlose dagegen, sind jetzt gefordert, aber auch nur wenn direkt nach den Gegenargumenten gefragt wird.

7) Informationen für die Bewerberin/den Bewerber

Jetzt wird dein Gegenüber berichten, wie es bei ihm in der Firma/Institution zugeht. Das ist eine wichtige Gesprächsphase, in der es vor allem auf deine Fähigkeit zuzuhören ankommt: Zeig dich interessiert, frage nach, nicke zustimmend.

8) Arbeitskonditionen

Hier werden grob die Rahmenbedingungen abgeklärt, wie Aufgabengebiet, Arbeitszeit, Probezeit, Kündigungsfristen und Sonderzahlungen. Detailliert besprochen werden diese Aspekte aber erst, wenn du wirklich in die absolut engere Wahl kommst, oft also erst beim zweiten Vorstellungsgespräch.

9) Fragen der Bewerberin/des Bewerbers

Im Vorstellungsgespräch kannst beziehungsweise solltest du sogar selbst Fragen stellen. Damit unterstreichst du dein Interesse. Aber bitte frag nicht als erstes nach dem 13. Monatsgehalt oder wann du Urlaub haben kannst.

Fragenbeispiele:

  • Ich interessiere mich sehr für ... und habe gelesen, dass sie genau dazu eine Neuerung geschaffen haben. Darf ich dazu Genaueres erfahren?
  • Wie ist die Einarbeitungsphase geplant? (Ansprechperson, Programm, wie lange)
  • Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in Ihrem Unternehmen?
  • Was habe ich für Aufstiegsmöglichkeiten in Ihrem Unternehmen?

10) Abschluss des Gesprächs und Verabschiedung

Hier wird oft noch einmal die Gelegenheit für etwas Small Talk ergriffen. Frage, ab wann du mit einer Nachricht etwa rechnen kannst beziehungsweise ob und wann du dich melden darfst.

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