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Für heiße Tage: Lebensmittel, die kühlen?

Gekühlte Lebensmittel kennt jeder: Das sind Lebensmittel, die aus dem Kühlschrank kommen. Aber gibt es auch kühlende Lebensmittel? Also Lebensmittel, die uns kühlen?

Manche wirken kühlend, andere wirken wärmend

Es gibt tatsächlich Lebensmittel, die uns von innen her kühlen – ganz gleich, ob man sie warm oder kalt zu sich nimmt. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden Lebensmittel nach ihrer thermischen Wirkung auf den menschlichen Organismus eingeteilt. Neben Lebensmitteln mit wärmender oder erhitzender Wirkung gibt es auch kühlende und solche, deren thermische Wirkung auf uns neutral ist.

Erhitzend wirken zum Beispiel Chilischoten und alles, was scharf ist, gebraten oder gegrillt wurde. Kühlende Lebensmittel finden sich im Bereich der Obst- und Gemüsesorten sowie der Milchprodukte. Allerdings gibt es Ausnahmen: Schaf- und Ziegenmilch, Lauch, Zwiebeln, Pfirsichen, Marillen und Kirschen wird eine wärmende Wirkung zugeschrieben. Die Sache ist also doch komplizierter.

Kälte und Wärme im Ausgleich – der ursprüngliche Gedanke der TCM

Folgt man der fernöstlichen kulinarischen Weisheitslehre, sollte man jetzt allerdings nicht nur kühlend wirkende Lebensmittel essen – diese können, wenn man sie ausschließlich verzehrt – nämlich das in uns brennende Lebensfeuer zu sehr abkühlen und unsere Lebensenergien ins Ungleichgewicht bringen. Es kommt aus Sicht dieser Lehre vielmehr darauf an, kühlende und wärmende Lebensmittel in ausgleichenden Anteilen zu sich zu nehmen. Eigentlich. Doch mit Blick auf die Wetterlage lassen wir diese Spitzfindigkeiten einmal beherzt beiseite und kümmern uns lieber darum, kühlende Lebensmittel in ausreichender Menge herbeizuschaffen – für Ausgleich durch Wärmendes kann man immer noch sorgen, wenn die Herbststürme toben, es in Strömen gießt, der Nebel uns frösteln lässt und Eis und Schnee uns zum Bibbern bringen. Nachfolgend die besten Kühler unter den Lebensmitteln.

Kleine thermische Warenkunde

Als kühlend und erfrischend gelten beispielsweise Gemüse wie Blumenkohl und überhaupt alle Kohlsorten, Pastinake, Knollensellerie, Mangold, Löwenzahn, Paprika, Schwarzwurzel und Radieschen; Obstsorten wie Grapefruit, Orange, Stachelbeere und Erdbeere; Getränke wie Apfelsaft, Birnensaft, Melissentee, Wasser; Molkereiprodukte wie Frischkäse, Buttermilch, süße und saure Sahne und Meeresfrüchte wie Austern und Calamari. Als ausgesprochen kalt gelten unter anderem Gemüse- und Obstsorten wie Tomaten, Wassermelonen, Ananas, Kiwi, Gurken, Bananen, Mangos, Avocados, Zitronen; außerdem Joghurt, Meeresalgen, Krabben, Krebse, Mineralwasser, generell kaltes Wasser, Grüntee und bittere Kräutertees. Ferner sind unter den Kräutern Pfefferminze und Salbei gut geeignet, um eine stark kühlende Wirkung zu erzielen.

Auch Zucker und Salz wird eine Kältewirkung zugeschrieben. Während Salzkonsum bei starker Hitze als Ausgleich zum Mineralstoffverlust durch Schwitzen durchaus sinnvoll ist (Salz ist wichtig für unseren Zellhaushalt), sollten wir dem Zucker nicht allzu sehr zusprechen. Er macht zwar kalt, aber nebenbei leider auch dick. Und dann schwitzt man nur noch mehr.

Wie wäre es mit einem Experiment?

Wer einen Selbstversuch starten möchte, wäre mit einem Salat aus frischen Tomaten und Meeresfrüchten gut bedient – gewürzt mit etwas Salz, Pfefferminze und Salbeiblättern. Da Zwiebeln wärmen, lässt man die besser weg. Dazu eine Apfelsaftschorle mit hohem Mineralwasseranteil. Und als Nachtisch eine halbe Ananas mit Schlagsahne. Unsere innere Klimaanlage wird sofort anspringen!