Menü Menü schließen

Zahngesundheit

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Hochansteckend, aber harmlos

Hand-Mund-Fuß-Krankheit

Nicht jede Entzündung im Mundraum hat auch ursächlich mit Zähnen oder Zahnfleisch zu tun. Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit, die vor allem Kinder unter zehn Jahren betrifft, entwickeln sich ein bis zwei Tage nach einem Fieberschub schmerzhafte rote Punkte an Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut. Innerhalb kurzer Zeit entstehen daraus Bläschen oder aphthenähnliche Geschwüre.

Wie der Name Hand-Fuß-Mund-Krankheit schon andeutet, bleibt es nicht dabei: Zeitgleich oder einige Stunden später kommt ein Ausschlag an Händen und Füßen hinzu, wodurch die Diagnose klar wird. Üblicherweise zeigt sich der Ausschlag an Handinnenflächen und Fußsohlen, kann aber auch an anderen Stellen der Hände und Füße sowie beispielsweise an Gesäß, Knien oder Ellenbogen auftreten. Aus dem Ausschlag entwickeln sich Bläschen, die schmerzen und jucken können, aber nicht müssen. Sie sondern virenhaltiges Sekret ab, wodurch die Erkrankung weiter übertragen wird. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gilt als hochansteckend. Nach einer Ansteckung dauert es üblicherweise drei bis zehn Tage, bis sich erste Symptome zeigen. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht in der Phase, in der der Ausschlag sichtbar ist.

Nicht bei jedem zeigt sich Ausschlag

Interessanterweise gehen Ärzte davon aus, dass sich nur bei einem Fünftel der Erkrankten überhaupt ein Ausschlag zeigt, die Erkrankung also bei der großen Mehrheit nahezu symptomfrei verläuft. Trotzdem ist aber Ansteckungsgefahr gegeben. Zwar sind in erster Linie Kinder im Kindergartenalter betroffen, aber auch ältere Kinder und Erwachsene können erkranken. Letztere leiden häufig länger unter der Virusinfektion als Kinder.

Im Normalfall verläuft eine Hand-Fuß-Mund-Krankheit relativ harmlos und heilt folgenlos innerhalb von sieben bis zehn Tagen aus. Bei Neugeborenen, Säuglingen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem gilt allerdings erhöhte Wachsamkeit: In sehr seltenen Fällen können auch Komplikationen wie Gehirnhautentzündung oder eine Infektion der inneren Organe auftreten.

Symptomlinderung steht bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit an erster Stelle

Eine spezielle Behandlung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit gibt es nicht. Man kann lediglich die Symptome lindern. Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, sind auch Antibiotika keine Option, da diese lediglich gegen Bakterien wirken. Gegen die schmerzhaften Bläschen im Mund hilft eine schmerzlindernde Tinktur mit einem lokalen Betäubungsmittel (Lidocain). Einige Kinderärzte empfehlen als natürliche Variante, die Bläschen mit einem Wattestäbchen mit Honig zu bestreichen. Da die Bläschen gerade beim Kauen und Schlucken schmerzen können, lindern gekühlte Speisen (Pudding, Joghurt, Eis) die Beschwerden. Wegen der großen Ansteckungsgefahr sollten betroffene Kinder erst dann wieder in Kindergarten oder Schule geschickt werden, wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind.

Hygiene - der beste (und einzige) Schutz gegen die Krankheit

Bei der Ansteckung mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt es sich um eine Schmier- und Tröpfcheninfektion. Die wichtigste und im Prinzip einzige Maßnahme gegen eine Ansteckung und Verbreitung der Krankheit ist regelmäßiges und gründliches Hände waschen (mindestens 20 Sekunden und mit Seife).

Häufig gestellte Fragen zur Hand-Fuß-Mund-Krankheit 

Handelt es sich bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit und der Maul- und Klauenseuche um die gleiche Erkrankung?

Nein. Beide Krankheiten werden zwar durch Viren ausgelöst, allerdings durch unterschiedliche. Die Übertragung erfolgt nur von Mensch zu Mensch. Tiere bergen keinerlei Ansteckungsrisiko für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

Auf welchem Wege erfolgt die Ansteckung?

