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Gut zu wissen

Reizdarmsyndrom: Abhilfe ist möglich!

Endlich wieder Ruhe im Bauch: Beschwerdefreie Tage und Nächte und mehr Lebensfreude. Wer unter dem Reizdarmsyndrom leidet, sehnt diesen Zustand herbei. Wir zeigen, welche Möglichkeiten Erfolg versprechen.

Bei vom Reizdarmsyndrom Betroffene kreisen die Gedanken oft nur noch ums Essen, um die Verdauung und die häufigen Bauchschmerzen. Hinter dem sogenannte Reizdarmsyndrom verbirgt sich kein einheitliches Krankheitsbild mit organischen Ursachen, sondern eine Vielzahl funktioneller Störungen des Magen-Darm-Trakts. Und so vielfältig wie die Erscheinungsformen, so individuell unterschiedlich ist auch die Therapie. Meist lindert eine Kombination aus einer gut verträglichen Ernährung, moderater Bewegung und regelmäßiger Entspannung die Beschwerden: Die Nächte werden wieder erholsam, der Leidensdruck schwindet, die Lebensfreude kehrt zurück.

Diagnose Reizdarm

Bis die Diagnose steht, haben Betroffene meist zahlreiche Arztbesuche hinter sich, denn chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa müssen zunächst ebenso ausgeschlossen werden wie Nahrungsmittelallergien und Zöliakie. Eine eindeutige organische Ursache für das Reizdarmsyndrom lässt sich bisher nicht ausmachen, daher spricht man von einer funktionellen Störung. Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung leiden an teils heftigen Beschwerden, Frauen häufiger als Männer. Zum Zeitpunkt der Ersterkrankung sind die Betroffenen meist zwischen 20 und 30 Jahre alt. In vielen Fällen bedeutet Reizdarm auch erhebliche Einschränkungen des sozialen Miteinanders: Einladungen zum Essen werden ausgeschlagen aus Angst vor den möglichen Folgen, auf gemeinsamen Unternehmungen sind die zahlreichen Toilettenbesuche peinlich und das Problem offen ansprechen möchte man schon gar nicht.

Darm im Fokus der Forschung Die Forschung ist den krankhaften Prozessen im Darm auf der Spur. Mit speziellen Methoden können bei Reizdarmpatienten Mikroentzündugen in der Darmschleimhaut und eine ungünstig veränderte Darmflora nachgewiesen werden: Substanzen aus Nahrungsmitteln und schädliche Bakterien gelangen in die Darmwand, wo sie Immunzellen aktivieren. Als Folge kommt es zu Blähungen, Durchfall, Verstopfung und teils heftigen Bauchschmerzen. Und das über Wochen, Monate oder sogar Jahre. Die krankhafte Darmaktivität kann aber auch durch Stress oder traumatische Erfahrungen ausgelöst oder verstärkt werden, denn Gehirn und Darm stehen in engem Austausch miteinander und beeinflussen sich gegenseitig.

Einfach Abhilfe schaffen

Der Schwerpunkt der Therapie liegt auf der Linderung der Beschwerden. Ein Patentrezept gibt es leider nicht. Und so braucht es oft etwas Zeit, bis die individuell passende Ernährungsform die Symptome dauerhaft lindert. Ergänzend profitieren Betroffene von regelmäßiger Bewegung und ausreichend Entspannung.

  • Ernährung

Um herauszufinden, was gut vertragen wird und was nicht, sollten Betroffene eine Zeitlang ein Ernährungstagebuch führen. Da die Beschwerden oft erst viele Stunden nach dem Verzehr eines Nahrungsmittels auftreten, kommt man den Übeltätern so am besten auf die Spur. Es lohnt sich, eine Diät mit dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel wie Weizen, Milch, Soja oder Hefe über einen längeren Zeitraum strikt einzuhalten. Generell reizende oder blähende Nahrungsmittel wie sehr scharfe Speisen, Kohlgemüse, Hülsenfrüchte sowie kohlensäure- und fruktosereiche Lebensmittel sollten besser vom Speiseplan gestrichen werden. Gute Erfolge erzielen Betroffene auch mit einer sogenannten Low-FODMAP-Diät: Hier werden bestimmte Zuckerstoffe, die in Süßigkeiten, aber auch in einigen Brot-, Gemüse- und Obstsorten sowie in Milchprodukten stecken, konsequent gemieden. Ausprobieren lohnt sich.

  • Bewegung

    Körperliche Bewegung hilft, die Verdauung zu regulieren. Gerade bei überwiegend sitzender Tätigkeit entspannen moderate Bewegungsformen wie Radfahren, Joggen, Schwimmen oder zügiges Spazierengehen.
  • Entspannung

    Yoga, Tai Chi oder andere Entspannungstechniken helfen Stress abzubauen und Abstand zum Alltag zu gewinnen. Am besten unter fachkundiger Anleitung erlernen und regelmäßig üben. Entspannende Übungen am Abend sorgen für einen guten Schlaf.


Reizdarmpatienten wünschen sich nur eins: Endlich Ruhe im Bauch. Meist braucht es etwas Geduld herauszufinden, was wirklich gut tut in Sachen Ernährung, Bewegung und Entspannung. Doch dann kehren ruhige Nächte, beschwerdefreie Tage und Lebensfreude von ganz allein zurück.