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Seelische Gesundheit

Hygge – was ist das? Und wo kann ich es bekommen?

Lebensgefühl Hygge

Hyggelig bedeutet im Dänischen wie im Norwegischen so viel wie gemütlich, angenehm, geborgen. Das klingt nach Sauna, Kerzenlicht, Wolldecke, einem Heißgetränk und Kaminofen, während der aufs Dach prasselnde Regen und Sturmböen einen Gedanken ans Rausgehen gar nicht erst aufkommen lassen.

Doch dieses Gefühl ist nicht der kalten Jahreszeit vorbehalten – hyggelig kann es auch im Frühling und im Sommer sein, drinnen wie draußen. Dieses besondere Lebensgefühl kann man für sich allein genießen, aber auch mit Freunden und in der Familie. Hygge ist vielfältig. Hygge kann im Grunde überall sein.


Hygge: Das bedeutet "Stressfreie Zone"

Kann Hygge wirklich überall sein? Nein – Hygge werden Sie dort nicht finden, wo es hektisch und laut ist, wo Sie in unfreundliche oder teilnahmslose Gesichter blicken, wo Sie bei Neonlicht auf eine nüchterne Büroeinrichtung starren, wo ein fader Coffee to go und ein muffiges Brötchen Ihr Frühstück sind und alles um Sie herum in Bewegung ist. Hygge braucht Ruhe, Zeit, Muße – und eine innige Zuwendung zu dem, womit man gerade beschäftigt ist.

Unser Alltag sieht meist anders aus – wir erledigen Dinge, die getan werden müssen, routinemäßig und sind mit den Gedanken ganz woanders. Und wenn wir endlich unsere Freizeit genießen könnten, setzen wir uns vor einen Bildschirm und lassen uns entweder von Nachrichten und seichter Unterhaltung berieseln, sind in virtuellen Welten unterwegs, shoppen online. So sorgen wir dafür, dass wir auch abends nicht zur Ruhe kommen, niemals ganz bei uns selbst sind und uns wie schon tagsüber auch abends unter Stress setzen.

Und dann wundern wir uns, wenn wir nicht so richtig glücklich sind? Im World Happiness Report, vom Earth Institute der Columbia-Universität New York für die Vereinten Nationen erstellt, rangiert Deutschland derzeit auf Rang 16 – das ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Auf Rang 1 und 2 hingegen finden wir Norwegen und Dänemark – also zwei Länder, die mit Hygge seit jeher ein ganz eigenes Glückskonzept pflegen. Können wir von unseren Nachbarn im Norden etwas lernen?

Die einfachen Dinge schätzen lernen

Sich hyggen heißt: sich etwas Gutes tun – und zwar ohne großen Konsum. Wer sich durch Konsum etwas Gutes zu tun beabsichtigt, erlebt nach einem kurzen Höhenflug schnell den Absturz – der Erwerb irgendeines Luxusartikels befriedigt uns nur für kurze Zeit. Ist der Konsumrausch verflogen, ist die Landung in der Realität umso härter. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die nächste schnelle Befriedigung durch einen erneuten Einkauf benötigen. Hygge kann man nicht kaufen, Hygge ist eine Lebenseinstellung. Wenn wir sie erlangt haben, spüren wir sie – unser Leben fühlt sich gut und echt an. Wir sind entspannt und bei uns selbst angekommen.

Um diese Lebenseinstellung zu erlangen, müssen wir uns zunächst von einigen Angewohnheiten trennen. Neben dem Konsumgedanken („Zufriedenheit kann man kaufen") sind das vor allem die Vorstellungen, dass alles perfekt und alles möglichst sofort gemacht werden muss. Haben wir uns erfolgreich von diesen drei Hygge-Hindernissen verabschiedet, können wir uns dem Wichtigsten zuwenden: der inneren Zuwendung. Ganz gleich, was wir tun: wir sind mit dem Gedanken ganz bei der Sache, lassen uns auf sie ein, finden dabei Gelassenheit. Nichts kann uns stören – wenn wir einen gemütlichen Abend verleben wollen, ignorieren wir eben die ständigen Benachrichtigungssignale unseres Smartphones. Wenn wir liebevoll einen Salat zubereiten wollen, konzentrieren wir uns ganz auf den Salat, seine Zutaten und deren Verarbeitung und machen sonst nichts. Wenn Freunde kommen, lassen wir uns ganz auf sie ein und sehen nicht nebenbei fern.

Hygge - Eine innere Einstellung

Hygge ist nichts Äußerliches, keine dekorative Gemütlichkeit, sondern eine innere Einstellung. Und die funktioniert drinnen genau so gut wie draußen – lassen Sie sich durch einige Vorschläge zu einem rundum hyggeligen Leben anregen!