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Gut zu wissen

Mit Medikamenten auf Reisen: Rechtliche Aspekte

Halsschmerztabletten im Auto bei der Einreise nach Dänemark sind normalerweise unproblematisch. Wer jedoch starke Schmerzmittel oder Insulinspritzen auf Reisen benötigt, könnte bei der Einreise in einige Länder wie beispielsweise Singapur schon mal des Drogenhandels bezichtigt werden. Hier wie überhaupt bei längeren Auslandsreisen hilft eine schriftliche Bestätigung des behandelnden Arztes über den Medikamentenbedarf, um etwaige Missverständnisse bei Sicherheits- und Zollkontrollen auszuräumen. Und auch bei der Rückreise gelten bestimmte Regeln, wenn man etwa im Ausland gekaufte Medikamente einführen möchte.

Mitnahme von Medikamenten

Chronisch Kranke mit Mehrfachmedikation brauchen einen großen Arzneimittelvorrat, wenn sie für längere Zeit verreisen und aus Sicherheitsgründen etwa das Doppelte der eigentlich benötigten Medikamentenmenge mitnehmen. Das kann bei Grenzkontrollen schnell Misstrauen erregen. Vor dem Verdacht des Medikamentenhandels schützt eine schriftliche Bescheinigung des Hausarztes über die Art und Menge der benötigten Medikamente. Beim ADAC steht ein entsprechendes Formular zum Download bereit. In das mehrsprachige Formular werden alle mitgeführten Medikamente und Materialien genau eingetragen. Dazu kommen Angaben zur Dosierung und die benötigte Gesamtmenge. Unterschrift und Stempel des Arztes bestätigen die Angaben. Ein weiterer Vorteil einer solchen Bescheinigung: Falls man im Ausland ärztliche Hilfe benötigt, ist hier mehrsprachig dokumentiert, welche Medikamente man in welcher Dosierung für gewöhnlich einnimmt. Die benötigten Medikamente am besten immer in der Originalverpackung inklusive Beipackzettel mitnehmen.

Sonderfall Betäubungsmittel

Problematisch kann die Mitnahme von starken Schmerz- oder Beruhigungsmitteln sein, wenn diese Morphine oder andere Opiate enthalten. Solche Präparate fallen nämlich unter das Betäubungsmittelgesetz und unterliegen Sonderbestimmungen. Innerhalb des Schengen-Raums gelten einheitliche Bestimmungen: Für Reisen bis zu 30 Tagen ist das Mitführen von ärztlich verordneten Betäubungsmitteln erlaubt, sofern eine entsprechende von der zuständigen Landesbehörde beglaubigte Bescheinigung vorliegt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hält entsprechende Formulare zum Download bereit. Bei Reisen in andere Länder sollten die jeweils geltenden Bestimmungen der Ziel- und Transitländer bei den diplomatischen Vertretungen erfragt und unbedingt eingehalten werden. Manche Länder verlangen spezielle Importgenehmigungen. Besonders strenge Richtlinien gibt es in Singapur, Saudi-Arabien, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Und zum Urlaub gehört natürlich auch das Reisen. Damit Sie auch während dieser Zeit gesund bleiben, ist ein umfassender Impfschutz sehr wichtig. An den Kosten dafür beteiligt sich Ihre pronova BKK.

Fälschungen nicht ausgeschlossen: Medikamentenkauf im Ausland

So mancher Reisende hofft, sich im Ausland günstig mit Medikamenten eindecken zu können. Doch das birgt nicht unerhebliche Risiken. Besondere Vorsicht gilt bei Angeboten auf Märkten – bis zu zehn Prozent der weltweit gehandelten Medikamente sind Fälschungen. In ärmeren Ländern Afrikas und Asiens ist die Gefahr diesbezüglich besonders groß. In einigen Fällen sind die Medikamente einfach nur wirkungslos, doch in anderen Fällen können sie auch toxisch wirken. Wenn der Einkauf von Arzneimitteln im Ausland nötig sein sollte, immer nur in Originalverpackung mit Beipackzettel und in ausgewiesenen Apotheken einkaufen. Die Einfuhr gefälschter Arzneimittel ist generell verboten.

Nur begrenzt erlaubt: Einfuhr von Medikamenten

Das sogenannte Verbringungsverbot untersagt die Einfuhr von Arzneimitteln nach Deutschland, die hier nicht zugelassen oder registriert sind. Erlaubt ist allerdings die Einfuhr für den persönlichen Bedarf, also die bei üblicher Dosierung nötige Menge für eine Zeitraum von drei Monaten. Hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel etwa, die in anderen Ländern frei verkäuflich sind, können in Deutschland durchaus als Arzneimittel eingestuft sein. Solche Präparate werden bei der Einreise konfisziert, eine Geldstrafe droht.