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Infos zur Er­näh­rung

Ketogene oder Keto-Diät: Nicht ohne gesundheitliches Risiko

Ketogene-Diaet

Auf Low Carb folgt als Extremvariante No Carb: Kohlenhydrate werden möglichst komplett gemieden. Fett dagegen steht hoch im Kurs, etwa 70 Prozent des Energiebedarfs werden über fetthaltige Nahrungsmittel gedeckt. Proteine erledigen den Rest. Das lässt die Pfunde nur so purzeln – so jedenfalls lautet das große Versprechen dahinter. Der Körper wird nämlich gezwungen, dauerhaft auf Fette als Energiequelle zurückzugreifen. Dabei werden die angesammelten Fettpölsterchen immer weiter aufgezehrt.

Doch die recht einseitige Ernährung mit einem Verzicht auf Getreideprodukte sowie viele Obst- und Gemüsesorten birgt die Gefahr einer Mangelernährung. Auf eigene Faust sollte man eine Keto-Diät nicht über einen längeren Zeitraum durchführen. Für Schwangere, chronisch Kranke oder Personen mit Essstörungen kann diese Ernährungsform hochriskant sein. Wer eine Keto-Diät plant, sollte zuerst mit seinem Arzt darüber sprechen. Immer wieder heißt es auch, eine ketogene Diät sei günstig bei Krebs, Alzheimer oder Epilepsie. Doch so einfach ist die Lage nicht. Eine Keto-Diät sollte nie ohne ärztliche Empfehlung oder Begleitung über einen längeren Zeitraum auf eigene Faust durchgeführt werden.

Das darf ich – das darf ich nicht

Die Auswahl an Nahrungsmitteln ist bei einer Keto-Diät stark eingeschränkt. Nicht erlaubt sind alle zucker- und stärkehaltigen Lebensmittel, also Brot, Nudeln, Müsli, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Reis, aber auch viele Gemüse und fast alle Obstsorten. Auf zuckerhaltige Getränke und Alkohol wird ebenfalls verzichtet. Auf dem Speiseplan stehen hochwertige Fette und Öle, Eier, Nüsse, Sahne, Butter, Avocados, Fleisch und Fisch in Maßen sowie einige wenige fruchtzuckerarme Obstsorten, also Beeren oder Grapefruit. Grüne Gemüse wie Gurke, Zucchini, Brokkoli und Salat, Zwiebeln und Pilze sorgen für etwas Abwechslung auf dem Teller. Für den Start in den Tag eignen sich Eier und Speck, mittags sorgen Räucherlachs, Salami oder Käse in Begleitung von grünem Gemüse für Sättigung, abends gibt es einen großen Salat. Am Fett darf dabei nicht gespart werden. Nüsse eigenen sich als Snack.

Körper im Hungermodus

Energie gewinnt unser Körper in erster Linie aus Kohlenhydraten, indem er diese in Glukose umwandelt. Stehen Kohlenhydrate wie bei einer Keto-Diät nicht zur Verfügung, muss der Körper, um die Zellen überhaupt mit der notwendigen Energie versorgen zu können, den Stoffwechsel komplett umstellen: Die Leber bildet in diesem Notfall aus Fett sogenannte Ketone oder Ketonkörper als Glukose-Ersatz. Auch die Fettreserven des Körpers werden hierfür angegriffen.

Mangelversorgung für Körper und Geist

Der Verzicht auf Süßes und Weißmehlprodukte hat zwar auch positive Effekte, indem etwa starke Blutzuckerschwankungen vermieden werden. Jedoch sind Kohlenhydrate nicht per se ungesund. Gerade Vollkornprodukte enthalten nämlich viele wichtige Vitalstoffe. Und die Ballaststoffe im Gemüse sind wichtig für die Darmgesundheit. Darüber hinaus könne Ketone für eine Übersäuerung sorgen. Die macht sich mit Mundgeruch, Sodbrennen, Schwindel und Müdigkeit bemerkbar und erhöht das Risiko für schlechte Harnsäurewerte und Nierenprobleme. Ein sehr hoher Fettkonsum kann die Blutfettwerte ungünstig verschieben. Das Herz wird möglicherweise geschädigt, wenn es infolge der Diät zu einem Muskelabbau kommt. Aber auch die gute Laune und die Denkleistung leiden bei einem Mangel an Zucker, denn Gehirn und Nervensystem sind auf ihn angewiesen, um zu funktionieren. Und der Abnehmerfolg? Der mag sich zwar in der Tat einstellen, jedoch wird es nach einer Beendigung der Diät mit ziemlicher Sicherheit zum gefürchteten Jojo-Effekt kommen.

Wie jede Modediät ist auch die Keto-Diät mit Vorsicht zu genießen. Viele Modediäten sind einfach nur wirkungslos. Doch bei der Keto-Diät besteht die Gefahr echter gesundheitlicher Probleme. Hinweise zum gesunden Abnehmen ohne risikoreiche Nebenwirkungen finden Sie in unserer Gesundheitsbroschüre über Bewegung und Ernährung. Sie erläutert den Zusammenhang von Körpergewicht, Ernährung und Bewegung nach aktuellem wissenschaftlichen Stand.