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Befreiung von Zuzahlungen

Bei chronischen und schweren Krankheiten sowie starker finanzieller Belastung steht dir eine Befreiung von Zuzahlungen zu. Alles zu unserer Unterstützung erfährst du hier.

Auf einen Blick

  • Wer kann befreit werden?
  • Befreiungsausweis
  • Befreiungsrechner

Befreiung von Zuzahlungen

Für die meisten Medikamente sieht der Gesetzgeber eine Zuzahlung der Versicherten vor. Hier erfährst du, wie eine Befreiung von dieser Zuzahlung funktioniert, damit die finanziellen Belastungen zum Beispiel für chronisch Kranke verringert werden.

Wie funktioniert die Befreiung von Zuzahlungen?

Zuzahlungen müssen generell nur bis zu einem Betrag von zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen bezahlt werden. Bei chronischen und schwerwiegenden Krankheiten liegt die sogenannte Belastungsgrenze bei einem Prozent. Sobald diese Grenze erreicht ist, kannst du dich von den Zuzahlungen befreien lassen. Das bedeutet, dass du in dem Kalenderjahr, für das die Befreiung gilt, keine weiteren Zuzahlungen mehr leisten musst. Bitte sende uns für die Prüfung einen Antrag, deine Einkommensnachweise und die Quittungen zu. Übrigens: Als besonderen Service bieten wir die Möglichkeit, den Betrag direkt bis zur Belastungsgrenze einzuzahlen und sofort den Befreiungsausweis zu bekommen. Ein Anruf genügt.

Unser Tipp: Der pronova BKK-Zuzahlungsrechner

Unser Zuzahlungsrechner hilft bei der Ermittlung der persönlichen Belastungsgrenze:

Zum Zuzahlungsrechner

Was sind „jährliche Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt"?

Bei der Berechnung werden die Bruttoeinnahmen aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen zusammengerechnet. Durch Freibeträge für den 1. Angehörigen und für jeden weiteren Angehörigen reduzieren sich die anrechnungspflichtigen Bruttoeinnahmen. Außerdem werden etwaige Unterhaltszahlungen an getrennt lebende oder geschiedene Ehegattinnen und Ehegatten sowie an Kinder, die nicht im Haushalt des Versicherten leben, von den Bruttoeinnahmen des Zahlungspflichtigen abgezogen.

Zu den jährlichen Bruttoeinnahmen zählen:

  • Arbeitsentgelt
  • Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit
  • Gesetzliche und private Renten sowie Betriebsrenten
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie aus Vermietung und Verpachtung
  • Arbeitslosengeld
  • Kranken- und Übergangsgeld
  • Hilfen zum Lebensunterhalt und Ähnliches

Nicht zu den anrechenbaren Einnahmen zählen:

  • Grundrenten für Beschädigte nach dem Bundesversorgungsgesetz
  • Kindergeld
  • Erziehungsgeld
  • BAföG
  • Leistungen der Pflegeversicherung

Berechnungsbeispiele zur Befreiung von den Zuzahlungen

Berechnungsbeispiele zur Befreiung von den Zuzahlungen
Berechnungsbeispiele für 2018 für 2019
Brutto-Gesamteinnahmen zum Lebensunterhalt 25.000,00 € 25.000,00 €
Freibetrag für den 1. Angehörigen - 5.481,00 € - 5.607,00 €
Freibetrag für jeden weiteren Angehörigen - 7.428,00 € - 7.620,00 €
Verbleibende Brutto-Gesamteinnahmen 12.091,00 € 11.773,00 €
Belastungsgrenze 2 % 241,82 € 235,46 €
Belastungsgrenze 1 % 120,91 € 117,73 €

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Das heißt: Werden im Laufe des Kalenderjahres von dieser Familie Zuzahlungen von mehr als 235,46 Euro (2018: 241,82 Euro) bzw. 117,73 Euro (2018: 120,91 Euro) nachgewiesen, kann die gesamte Familie für den Rest des Kalenderjahres von allen Zuzahlungen befreit werden und erhält dafür einen besonderen Ausweis, der in der Apotheke vorgelegt wird. Sollten die Zuzahlungen die Belastungsgrenze überschreiten, wird die Differenz erstattet.

Weitere Regelungen

Erhältst du Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundessozialhilfegesetz oder im Rahmen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz oder nach anderen Gesetzen in entsprechender Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes?

Erhältst du Leistungen nach dem Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung?

Werden deine Kosten für ein Heim oder eine ähnliche Einrichtung (Pflegewohngeld) von einem Träger der Sozialhilfe oder der Kriegsopferfürsorge getragen?

Dann gelten folgende Regelungen:

Die Familien-Bruttoeinnahmen errechnen sich aus dem sogenannten Sozialhilferegelsatz des Haushaltsvorstandes für die gesamte Bedarfsgemeinschaft (Familie). Dieser Sozialhilferegelsatz ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Von diesen Bruttoeinnahmen werden pro Angehörigen und Kinder keine Freibeträge abgezogen.

Wie berechnest du Zuzahlungen?

Um zu berechnen, ob du die Belastungsgrenze bereits erreicht hast, rechne alle Zuzahlungen für Arznei- und Verbandmittel, Heilmittel, Hilfsmittel, Fahrtkosten, Krankenhausbehandlung, medizinische Vorsorge-/Rehabilitationsleistungen, häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe und Soziotherapie zusammen. Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr brauchen keine Zuzahlungen zu leisten. Eine Ausnahme bildet hier die Zuzahlung für Fahrtkosten.

Wichtig: Bitte lass dir die geleisteten Zuzahlungen quittieren. Wir erkennen auf deinen Namen ausgestellte Quittungsbelege oder Sammelnachweise von Apotheken an.
Nicht berücksichtigt werden: Zuzahlungen für nicht anrechnungsfähige Fahrtkosten, Leistungen, die einen Festbetrag oder Vertragspreise übersteigen sowie Kosten für Arzneimittel, die nicht verordnungsfähig oder ausgeschlossen sind. Ebenso keine Eigenanteile für kieferorthopädische Behandlung, Zahnersatz und künstliche Befruchtung.

Wann liegt eine schwerwiegende chronische Krankheit (Belastungsgrenze 1 Prozent) vor?

Als schwerwiegend chronisch krank gilt, wer mindestens ein Jahr lang wegen derselben Krankheit mindestens einmal pro Quartal in ärztlicher Behandlung war. Zusätzlich muss eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Pflegebedürftigkeit der Pflegegrade 3, 4 oder 5 im Sinne der Pflegeversicherung
  • Behinderung (GdB) von mindestens 60 %
  • Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60 %
  • Kontinuierliche medizinische Versorgung der chronischen Erkrankung

Die Bescheinigung über eine chronische Erkrankung stellt dir deine Ärztin oder dein Arzt aus.

Du hast noch Fragen zu dem Thema? Dann chatte doch mit uns.

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