blonde frau mit eko t-shirt

Wie kompliziert ist Nachhaltigkeit?

Wie kann ich das Richtige tun? Das ist gar nicht so einfach. Denn wer nachhaltig leben möchte, findet dafür zwar unendlich viele Tipps. Doch das Feld ist weit und sehr komplex.

Auf einen Blick

  • Manchmal ist es doch komplizierter, als man denkt
  • Komplexe ökologische Zusammenhänge
  • Die großen Auswirkungen vom alltäglichem Leben

Komplizierter, als man denkt: 3 Beispiele

Ganz einfache Handlungen wie der Kauf eines T-Shirts, einer Avocado oder eines Apfels können durchaus vielfältige globale Auswirkungen haben.

Beispiel 1: Das T-Shirt

T-Shirts aus Baumwolle füllen die Kleiderschränke gleich stapelweise, schließlich sind sie praktisch und vielseitig, aus einem natürlichen Rohstoffgefertigt und oft bereits für kleines Geld zu haben. Wer denkt schon daran, dass für die Erzeugung eines einzigen T-Shirts etwa 2.500 Liter Wasser verbraucht werden?

Der indirekte Wasserverbrauch kann mit bis zu 15.000 Litern sogar noch deutlich darüber liegen, denn Wasser wird nicht nur für den Anbau der Baumwolle gebraucht, sondern auch für das Reinigen der Fasern von Pestizidrückständen, das Produzieren der Stoffe, das Herstellen der Farben, das Färben und für das Neutralisieren des bei der Produktion belasteten Wassers. Der Anbau von Öko-Baumwolle führt zwar zu einem geringeren Schadstoffeintrag in die Umwelt, der Wasserverbrauch bleibt aber weiterhin hoch.

Also doch besser T-Shirts aus synthetischen Fasern tragen? Deren Herstellung verbraucht zwar weniger Wasser, doch ist die Produktion aus Erdöl deutlich energieaufwändiger. Und auch sie kommt nicht ohne die Hilfe chemischer Substanzen (Farbstoffe, Ausrüstungschemikalien) aus. Nicht zuletzt tragen Kleidungsstücke aus Kunstfasern zum Mikroplastikproblem bei: Jeder Waschgang befördert einige Gramm kleinster Kunststoffteile, die größtenteils unsere Kläranlagen passieren, in die Gewässer. Nach Angaben des WWF Deutschland (2019) stammen bis zu 35 Prozent des weltweit in den Meeren nachgewiesenen Mikroplastiks aus synthetischer Kleidung.

Denkansatz
Weniger kaufen, länger tragen: Achte auf gut verarbeitete, langlebige Kleidung. Reinige Wäsche zudem bewusster, z. B. indem du die Maschine optimal belädst und bei niedrigeren Temperaturen wäschst.

Freunde werben -
Prämie sichern

Überzeugt von deiner pronova BKK? Dann empfiehl uns jetzt an deine Freunde und wähle dein Dankeschön!

Jetzt empfehlen

Beispiel 2: Die Avocado

Cremig frisch, einfach lecker und prall gefüllt mit Vitalstoffen: Avocados liegen voll im Food-Trend und sind aus einer gesunden Ernährung kaum noch wegzudenken. Und so ist die Nachfrage riesig mit deutlich steigender Tendenz. Doch die gesunde Schlemmerei hat eine Kehrseite: Für die Erzeugung von einem einzigen Kilo Avocados werden 1.000 Liter Wasser benötigt. In Erzeugerländern wie Spanien, Mexiko oder Chile aber ist Wasser knapp, dennoch nehmen Avocado-Plantagen dort immer mehr Raum ein. Da werden für den lukrativen Anbau in sehr trockenen Regionen schon mal Flüsse angezapft oder umgeleitet. In der chilenischen Provinz Petorca werden jährlich mehr als 200.000 Tonnen Avocados für den Export erzeugt.

Mit ihnen wird so viel Wasser exportiert, dass Anwohner und Kleinbauern– die Avocados in ökologisch sinnvollen Mischkulturen allenfalls für den Eigenbedarf oder den lokalen Handel anbauen – viel Geld für ihre private Wasserversorgung mit Tanklastern ausgeben müssen. Ein Umdenken könnte das Problem vor Ort abmildern, denn eine gesunde Ernährung ist hier bei uns auch ohne Avocados möglich.

Denkansatz
Avocados lieber seltener genießen und auf andere gesunde Lebensmittel mit guter Ökobilanz zurückzugreifen wie zum Beispiel regional und saisonal erzeugte Gemüsesorten. Das können jetzt im Frühjahr auch frisch sprießendes Wildgemüse wie Löwenzahn, Bärlauch, Brennnessel oder Giersch sein. Außerdem ab April der heimische Spargel oder Rhabarber.

pronova BKK-Bonus

Vorsorgen und deinen Bonus sichern! Wenn du dich fit und gesund hältst, wollen wir dich belohnen!

Zum Bonusprogramm

Beispiel 3: Der Apfel

Keine Frage, Äpfel sind gesund. Doch welcher Apfel hat die bessere Ökobilanz? Früher war die Sache einfach: Die im Herbst geernteten Äpfel kamen vom regionalen Erzeuger direkt in den dunklen Keller, wo sie zum Frühjahr hin immer schrumpeliger, aber dennoch verzehrt wurden. Heute ist der Anspruch an Frische und Knackigkeit im Biss höher und so liegen im Frühjahr frisch, perfekt und lecker aussehende Äpfel aus Deutschland und Neuseeland im Supermarkt nebeneinander. Vergleichen wir mal: Äpfel aus Deutschland: In speziellen Kühlhäusern lagern die Äpfel bei niedrigen Temperaturen, einer bestimmten Luftfeuchtigkeit und unterweitgehendem Entzug von Sauerstoff. Die Reifung wird verzögert, der Apfel ist auch im Mai noch knackig. Der Energieaufwand jedoch ist enorm.

Äpfel aus Übersee: Ende März frisch geerntet, legt der Apfel Tausende von Kilometern mit dem Containerschiff zu uns zurück und kommt direkt in den Handel (oder wird im Zielhafen noch eine Weile zwischengelagert, bis der Bedarf am Markt den besten Erlös verspricht).

Denkansatz
Achte auf heimische Apfelsorten, die du im Herbst kaufen und an einem kühlen Ort im Haus, z. B. im Keller oder witterungsgeschützt auf dem Balkon, einlagerst.

Kontaktformular - Was können wir für dich tun?
Du hast Anregungen, Wünsche oder weitere Fragen? Dann fülle unser Kontaktformular aus oder sende uns eine E-Mail an service@pronovabkk.de.

Mehr zum Thema