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Schlafprobleme im Kindergarten- und Grundschulalter

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Ein Traumfänger über dem Bett, das ausgeschaltete Nachtlicht oder feste Abendrituale: Oft sind es Kleinigkeiten, mit denen sich Schlafprobleme im Kindesalter bessern lassen.

Oft leidet die ganze Familie unter den Schlafproblemen der Jüngsten: Das Kind ist weinerlich und schlecht gelaunt, die Eltern machen sich Sorgen und sind deshalb reizbarer als sonst. Um aus diesem Kreislauf an zu wenig Schlaf, Ärger und Stress wieder herauszukommen, muss zunächst das Problem der Schlafprobleme gelöst werden. Mit ein bisschen Glück erledigt das die Zeit. Oft sind Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen nämlich nur vorübergehende, für das jeweilige Alter typische Probleme. Ursache kann beispielsweise ein Wachstumsschub sein. Auch emotionale Belastungen können Kindern den Schlaf rauben: ein neues Geschwisterkind, der Kindergartenabschied, Einschulung, die bevorstehenden Sommerferien oder ein Umzug. Beobachten Sie Ihr Kind bei auftretenden Schlafprobleme genau und versuchen Sie, die Hintergründe aufzuspüren. Sprechen Sie mit dem Kind darüber, was es bewegt, und sorgen Sie dafür, dass es abends genügend Zeit hat, um zur Ruhe zu kommen.

Gemeinsam Lösungen finden

Viele Eltern unterschätzen zudem äußere Faktoren wie Straßenlärm, Licht oder zu hohe Temperaturen im Kinderzimmer. Denn in vielen Köpfen steckt noch die althergebrachte Meinung, dass Kinder immer und überall gut schlafen. Zwar sind die Kleinen durchaus noch flexibler als Erwachsene, trotzdem kann das Nachtlicht, das für das kleine Geschwisterchen im Flur brennt, das ältere Kind durchaus um seinen Schlaf bringen. Manchmal ist es auch einfach Zeit für eine Veränderung: Während das Kindergartenkind noch am besten bei offener Tür geschlafen hat, weil die Stimmen der Eltern beruhigend gewirkt haben, stört das Gemurmel aus dem Elternschlafzimmer jetzt das Schulkind. Setzen Sie sich zum Kind aufs Bett und überlegen Sie mit ihm, ob es störende Faktoren gibt – und finden Sie gemeinsam eine Lösung. Kinder sind dabei überraschend kreativ. Manchmal hilft es schon, den Kleiderschrank fest zu verschließen, damit die (eingebildeten) Monster, die nachts aus der Sockenschublade huschen, eingesperrt bleiben. Auch ein selbst gebastelter Traumfänger, der über dem Bett hängt und Albträume fängt, wirkt häufig Wunder. Denn schon alleine die Vorstellung, dass nachts keine dunklen Träume Angst machen können, lässt Kindergarten- und Grundschulkinder leichter einschlummern.

Störfaktor elektronische Medien

Ein in unseren Zeiten oftmals unterschätzter Störfaktor sind die elektronischen Medien. In vielen Familien ist z. B. das Sandmännchen Abendtradition. Geht es anschließend sofort ins Bett, kann sich der Fernsehkonsum negativ auf das Schlafverhalten des Kindes auswirken. Gleiches gilt für Computerspiele oder kurze Filme auf Mamas oder Papas Smartphone. Bauen Sie die elektronischen Medien zeitlich so ein, dass die Geräte mindestens eine halbe Stunde, besser eine ganze Stunde, vor dem Schlafengehen ausgeschaltet werden. Überhaupt sollte der Ablauf abends immer gleich sein und die Uhrzeit, wann es ins Bett geht, auch. Die festen Rituale geben dem Kind Halt und sorgen für das Müdewerden. Bei vielen Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter hat sich eine Vorlesezeit im Bett bewährt. Sogar wenn die Kids schon alleine lesen können, genießen es viele noch, wenn die Eltern gemeinsam mit ihnen lesen und dabei kuscheln. Fallen trotzdem die Augen nicht zu, kann es darüber hinaus an einem zu straffen Zeitplan tagsüber liegen. Erst Schule oder Kita bis in den Nachmittag, dann gleich noch zum Fußball oder zum Geigenunterricht, auf dem Rückweg ein Zwischenstopp im Lebensmittelgeschäft und danach sofort das Abendprogramm mit Essen und Fernsehen – das birgt für viele Kinder ein Zuviel an Stress. Reduzieren Sie probeweise den Kalender Ihres Kindes und schieben Sie Zeiten ein, in denen das Kind sich entspannen kann. Besonders Grundschülern fehlt häufig tagsüber das körperliche Auspowern an der frischen Luft. In der Schule mussten sie still sitzen, in der Nachmittagsbetreuung haben sie drinnen mit Lego gebaut und weil noch ein Termin ansteht, holen die Eltern sie mit dem Auto ab. Ob ein Sport wie Leichtathletik oder Fußball für genügend Ausgleich sorgt oder das freie Spielen in Wald und Feld, hängt vom jeweiligen Kind und natürlich vom Wohnumfeld ab.

Ein Fall für den Kinderarzt

Wenn Sie Änderungen im Tagesablauf, beim Abendritual oder z. B. der Kinderzimmerbeleuchtung vornehmen, sollten Sie dem Kind genügend Zeit geben, sich darauf einzustellen. Manche Eltern machen den Fehler, dass sie alle zwei Tage Neues ausprobieren. Bleiben die Schlafprobleme trotz aller Geduld bestehen, empfiehlt sich ein Schlafprotokoll. Tragen Sie rund vier Wochen lang ein, wann und wie lange das Kind geschlafen hat und ob es nachts wach gewesen ist. Manchmal offenbart sich hierüber ein Störfaktor, der Unruhe in den Schlafrhythmus bringt. Außerdem sind der Kinderarzt oder die Kinderärztin Ansprechpartner bei länger anhaltenden oder sehr gravierenden Schlafproblemen des Kindes. Der Experte wird prüfen, ob z. B. eine nächtliche Atemstörung das Kind um den so wichtigen Schlaf bringt oder ob eine andere körperliche oder seelische Ursache vorliegt. Wenn eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt und die Ursache für die Schlafstörung nicht gefunden wurde, ist eine Schlaflaboruntersuchung sinnvoll. Hier können die Ursachen vieler Schlafstörungen abgeklärt werden, was dann Ansatzpunkte für eine Therapie liefert.