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Humane Noroviren: Epidemie droht vor allem im Winter

Besonders zwischen Oktober und März macht es von sich reden, das hochansteckende Norovirus. Innerhalb kürzester Zeit brechen sich die Symptome mit aller Macht Bahn: Schwallartiges Erbrechen, starke Durchfälle begleitet von Bauchschmerzen, Krämpfen, Übelkeit und Kopfschmerzen machen den Betroffenen extrem zu schaffen. Zwar ist die Körpertemperatur in der Regel allenfalls leicht erhöht, dennoch ist das Allgemeingefühl einfach nur elend. Zum Glück ist eine Infektion mit Noroviren im Normalfall nicht wirklich gefährlich.

Kinder unter fünf Jahren und ältere Personen sind am häufigsten betroffen. Doch es kann jeden erwischen, denn das Virus ist recht stabil und schon der Kontakt mit zehn bis 100 Viruspartikeln kann nach nur sechs Stunden die beschriebenen Symptome mit aller Heftigkeit auslösen. Da es weder Medikamente noch Impfstoffe gegen das Virus gibt, spielt die Hygiene bei der Prävention die größte Rolle.

Hier droht Ansteckungsgefahr

Meist geschieht die Übertragung der Noroviren durch Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch, ein bloßes Händeschütteln genügt. Auch beim Erbrechen werden jede Menge Erreger über winzige Tröpfchen in die Umgebung geschleudert und finden auf diesem Wege schnell neue Opfer. Doch die Viren, die übrigens weltweit vorkommen, halten sich auch an Türklinken, Wasserhähnen, Toilettensitzen, Treppengeländern oder Handtüchern. Und sie überdauern sogar Hitze und Eiseskälte relativ gut: Tiefgekühlte Beeren etwa können durch kontaminiertes Wasser hochansteckend sein. Sicherheitshalber sollten sie daher nicht roh verzehrt, sondern gründlich auf mindestens 60 °C durcherhitzt werden. Auch Muscheln, Krabben, Salate oder verunreinigtes Wasser sind mögliche Ansteckungsquellen.

Erwischt! Was ist zu tun?

Trinken ist bei einer Infektion mit Noroviren die wichtigste Medizin, denn dem Körper wird durch häufiges Erbrechen sowie Durchfälle sehr viel Flüssigkeit entzogen. Das bedeutet auch einen hohen Elektrolytverlust. Auch wenn Betroffene am liebsten gar nichts zu sich nehmen wollen – das Trinken von Wasser, Tee mit etwas Zucker oder Salz, stark verdünnten Säften oder leichten Brühen schützt vor Austrocknung. Darüber hinaus ist viel Ruhe angesagt, um den Körper nicht noch mehr zu schwächen. Nach 12 bis 48 Stunden klingen die Symptome in der Regel wieder ab.

Prävention: Hygiene im Blick

Gegen eine Ansteckung mit Noroviren ist keiner gefeit, doch jeder kann das Risiko mit folgenden Maßnahmen minimieren:

  • Hände vor dem Essen und nach jedem Toilettengang immer sorgfältig mit Wasser und Seife reinigen
  • Lebensmittel, die roh verzehrt werden, immer gründlich waschen
  • Gerichte mit Meeresfrüchten immer gut durchgaren, Tiefkühlobst nicht roh verzehren
  • In der Küche Arbeitsgeräte und Arbeitsflächen sorgfältig reinigen, verschiedene Brettchen und Kochuntensilien für rohe und gegarte Speisen verwenden, Einwegtücher benutzen, Spüllappen häufig waschen, Speisen im Kühlschrank immer gut abdecken
  • Wenn im Haushalt jemand erkrankt ist: Türklinken, Toilette, Badutensilien und alle kontaminierten Flächen mit Einwegtüchern sorgfältig reinigen; Bettwäsche, Handtücher und Kleidung des Erkrankten möglichst bei mindestens 60 °C waschen; Geschirr bei 60 °C in der Spülmaschine reinigen; Betroffene sollten für die Dauer der Erkrankung und mindestens zwei Tage darüber hinaus möglichst Abstand zu anderen Personen halten