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Infos zur Er­näh­rung

Nahrungsergänzungsmittel: Für wen sind sie sinnvoll?

Magnesiumpräparate sind der Topseller unter den Nahrungsergänzungsmitteln. Aber auch Kalzium, Eisen, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren gehen vermehrt in Pillen- oder Kapselform über die Theke. Mehr als eine Milliarde Euro geben Verbraucher in Deutschland jährlich für Nahrungsergänzungsmittel aus. Und sie knüpfen große Erwartungen daran: mehr Schutz vor Krankheiten, eine verbesserte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Fitness bis ins hohe Alter oder einfach eine optimale Rundumversorgung.

Doch können die Präparate diese hohen Erwartungen überhaupt erfüllen? Eine normale Ernährung versorgt die meisten Menschen in den westlichen Industrienationen ausreichend mit Nährstoffen. Nahrungsergänzungsmittel bleiben völlig nutzlos – und können sogar im Fall von Überdosierungen Schaden anrichten. Eine sinnvolle Ergänzung zur Ernährung leisten zusätzliche Mineralstoffe oder Vitamine nur in besonderen Lebenssituationen oder bei bestimmten Risikogruppen. Allerdings sollten die Präparate nicht voreilig auf eigene Faust eingenommen werden, sondern immer nur in Absprache mit einem Arzt.

Fragen Sie Ihren Arzt!

Ein zeitweise erhöhter Nährstoffbedarf lässt sich nicht immer problemlos über die normale Ernährung decken. Doch nur eine ärztliche Untersuchung gibt Aufschluss darüber, ob tatsächlich ein Mangel besteht. Gezielte Vitamin- oder Mineralstoffgaben können wichtig sein für

  • Schwangere und Stillende: Während der Schwangerschaft kann der Bedarf an Vitalstoffen um etwa 30 Prozent erhöht sein, während der Stillzeit sogar um bis zu 100 Prozent
  • Ältere Menschen: Probleme bei der Nahrungsaufnahme, geringer Appetit und die regelmäßige Einnahme von Medikamenten können zu Mangelzuständen bei den Nährstoffen führen
  • Personen mit besonderen Ernährungsgewohnheiten: Veganer benötigen in jedem Fall zusätzliches Vitamin B12; stark kalorienreduzierte Diäten können einen Vitalstoffmangel nach sich ziehen
  • Personen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel erschwert die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen
  • Raucher: Zusätzliche Vitamine werden zur Entgiftung des Körpers benötigt
  • Personen mit hohem Alkoholkonsum: Alkohol beeinträchtigt die Aufnahme von Vitalstoffen
  • Frauen, die die Pille nehmen: Hier erhöht sich der Bedarf an B-Vitaminen und Folsäure
  • Jugendliche: Ein durch die körperliche und geistige Entwicklung erhöhter Bedarf kann eventuell mit einer alterstypischen ungesunden Ernährungsweise (Fastfood) nicht gedeckt werden
  • Dauergestresste: Vitamine können die Stressresistenz erhöhen
  • Chronisch Kranke: Eine regelmäßige Medikamenteneinnahme kann den Nährstoffbedarf steigern

Was sind eigentlich Nahrungsergänzungsmittel?

Vitamin- und Mineralstoffpräparate enthalten isolierte Nährstoffe in konzentrierter Form. Die Mikronährstoffe werden meist synthetisch hergestellt, unterscheiden sich aber in ihrer chemischen Struktur nicht von den natürlich vorkommenden Substanzen in den verschiedenen Nahrungsmitteln. In anderen Fällen werden die Nährstoffe beispielsweise aus Fruchtpulver gewonnen. Die Bioverfügbarkeit der isolierten Nährstoffe ist zwar hoch, dennoch profitiert unsere Gesundheit immer mehr, wenn statt einer Vitamin-C-Brausetablette ein Apfel verzehrt wird. Denn gerade die Vielfalt der Vitalstoffe im Verbund mit zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen stärkt unsere Gesundheit.

Anders als Arzneimittel sind Nahrungsergänzungsmittel nicht zulassungspflichtig. Sie werden nicht von staatlicher Seite auf ihre Wirksamkeit oder Sicherheit hin überprüft, bevor sie in den Handel kommen. Nahrungsergänzungsmittel müssen allerdings immer mit Dosierungshinweisen versehen sein. Es ist wichtig, diese einzuhalten, wenn der Arzt wegen eines erhöhten Bedarfs ein solches Präparat empfiehlt.

Mehr als nur unerwünschte Nebenwirkungen

Wer auf eigene Faust Nahrungsergänzungsmittel nimmt und außerdem mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Lebensmittel verzehrt, riskiert eine gefährliche Überdosierung. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich, diese können in ihrer Wirkung verstärkt oder beeinträchtigt werden. Wer glaubt, eine extra Portion Nährstoffe zu benötigen, sollte das Thema auf jeden Fall in der Arztpraxis ansprechen. Hier kann nämlich mit Hilfe von Blutuntersuchungen festgestellt werden, ob und welche Nährstoffe überhaupt fehlen. Außerdem wird die Verträglichkeit mit dauerhaft verordneten Medikamenten überprüft.

Generell kritisch zu sehen sind Nahrungsergänzungsmittel für Kinder. Sie sehen zwar harmlos aus, können in ihrer hochdosierten Form aber Übelkeit, Müdigkeit oder Kopfschmerzen hervorrufen. Wichtiger für eine gute Immunabwehr oder eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit sind nicht isolierte Nährstoffe, sondern eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, dazu viel Bewegung an frischer Luft und ausreichend Schlaf.

Nahrungsergänzungsmittel locken mit leichten Versprechungen in Sachen Gesundheit und Fitness. Doch Deutschland ist kein Vitaminmangelland – Erkrankungen als Folge einer Mangelernährung sind hierzulande ausgesprochen selten. Sollte Ihr Arzt allerdings einen zusätzlichen Bedarf bei Ihnen diagnostizieren und Ihnen ein Präparat empfehlen, nehmen Sie es bitte genau nach Anweisung. Nur so vermeiden Sie schädliche Nebenwirkungen. Doch welche Nahrungsergänzungsmittel gibt es überhaupt? Und kann man sie eventuell durch natürliche Lebensmittel ersetzen? Hier erfahren Sie dazu mehr.