Die Erreger aus der Gruppe der Enteroviren werden übertragen durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel, Nasen- und Rachensekret, Sekret aus den während der Erkrankung auftretenden Bläschen, durch Stuhl oder den Kontakt mit virenbehafteten Oberflächen wie beispielsweise Türklinken. Gerade in den ersten Tagen nach der Ansteckung können die Viren auch auf dem Wege der Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen weitergegeben werden. Hauptansteckungszeiten sind Spätsommer und Herbst.

Wie lange dauert die Inkubationszeit bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel drei bis zehn Tage, manchmal zeigen sich die Symptome allerdings auch schon nach einem Tag.

Wie lang ist die Dauer der Ansteckungsfähigkeit bei Erkrankten?

Das Virus ist hochansteckend, besonders aber während der Bläschenbildung in der ersten Krankheitswoche. Über den Stuhl können die Erreger allerdings noch mehrere Wochen nach Abklingen der Symptome ausgeschieden werden. Ein besonderes, weil unerkanntes Risiko geht häufig von erkrankten Erwachsenen aus, die keinerlei Symptome ausbilden und daher nichts von ihrer Erkrankung wissen.

Wie ist das Risiko für Schwangere einzuschätzen?

Schwangere sind vor einer Ansteckung mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit nicht per se geschützt. Der Krankheitsverlauf ist meist mild oder verläuft ganz ohne Symptome. Direkte Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft sind bisher nicht belegt. Allerdings können Schwangere, die kurz vor dem Geburtstermin erkranken, das Virus an das Baby weitergeben. Bei Neugeborenen sind die Symptome meist eher schwach ausgeprägt, schwere Komplikationen treten nur sehr selten auf. Am meisten gefährdet sind Babys in den beiden ersten Lebenswochen.

Gibt es eine allgemeine Meldepflicht für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Nach dem Infektionsschutzgesetz ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit keine meldepflichtige Erkrankung und muss demzufolge nicht bei der Gesundheitsbehörde angezeigt werden. Sind in einer Kita allerdings zwei oder mehr Kinder erkrankt, dann ist das zuständige Gesundheitsamt durch die Kita-Leitung zu informieren. Die Einrichtung wird in der Regel nicht für längere Zeit geschlossen, denn die Erreger sind ohnehin weit verbreitet. Aber Spielzeug und Möbel werden in Absprache mit dem Gesundheitsamt möglicherweise mit Desinfektionsmitteln behandelt.

Soll ich mein Kind in den Kindergarten oder in die Schule schicken, wenn die Hand-Fuß-Mund-Krankheit aufgetreten ist?

Kinder können sich ohnehin überall mit dem Virus infizieren, daher bietet kein Umfeld einen sicheren Schutz, auch nicht die eigene Wohnung. Das Risiko einer Ansteckung ist generell hoch, zumal Erkrankte noch über einen langen Zeitraum hinweg Erreger ausscheiden können und es außerdem verschiedene Virentypen gibt. Wichtig sind gute Hygienemaßnahmen wie sehr gründliches Händewaschen.

Wie lange soll meine erkranktes Kind zu Hause bleiben?

Bis zu sieben Tage kann es dauern, bis Rötungen und Bläschenbildung abgeklungen sind. Solange sollte Ihr Kind nicht in die Kita oder Schule gehen. Außerdem sollte es mindestens zwei Tage aus eigener Kraft und ohne fiebersenkende Mittel komplett fieberfrei sein.

Kann ich Geschwisterkinder vor einer Ansteckung schützen?

Leider gibt es keinen zuverlässigen Schutz gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Doch ein enger Kontakt mit dem erkrankten Kind, wie beim Schmusen, Umarmen oder Küssen, sollte unbedingt vermieden werden. Auch sollten Geschirr und Besteck sowie Schnuller und Zahnbürsten nicht gemeinsam benutzt werden. Achten Sie auf eine gründliche Reinigung von Spielsachen und Handtüchern.

Soll ich bei einem Verdacht auf Hand-Fuß-Mund-Krankheit mit meinem Kind zum Arzt gehen?

Ja, machen Sie einen Termin in Ihrer Kinderarztpraxis und äußern Sie schon am Telefon Ihre Vermutung hinsichtlich der hochansteckenden Erkrankung. Da auch weniger harmlose Krankheiten wie Windpocken, Masern oder Röteln mit Bläschenbildung oder Hautrötungen einher gehen, ist die ärztliche Diagnose unbedingt erforderlich. Lassen Sie sich ausführlich zu symptomlindernden Maßnahmen beraten.

mehr Informationen