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Er­näh­rungs­trends

Insekten essen: Kann man Grillen grillen?

Kann man Grillen grillen?

Insekten als Eiweißquelle

Ohne Proteine läuft bei uns gar nichts. Aufbau und Schutz der Muskulatur sowie Regeneration bei kleinen Verletzungen der Muskeln nach intensiver Belastung zählen zu den Hauptaufgaben der Proteine. Doch auch für die Speicherung und den Transport wichtiger körpereigener Substanzen, für die Hormonsteuerung, die Funktionsfähigkeit des Stoffwechsels und die Abwehr von Krankheitserregern braucht unser Körper hochwertige Proteine. Und genau die bringen Insekten auf den Teller. In vielen asiatischen und afrikanischen Ländern leisten die Krabbeltiere seit jeher ihren Beitrag zur täglichen Ernährung. Hierzulande gilt noch als exotisch, wer auf Insektenriegel schwört. Doch das könnte sich bald ändern.

Proteine vom Feinsten

Klassische Eiweißlieferanten sind Fleisch, Milch, Milchprodukte und Eier. Veganer setzen auf Hülsenfrüchte, Nüsse und Quinoa. In der Regel aber haben tierische Proteine die höhere biologische Wertigkeit: Sie sind dem menschlichen Protein ähnlicher und können daher effektiver vom Körper verwertet werden. Auch die Versorgung mit den sogenannten essenziellen Aminosäuren – das sind die Bausteine der Proteine, die der Körper mit der Nahrung aufnehmen muss, weil er sie nicht selbst herstellen kann – gelingt leichter mit tierischen Proteinen. Insekten punkten hier mit einem besonders hohen Proteingehalt: Grillen haben mit bis zu 70 Prozent Eiweiß sogar einen deutlich höheren Eiweißanteil als Rindfleisch mit etwa 55 Prozent.

In Sachen biologischer Wertigkeit liegen Insekten ohnehin an Top-Position, denn sie enthalten alle neun essenziellen Aminosäuren. Dazu kommen ein beachtlicher Gehalt an Vitamin B12, viele Mikronährstoffe und ein nennenswerter Anteil an Ballaststoffen, der sonst eher in pflanzlichen Nahrungsmitteln steckt. Diese Faserstoffe halten unseren Darm auf Trab, unterstützen das Darmimmunsystem und schützen gerade hart trainierende Sportler vor Infektionen. Neben verschiedenen Grillen sind auch Käfer, Raupen, Bienen, Wespen, Fliegen, Termiten und Würmer gute Eiweißlieferanten. Einziger Minuspunkt: Bei einer Schalentierallergie könnte auch der Verzehr von Insekten bzw. Insektenriegeln mit vermahlenen Insekten problematisch sein.

Eiweiß-Shake oder Insektenriegel?

Kraftsportler haben im Vergleich zu Ausdauersportlern einen besonders hohen Bedarf an Proteinen. Intensive Trainingseinheiten oder häufige Wettkämpfe fordern die Muskulatur aufs Äußerste. Viele greifen daher zu Eiweiß-Shakes, um den Aufbau der Muskeln zu unterstützen oder Reparaturvorgänge nach intensiven Trainingseinheiten zu beschleunigen. Doch diese haben oft einen hohen Zuckergehalt oder unerwünschte Zusatzstoffe wie künstliche Geschmacks- oder Süßstoffe. Eine mögliche und durchaus leckere Alternative können da Energieriegel mit Insekten sein: Sie enthalten meist getrocknete und gemahlene Insekten in Kombination mit hochwertigen natürlichen Zutaten wie Nüssen, Trockenfrüchten, Chiasamen oder Kakao, die oft sogar aus zertifiziertem Bio-Anbau stammen.

Teller frei für Insekten

Lange Zeit war die Rechtslage für das Inverkehr bringen von Insekten nicht ganz eindeutig. Ab dem 1. Januar 2018 jedoch gilt die neue Novel-Food-Verordnung, aufgrund derer die Einfuhr von ganzen Insekten und Teilen oder Zubereitungsformen von Insekten als Lebensmittel nach Deutschland bei entsprechender Antragstellung erleichtert werden kann. Wer nun meint, Insekten könnte man doch selbst sammeln, sollte wissen: Insekten können auch Träger von krankmachenden Keimen sein.

Unser Fazit

Insekten besitzen zwar als Nahrungsquelle für uns Menschen eine hohe biologische Wertigkeit. Als alleinige Alltagsernährung sind Sie aber nicht zu empfehlen, da Langzeiterfahrungen noch ausstehen.