Menü Menü schließen

​​Ak­tu­el­le The­men

Herkulesstaude: Achtung, Verbrennungsgefahr!

Herkulesstaude

Das Fahndungsplakat dieses Monsters aus der Pflanzenwelt ist beeindruckend: Gesamthöhe bis zu fünf Meter und bis zu 60 Zentimeter tief im Erdreich fest verwurzelt, der Stängel bis zu zehn Zentimeter dick und rot gesprenkelt, die Blätter mehr als einen Meter lang und drei- bis fünfteilig zerschnitten, die weißen Blütendolden bis zu 50 Zentimeter breit, die Vermehrungsfähigkeit gigantisch mit einer Samenproduktion von bis zu 50.000 Stück – der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, ist wahrlich nicht zu übersehen und eine wirklich beeindruckende Erscheinung.

Doch sollte man der Pflanze auf gar keinen Fall zu nahe kommen, denn der Pflanzensaft enthält hochgiftige Substanzen, die den Schutzmantel der Haut schädigen und unter Sonneneinstrahlung auch noch nach zwei bis drei Tagen zu schweren Verbrennungen führen können. Ein Arztbesuch ist bei auftretenden Beschwerden unbedingt angeraten.

Giftige Schönheit

Die Herkulesstaude ist mit dem heimischen Wiesenbärenklau verwandt, stammt jedoch ursprünglich aus dem Kaukasus. Erst im 19. Jahrhundert wurde sie als Zierpflanze eingeführt und war auch als Bienenfutterpflanze gern gesehen. Doch inzwischen breitet sie sich unaufhaltsam aus, denn sie produziert eine ungeheure Menge an Samen, die dazu noch schwimmfähig und bis zu zehn Jahren keimfähig sind. So finden sich inzwischen zahlreiche Exemplare an Flüssen, Bächen, Weg- und Waldrändern, Bahngleisen, aber auch in Gärten, Parks und an Kinderspielplätzen. Von Juli bis September dauert die Blütezeit. Leider ist die schöne Pflanze in allen Teilen giftig, besonders problematisch ist die Berührung mit dem Pflanzensaft. Dieser enthält sogenannte Furocumarine, die phototoxisch wirken, also ihr giftiges Potenzial erst unter Sonneneinstrahlung voll entfalten. Der bei Sonnenschein verdunstende Pflanzensaft enthält ebenfalls die toxischen Stoffe, die auf der Haut ernsthafte Beschwerden verursachen und auch über die Atemwege aufgenommen werden können.

Kurzer Kontakt, langwierige Beschwerden

Bei einem Kontakt mit der Pflanze kommt es zu typischen Verbrennungserscheinungen auf der Haut wie Rötungen, Schwellungen, Blasenbildungen, Juckreiz und nässende Quaddeln. Auch Eiterbildung tritt bisweilen auf. Die Symptome können sehr heftig ausfallen, vergleichbar denen einer Verbrennung zweiten Grades. Auch der Heilungsprozess ist oft außerordentlich langwierig. Er kann mehrere Wochen dauern und narbenähnliche Hautpigmentierungen hinterlassen. Werden die Giftstoffe eingeatmet, kommt es zu Atemnot mit Fieber und Kreislaufproblemen. Schon der Kontakt mit kleinen Mengen der giftigen Substanz führt zu ernsten Symptomen, unter gleichzeitiger oder auch noch späterer Sonneneinstrahlung verschlimmern sich die Beschwerden.

Erste Hilfe und Vorsichtsmaßnahmen

  • Nach einem Hautkontakt die betroffenen Stellen möglichst schnell mit Wasser und Seife oder auch Spiritus gründlich reinigen
  • Die betroffenen Hautpartien nicht der Sonne aussetzen und mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor schützen
  • Bei auftretenden Beschwerden den Arzt aufsuchen
  • Wer Exemplare der Herkulesstaude entfernen möchte, sollte unbedingt eine komplette Schutzkleidung tragen, also Overall, feste Schuhe, Handschuhe mit Stulpen, Kopfbedeckung, Brille und Gesichtsschutz
  • Kinder und Jugendliche bitte auf die Gefahren der Pflanze aufmerksam machen