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Heiß auf Abkühlung: Unkonventionell gegen die Hitze

Abkühlung

Was tun gegen die Hitze? Klar, leichtere Bekleidung, sich möglichst viel im Schatten aufhalten und es mit der Arbeit ruhig angehen lassen. Doch ist das wirklich schon alles? Kann man nicht mehr tun?

Morgens schwimmen gehen

Wem es gelingt, zur wirklich frühen Morgenstunde eines der letzten noch kühlen Gewässer oder als Frühschwimmer ein Freibad aufzusuchen, kann die Gelegenheit zum Bad nutzen, um gut gekühlt in den Tag zu starten. Das funktioniert nur früh morgens solange die Luft noch nicht ganz so heiß ist, und hält mit etwas Glück ein paar Stunden vor. Jedenfalls dann, wenn man sich, sobald man das Wasser verlassen hat, vorzugsweise im Schatten aufhält. Ein Bad in der Mittagshitze bringt nur kurzzeitige Erfrischung – kaum ist man aus dem Wasser raus, schwitzt man schon wieder.

Eiskaltes lässt uns nur stärker schwitzen ...

Seltsam: Nach einer eiskalten Dusche oder nach einem eiskalten Getränk neigen wir dazu, stärker zu schwitzen als zuvor. Warum? Wenn unser Körper zu sehr auskühlt, sorgt er schnell für Temperaturausgleich und fährt die Betriebstemperatur hoch, bis sie der Umgebungstemperatur entspricht. Und die ist zur Zeit hoch. Besser als lauwarm duschen.

... und warme Getränke kühlen

Hier funktioniert das umgekehrte Prinzip: Führen wir uns Wärme zu, halten wir ein leichtes Schwitzen im Gang – der Schweiß kann durch die Verdunstungskälte das Hitzeempfinden reduzieren. Gerade in Wüstenregionen trinkt man deshalb eher warme Getränke als eisgekühlte Cola. Wir empfehlen Pfefferminztee. Als ein kühlendes Lebensmittel sorgt Pfefferminze von innen für Abkühlung.

Sauna in der Hitze Geht's noch?

Draußen 40 Grad und dann noch in die Sauna? Ja. Sauna ist keineswegs nur im Winter gut. Wer im Hochsommer regelmäßig die Sauna frequentiert, profitiert vom Trainingseffekt – das körpereigene Kühlsystem arbeitet umso besser, je mehr es in Übung ist. Und Schweiß verdunstet auf unbekleideter Haut besser als unter Textilien. Kommen dann noch das kühlende Tauchbad oder eine Eisabreibung hinzu, ist der Trainingseffekt perfekt.

Kühlende Lebensmittel

In der traditionellen chinesischen Medizin gelten manche Lebensmittel als kühlend – auch dann, wenn man sie nicht gerade erst aus dem Kühlschrank geholt hat: Sie reduzieren die innere Hitze und sorgen für Kühlung von innen. Zu den kühlenden Lebensmittel zählen Melonen, Zitrusfrüchte, Pfefferminze, Salbei, Grüntee, Tomaten, Spinat und Joghurt.

Hut tragen

Auch hier kann man von Bewohnern heißer Länder lernen – je größer die Hitze, desto größer der Hut. Besonders eindrucksvoll ist das beim mexikanischen Sombrero. Der breitkrempige Hut beschattet das Gesicht, tut den Augen gut und schützt zusätzlich vor Sonnenbrand. Natürlich empfehlen sich derzeit besonders leichte Hüte aus Stroh oder Seegras – am besten mit Luftlöchern, um einen Hitzestau zu vermeiden. Wem der Hut nicht steht, kann auch zum Cap mit Nackenschutz greifen.

Fliesen statt Teppichboden

Wer einen Hund hat, weiß es längst: Im Sommer ist der Fliesenboden beliebter als der Teppich. Glatte Steinfliesen wirken in der Tat etwas kühlend – besonders im Kontakt mit nackter Haut. Dazu sollten die Fliesen allerdings im Schatten liegen. Der geflieste Balkon in ungeschützter Südlage hilft hier nicht viel.

Ventilatoren sind besser als ihr Ruf

Manch einer behauptet, dass Ventilatoren die Luft nicht kühlen, sondern nur herumwirbeln. Das ist richtig. Aber durch das Herumwirbeln entsteht ein Luftstrom ganz ähnlich dem Fahrtwind. Und dass der Fahrwind kühlt, weiß jeder, der beim Autofahren mal kurz den Arm aus dem Fenster hält. Besonders gewiefte Kühlprofis befestigen Kühlpads aus dem Gefrierfach am Ventilatorgehäuse – dann bläst eine kühle Brise durch den Raum. Wem das begleitende Ventilatorengeräusch zu laut ist, der übertönt es einfach mit seiner Lieblingsmusik, schließt die Augen und träumt sich in ein angenehmes Karibikfeeling.

In der Hängematte schlafen

Apropos Karibikfeeling: Wer die Möglichkeit hat, sollte zur Nachtruhe eine Hängematte aufspannen – sei es im Garten oder auf der Terrasse. Draußen ist es vielleicht doch etwas kühler als drinnen – und wenn dann ein leichter Wind weht, trägt das sehr zur Abkühlung bei. Wer auf das Bett angewiesen ist, sollte glatte Bettwäsche bevorzugen. Sie erzeugt immerhin kein zusätzliches Wärmegefühl. Und statt der Bettdecke reicht ein Laken.

Großmutters Trick gegen die Hitze

Diese Abkühlung verschafft auch in der kleinsten und heißesten Dachgeschosswohnung ein wenig Linderung: Waschbecken mit leitungskaltem Wasser füllen – und die Arme bis zum Ellenbogen eintauchen. Gleichzeitig – und mindestens für fünf Minuten (gegebenenfalls das Wasser erneuern). Das funktioniert wie die Wadenwickel bei Fieber: Das Blut wird im Vorbeifließen etwas runtergekühlt, die Hitze im Körper geht zurück. Manche Tricks sind so alt, dass sie schon wieder trendy sind!