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Umfrage: Großteil gegen höhere Pflegebeiträge

Leverkusen, 08. Oktober 2018: Gesundheitsminister Jens Spahn möchte die Pflegebeiträge um 0,5 Prozentpunkte anheben – für den Bund bedeutet das 7,6 Milliarden Mehreinnahmen. Kommenden Mittwoch soll die Erhöhung vom Kabinett beschlossen werden. Eine aktuelle Umfrage der pronova BKK zeigt jedoch: Nur rund jeder Dritte wäre bereit, diese zu zahlen.

Laut der Studie „Pflege von morgen" sind 46 Prozent der Menschen dagegen, dem Staat einen höheren Anteil ihres Lohnes angesichts des steigenden Pflegeaufwandes zu überlassen. Und das, obwohl Prognosen zeigen, dass in 20 Jahren rund ein Drittel mehr Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen sein werden als heute – insgesamt über vier Millionen Menschen.

Überraschend: Grundsätzlich besteht gerade bei den Jüngeren eher eine Akzeptanz für höhere Beiträge (40 Prozent der unter 35-Jährigen). 53 Prozent der Befragten zwischen 55 und 65 Jahren lehnen es hingegen ab, mehr für die Pflege zu zahlen. Das eigene Einkommen spielt dabei keine Rolle: Über alle Verdienstklassen hinweg sind knapp 50 Prozent gegen höhere Beiträge.

Von den 34 Prozent der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, die grundsätzlich bereit wären, mehr für den erhöhten Pflegeaufwand zu zahlen, würde die Hälfte Mehrausgaben von 20 Euro pro Monat tolerieren. Derzeit diskutiert wird eine Anhebung des Pflegebeitrags um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent des Bruttolohns (Kinderlose: 3,3 Prozent). Das wären, je nach Verdienst, maximal 22 Euro.

Geringer Verdienst und Unsicherheit als Hauptgründe

Doch in welchem Fall wären die Menschen bereit, gestiegene Pflegebeiträge in Kauf zu nehmen? 36 Prozent geben an, dass sie bei höherem Verdienst auch mehr zahlen würden. Jeder Vierte wäre dazu bereit, wenn er oder sie sicher sein könnte, später einmal selbst Anspruch auf eine gute Pflegeleistung zu haben.

Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK, betont: „Finanzierung ist naturgemäß ein elementarer Bestandteil bei der Pflege. Aber genauso wichtig ist es, dass wir sie in Zukunft noch mehr denn je als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen. Das ist schon allein der demographischen Entwicklung geschuldet.

Die Krankenkassen sind gefordert, das Leistungsspektrum im Interesse ihrer Versicherten optimal auszuschöpfen – und mit umfassender Aufklärungsarbeit die Angst vor der Pflegezukunft zu nehmen. Um die notwendige Infrastruktur zu schaffen, müssen alle Akteure im Gesundheitssystem an einem Strang ziehen."

Zur Studie

Die Studie „Pflege von morgen" wurde im August 2018 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Dafür wurden 1.000 Menschen in Deutschland zwischen 18 und 65 Jahren repräsentativ befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen großer Weltkonzerne wie beispielsweise Ford, Bayer, BASF und Continental entstanden. Die Kasse ist bundesweit für alle Interessierten geöffnet. Über 660.000 Kundinnen und Kunden schätzen die persönliche Betreuung, den exzellenten Service und die umfassenden Leistungen. Die pronova BKK ist mit einem dichten Geschäftsstellennetz an über 60 Kundenservice- und Beratungsstellen vertreten. Sie zählt zu den fünf größten Betriebskrankenkassen und zu den 20 größten Krankenkassen in Deutschland.