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Gut zu wissen

Wenn die Falter die Flatter machen

Insektensterben

Aktuellen Studien zufolge beträgt der Schwund der Insektenmasse in einigen Regionen Deutschlands bis zu 75 Prozent.

Noch merken wir davon vielleicht nicht viel, doch schon bald könnten unsere Lebensgrundlagen in ernsthafte Gefahr geraten. Höchste Zeit also, aktiv zu werden für den Erhalt unserer kleinen Krabbeltiere.

Keine juckenden Mückenstiche, immer eine saubere Windschutzscheibe am Auto, keine Motten in Küche oder Kleidung, keine nervigen Wespen auf dem gegrillten Schnitzel oder dem Eis, nie mehr lästiges Brummen, Summen und Sirren: Wäre ein Leben ohne Insekten nicht viel entspannter? Alles andere als das, denn Insekten bilden die Basis unseres gesamten Ökosystems und garantieren die Biodiversität unserer Erde und damit unser Überleben. Sie bestäuben unsere Kultur- und Wildpflanzen und sind Futter für Fische, Vögel und Säugetiere.

Insekten halten alles am Laufen

Etwa 90 Prozent aller Wildpflanzen und 75 Prozent unserer Kulturpflanzenwerden durch Insekten bestäubt. Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen, Motten und Wespen sorgen für ein reiches Angebot an Äpfeln, Kirschen, Erdbeeren, Mandeln, Tomaten und unzähligen weiteren Obst- und Gemüsesorten. Und auch Fleischliebhaber sind für ihr Steak auf Insekten angewiesen, denn die bestäuben Futterpflanzen wie Klee und Luzerne. Schätzungen zufolge würden die Ernten um dramatische 90 Prozent zurück gehenin einer Welt ohne Insekten. Die Sechsbeiner verbessern auch die Bodenqualität, indem sie die Böden auflockern und sie durch die Zersetzung der Ausscheidungen anderer Tiere mit Nährstoffen anreichern.

Gefährdete Bestände

Immer mehr Flächen werden versiegelt, noch immer werden große Mengen an Insektiziden in der Landwirtschaft und in privaten Gärten ausgebracht und Monokulturen schränken die Lebensräume aller Tierarten ein. Als Folge geht der Bestand an Insekten stark zurück: In einigen Gebieten Deutschlands ist die Zahl der Fluginsekten um 80 Prozent zurück gegangen, etwa 30 Prozent der Insekten gelten als gefährdet, etwa fünf Prozent sind bereits ausgestorben. Jeder Einzelne ist in der Verantwortung.

Jeder Einzelne ist in der Verantwortung.

Was Sie gegen das Insektensterben tun können? Eine ganze Menge:

In Haus und Wohnung

  • Insektengitter an den häufig geöffneten Fenstern anbringen.
  • Verirrte Insekten nicht töten, sondern vorsichtig fangen und nach draußen bringen.
  • Die Möglichkeit von Flachdach- und Fassadenbegrünung prüfen.

Balkon, Terrasse und Garten

  • Samenmischungen von Wildblumen in Kästen und Kübel säen.
  • Heimische Wildstauden, Blumenwiesen und Kräuterbeete bieten jede Menge Nahrung für Insekten; dabei für ein durchgängiges Angebot von Frühling bis Herbst sorgen.
  • Miniteiche und große Wasserbottiche sind gute Wasserquellen für Insekten und auch für Vögel.
  • Totholz und Laubhaufen bieten Insekten; Nahrung, Schutz und Baumaterial.
  • Nisthilfen für Insekten aufhängen.
  • Garten nicht komplett aufräumen; Fruchtstände stehen lassen, Wildwuchs an einigen Stellen zulassen.

Lebensweise auf dem Prüfstand

  • Das Auto öfter stehen lassen, denn auch Autoabgase enthalten für Insekten schädliche Substanzen.
  • Andere über die Bedeutung und den Schutz von Insekten informieren; sich in Naturschutzprojekten engagieren.
  • Möglichst häufig biologisch produzierte Lebensmittel einkaufen.
  • Konsum von konventionell erzeugtem Fleisch reduzieren für weniger Monokulturen für den Anbau von Futtermitteln.