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Gut zu wissen

Nachhaltigkeit: Die Verpackung

Die Menge des Verpackungsmülls hat sich zwischen 1995 und 2015 nahezu verdoppelt. 32 Kilogramm Plastikmüll produziert allein jeder Deutsche pro Jahr nur durch Verpackungen! Das ist in jeder Hinsicht zu viel, denn zum einen wird Plastik aus Erdöl hergestellt und die Erdölvorräte sind endlich. Zum anderen sterben an den weggeworfenen Plastikverpackungen Millionen von Fischen, Seevögeln und anderen Tieren.

Verpackungsmüll ordnungsgemäß zu trennen und in den gelben Sack zu entsorgen verschafft vielen Verbrauchern ein gutes Gewissen. Doch dazu gibt es leider keinen Grund, denn nach Angaben des Naturschutzbunds Deutschland e. V. (NABU) werden jährlich etwa eine Million Tonnen Plastikabfälle – das ist etwa ein Sechstel des in Deutschland anfallenden Plastikmülls – in andere Länder exportiert.

Das schönt die Recyclingquote erheblich, denn sobald Verpackungsmüll aus Deutschland exportiert wird, gilt dieser offiziell als recycelt und kann in die Berechnung der deutschen Recyclingquoten integriert werden, so der NABU – ganz egal, ob das Recycling auch tatsächlich stattfindet. In den Zielländern (heute sind das vor allem Indien, Malaysia und Indonesien) wird der Müll jedoch nicht immer sachgerecht recycelt, sondern oft einfach verbrannt oder deponiert. Luft, Boden und Gewässer werden dadurch erheblich verschmutzt. Wir sollten uns also nicht auf das Recycling zurückziehen und zufrieden sein, wenn wir brav die gelbe Tonne oder den gelben Sack füttern, sondern Verpackungsmüll vermeiden, wo es nur geht.

Nachfolgend die besten Tipps, um Verpackungsmüll zu reduzieren – alltagstauglich und erprobt. Suchen Sie sich doch einfach ein paar Anregungen heraus, von denen Sie meinen, dass Sie sie leicht in Ihren Alltag integrieren können. Denn: Auch ein kleiner Beitrag ist ein wichtiger Beitrag.

Tipp 1: Nach Alternativen im privaten Alltag suchen

  • Wie viele Kosmetikartikel oder Haushaltsreiniger in Plastikbehältern haben Sie in Gebrauch? Wie oft nehmen Sie einen Coffee-to-go mit auf den Weg? Viele Produkte kommen eigentlich ganz ohne Verpackung oder überflüssiges Plastikbeiwerk aus.
  • Gute Planung macht's möglich: Für die Verpflegung unterwegs Tee oder Kaffee in einer Thermoskanne und belegte Brote oder Salate von zu Hause in Dosen mitnehmen, statt aufwändig verpackte Snacks zu kaufen. Das ist auch kostengünstiger und oftmals sogar gesünder.
  • Kaffee oder Snack im Café oder Imbiss einnehmen und nicht „to go".
  • Auf To-go-Produkte wie Becher, Salate in Plastikbehältern und mit Plastikbesteck ganz verzichten und in den Läden nach Mehrwegalternativen fragen – beharrliche Nachfrage sorgt irgendwann für das entsprechende Angebot.
  • Einige wenige Hausmittel wie Zitrone, Essig, Soda, Natron und Kernseife ersetzen eine ganze Palette aufwändig verpackter Putzmittel und sparen neben Plastikmüll riesige Mengen potenziell umweltschädlicher Chemikalien.
  • Körperpflege: Haarseife statt Shampoo, Stückseife statt Flüssigseife, festes Deo oder Deo im Pappspender verwenden. Diese Produkte enthalten zudem kein Mikroplastik.

Tipp 2: Nach Transport-Alternativen beim Einkauf suchen

  • Viele Hersteller bieten ihre Produkte schon heute in Mehrwegbehältern aus Glas an. Und wer die in einem mitgebrachten Einkaufskorb abtransportiert, spart weiteres überflüssiges Verpackungsmaterial.
  • Immer einen Einkaufskorb oder eine Tasche dabei haben, so werden Plastiktüten überflüssig.
  • Wiederverwendbare ultraleichte Obst- und Gemüsenetze mitnehmen, so lassen sich auch die Gemüse- und Obsttüten aus Plastik vermeiden.
  • Wasser, Milch und Joghurt in Mehrweg-Flaschen und -Gläsern einkaufen, Joghurtbecher sind nicht nur aus Plastik, sondern haben überdies meist auch einen Aludeckel.
  • Ketchup, Mayo und Senf in Glasverpa-ckung statt in Plastik einkaufen.
  • Brot unverpackt und frisch vom Bäcker kaufen, Brotbeutel aus Baumwolle mitnehmen.

Tipp 3: Nach Einkaufsalternativen suchen

Neben umweltbewussten Herstellern gibt es auch Händler, die von sich aus Möglichkeiten anbieten, überflüssige Verpackungen zu vermeiden.

Im Supermarkt

  • An der Frischetheke fragen, ob man eine eigene Dose für Aufschnitt oder Käse mitbringen darf. Vielerorts ist das bereits möglich, wenn der eigene Behälter dabei auf einer speziellen Unterlage abgestellt wird.
  • Große Gebinde verursachen weniger Müll als kleine Einheiten, der Einkauf lohnt allerdings nur, wenn die größere Menge auch verzehrt wird.
  • Aufschnitt, Fleisch und Käse aus dem SB-Regal sind aufwändiger verpackt als lose Ware an der Theke.
  • Papiertüten sind nicht immer umweltfreundlicher als Plastiktüten, auch die braunen Tüten sind selten aus Altpapier, für ihre Herstellung werden Bäume gefällt, Chemikalien eingesetzt und Energie verbraucht.

Auf dem Wochenmarkt

  • Hier ist plastikfreies Einkaufen möglich.
  • Obst und Gemüse gibt es hier ganz ohne Umverpackung, auch Pilze sind lose im Angebot.
  • Beerenfrüchte und Trauben sind meist in Schälchen aus Altpapier zu haben und nicht in Plastikbehältern mit Deckel.

Im Unverpackt-Laden

  • Zero-Waste ist das Ziel dieser Läden, die es bereits in vielen größeren Städten gibt.
  • Lebensmittel und auch Nonfood-Produkte wie Putzmittel und Körperpflegemittel werden hier lose angeboten, der Kunde füllt seinen Einkauf in selbst mitgebrachte Behälter.
  • Jeder kann ganz individuell die Menge kaufen, die er braucht, das reduziert auch die Verschwendung von Lebensmitteln.