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Gut zu wissen

Gesund rund um den Mund

Singen, Küssen, Essen – unser Mund ist oft dabei, wenn es so richtig schön wird. Doch der Spaß ist schnell vorbei, wenn der Mund sich zu trocken anfühlt, Herpesbläschen schmerzen und jucken, die Zunge brennt, Aphthen sich im Mund breitmachen und Schmerzen verursachen. Meist sind diese Beeinträchtigungen zum Glück vorübergehend und harmloser Natur. Die Beschwerden lassen sich in vielen Fällen mit einfachen Mitteln lindern.

Herpes: Vorsicht, ansteckend!

Die kleinen juckenden, schmerzenden und nässenden Bläschen an den Lippen oder im Mundbereich werden durch eine Infektion mit Herpesviren ausgelöst. Fast jeder Erwachsene trägt diese Viren in sich, sie ruhen lange Zeit und kommen bei einer geschwächten Abwehr oder unter Stress zum Ausbruch. Eine überstandene Ersterkrankung sorgt leider nicht für eine lebenslange Immunität. Die Bläschen kündigen sich entweder durch ein Spannungsgefühl an oder sie kommen einfach über Nacht.Zum Glück verschwinden die Bläschen nach etwa zwei Wochen von allein. Bei Lippenherpes können desinfizierende Salben den Heilungsprozess fördern. Spülungen mit Melisse lindern die Symptome bei Bläschen im Mundbereich. Den besten Schutz vor einem Ausbruch des Herpesvirus bilden ein starkes Immunsystem und eine gutes Stressmanagement. Herpes ist hochansteckend. Im Akutfall also Besteck und Gläser nicht mit anderen teilen, auf Küssen eine Zeitlang verzichten.

Mundtrockenheit: Speichelfluss anregen

Eine gute Mundhygiene schützt vor Mundtrockenheit und damit einhergehenden möglichen Zahnerkrankungen. Sie unterstützt natürliche Selbstreinigungsprozesse, bei denen vor allem der Speichel eine wichtige Rolle spielt. Rund einen Liter Speichel produzieren unsere zahlreichen Speicheldrüsen im Mundbereich pro Tag. Das erleichtert nicht nur das Sprechen und Schlucken, Speichel enthält auch erste Verdauungsenzyme und spielt eine wichtige Rolle bei der Mundhygiene. Speichel sorgt für Sauberkeit im Mund und entfernt dabei auch angriffslustige Viren und Bakterien. Fühlt sich der Mund dauerhaft trocken an, sorgt das für Probleme beim Sprechen und Schlucken. Mundgeruch tritt häufiger auf. Schädliche Bakterien und Viren haben leichtes Spiel.

Mundtrockenheit kann viele Ursachen haben: Ein Mangel an Flüssigkeitszufuhr, Nebenwirkung von Medikamenten, zu trockene Luft in klimatisierten und geheizten Räumen, vermehrte Mundatmung, Rauchen oder Alkoholkonsum sowie Anspannung durch Stress. Schon einfache Maßnahmen helfen, den Speichelfluss anzuregen: Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Tees – denn Zucker sorgt nicht nur für Karies, sondern fördert das Bakterienwachstum im Mund; für ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen sorgen, also regelmäßig lüften und eventuell Wasserverdunster aufstellen; Kaugummikauen regt den Speichelfluss an, die zuckerfreie Variante bevorzugen; stark gesalzene oder gewürzte Speisen meiden genauso wie zu viel Kaffee oder Alkohol.

Aphthen: Bitte nichts Saures!

Aphthen sind kleine milchig-gelbe Bläschen mit einem rötlichen Rand. Sie zeigen sich meist an der Mundschleimhaut, aber auch an der Zungenspitze, am Zahnfleisch oder im Gaumen. Sie werden wie Herpes durch Viren verursacht und können beim Zähneputzen oder Kauen schmerzen. Zum Glück heilen sie innerhalb von zwei Wochen restlos ab. Sie können zwar immer wieder auftauchen, sind aber anders als Herpesbläschen nicht ansteckend. Wer unter Aphthen leidet, sollte eine Zeitlang auf Fruchtsäfte, saures Obst, scharfe Gewürze und knusprige Brötchen oder Zwieback verzichten, um die Schmerzen nicht zu verstärken. Schmerzlindernd wirken Mundspülungen mit Kamille oder Salbei. Sie hemmen außerdem – unterstützt durch eine gute Mundhygiene – die Vermehrung schädlicher Bakterien in der angegriffenen Mundschleimhaut. Auch Tinkturen aus Nelke und Myrrhe mildern die Beschwerden.

Burning-Mouth-Syndrom: Wenn die Zunge brennt, kribbelt, sticht und schmerzt

Ein Blick in den Mund verrät häufig nichts über das Brennen, Kribbeln oder Missempfinden der Zunge, denn sie sieht meist ganz normal aus. Doch die Schmerzen sind täglich da, oft verstärken sie sich zum Abend hin, dauern mehrere Stunden an und das über Wochen oder sogar Monate. Zungenbrennen ist oft eine eigenständige Erscheinung, die genauso spontan verschwinden kann wie sie aufgetreten ist. Oft geht es einher mit nächtlichem Zähneknirschen und einer generellen Anspannung im Mundbereich, bei der die Zunge nachts an den Gaumen gepresst wird. Außerdem können Nebenwirkungen von Medikamenten, Unverträglichkeiten von Nahrungsmittelbestandteilen oder schlecht angepasste Zahnspangen für die Schmerzen mitverantwortlich sein.

Dauern die Schmerzen über mehrere Monate an, sollten eventuell vorliegende krankhafte Ursachen ärztlich untersucht werden. In vielen Fällen helfen gute Entspannungsstrategien, den Druck und Schmerz von der Zunge zu nehmen. Mundspülungen mit reizlindernden Stoffen wie Lindenblüten oder Malvenblätter können die Beschwerden mildern. Auf säurehaltige Speisen wie Zitrusfrüchte besser verzichten. Regelmäßige Bewegung am Abend hilft zu entspannen und sorgt für ruhigere Nächte mit weniger Druck im Mund.

Das Multitalent Mund ist anfällig für die unterschiedlichsten Störungen und Erkrankungen. Im Normalfall verschwinden sie nach kurzer Zeit ebenso schnell, wie sie gekommen sind. Sollten sich die Störungen oder bestimmte Symptome öfter wiederholen oder nicht von allein verschwinden oder mit zusätzlichen Komplikationen verbunden sein, bitte einen Arzt aufsuchen. Denn in seltenen Fällen können einige der genannten Symptome auch auf behandlungsbedürftige Erkrankungen hindeuten.