Menü Menü schließen

​​Ak­tu­el­le The­men

Schlechtes Zeugnis? Wie Eltern reagieren können

Schlechtes Zeugnis

Mehrere Vieren oder sogar Fünfen auf dem Zeugnis? Da ist der Frust groß – und zwar bei Eltern und Kindern. In so einer Situation ist es wichtig, nicht mit Vorwürfen und Strafen zu reagieren, sondern lieber gemeinsam mit dem Kind nach Lösungen zu suchen.

Am Zeugnistag gehen viele Kinder mit Bauchgrummeln zur Schule. Ist aus einer Zwei doch noch eine Drei geworden? Oder aus einer Vier sogar eine Fünf? Und was werden die Eltern zu den Noten sagen? Oft machen sich die Kids schon selbst verrückt. Reagieren noch Mutter oder Vater auf eine weniger gute Note oder ein insgesamt schlechtes Zeugnis verärgert, bricht für die Kinder die Welt zusammen. Auch wenn die Noten nicht so ausgefallen sind wie gewünscht, sollten sich Eltern davor hüten, in Panik zu verfallen, die vermeintlich schlechten Zensuren zu dramatisieren und zu schimpfen.

Nehmen Sie stattdessen Ihr Kind in den Arm und trösten sie es. Schweigen oder sich Abwenden verschlimmern ebenfalls die Situation. Denn häufig wertet ein Kind das abweisende Verhalten als Liebesentzug, was den eigenen Zeugnisfrust zusätzlich verschlimmert. Zeigen Sie dem Kind also deutlich, dass sie es lieben, unabhängig davon, ob Einsen oder Vieren auf dem Blatt Papier stehen. Aus der Wut heraus ausgesprochene Strafen wie ein Fußballverbot oder der Entzug der Reitstunden, verbessern die Situation ebenfalls nicht. Oft hat das Kind in seinem außerschulischen Hobby Erfolgserlebnisse, die sein Selbstbewusstsein stärken und es nach einem schlechten Zeugnis wieder aufbauen.

Schreiben Sie ein zweites Zeugnis

Wenn der erste Schreck über eine oder mehrere schlechte Zensuren verdaut ist, sollten Sie sich auf die guten Noten konzentrieren. Bestimmt stehen auf dem Dokument eine gute Zensur oder eine lobende Bemerkung. Fokussieren Sie sich darauf und würdigen Sie diese Leistung. Erst danach sollten Sie versuchen, mit Ihrem Kind über die schlechten Noten ins Gespräch zu kommen. Fragen Sie es ruhig, was in diesen Fächern im Laufe des Schulhalbjahres schief gelaufen ist. Die meisten Kinder haben darauf sehr genaue Antworten – woraufhin Sie zusammen mit dem Kind eine Lösung finden können. Das kann ein mit dem Kind entwickelter Lernplan sein, Nachhilfestunden oder ein Gespräch mit den Lehrern.

Falls diese Strategien bereits ausgereizt sind, kann ein Schulwechsel Entspannung in die Schulsituation bringen. Wie die Lösung auch aussieht, bleiben Sie realistisch, verlangen Sie nichts Unmögliches vom Kind und legen Sie kurzfristige Ziele fest. Manchen Kids hilft darüber hinaus ein von den Eltern vorbereitetes zweites Zeugnis. Dieser Tipp ist sinnvoll, wenn schlechte Noten vorhersehbar sind und man weiß, dass der Nachwuchs ein wenig Aufmunterung brauchen wird. Geben Sie dem alternativen Zeugnis beispielsweise den Titel „Was deine Noten nicht sagen" und tragen Sie Fächer wie „Humor", „Spaß / Freude / Fröhlichkeit", „Gerechtigkeitssinn", „Kreativität" oder „Hilfsbereitschaft" ein.

Führen Sie eine Tradition für den Zeugnistag ein

Auch eine eigene, familieninterne Tradition hebt die Stimmung. Veranstalten Sie zum Beispiel am Zeugnistag immer abends ein Festessen oder machen Sie einen Ausflug. Auf diese Weise wird der Abschluss eines Halbjahres mit positiven Emotionen verbunden und das Kind merkt, dass Sie zurecht stolz sind. Immerhin hat es ein Schulhalbjahr geschafft – mit all seinen Höhen und Tiefen.

Und falls trotzdem noch ein Rest Ärger über das verpatzte Zeugnis an Ihnen nagt? Dann führen Sie sich vor Augen, dass die Zukunft Ihres Kindes nicht in der dritten oder siebten Klasse entschieden wird. Selbst ein Sitzenbleiben läutet nicht das Ende der beruflichen Karriere Ihres Kindes ein. Manchmal tut also auch einfach eine Portion Gelassenheit gut. Besonders beim Zwischenzeugnis im Winter. Denn das fällt häufig schlechter aus als das Dokument zum Schuljahresende, weil die Kinder noch einmal ihre Kräfte mobilisieren.